Inventare Teil 5. Band 4. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1936)
Staatskanzlei (Ministerium des Äussern) von Josef Karl Mayr
Informationsbüro — Zeitungsarchiv. 465 386 Fzz. Informationsbüroakten 1868—1908. — c) Annexe (die wichtigeren): n. 1, 2 Konfidentenberichte aus dem In- und Auslande (Auszüge), gegliedert nach Materien, um 1870; 3 Originalkonfidentenberichte A—Z, um 1860; 4 Geheimfond der Obersten Polizeibehörde 1857—1860; 8 Korrespondenz mit dem Polizeiministerium 1862—1866; 12 Konfidentenberichte 1885 ff.; 13 Grenzverletzungen im Südosten 1876—1885; 14 Normalien der Prager Polizeidirektion 1856—1858; 15 detto bis 1860 A—Z; 25 russisch-türkischer Krieg 1877/78; 27 Ruthenenfrage 1890 u. a.; 30 Konfidentenberichte über südslavische Verhältnisse 1880 ff. (samt photographischen Platten); 31 Verzeichnisse russisch-polnischer Staatsangehöriger (interniert oder ausgewiesen) 1863—1867 u. a.; 32 Verzeichnis der abgestraften sächsischen Aufständischen 1856; 33 ungarische Legion 1862; ad 33 Darstellung der italienischen Unruhen 1830; 1 Karton entlassene Konfidenten 1865 ff.; 7 Kartons Konßdentenberichte A—Z 1860 ff.; 1 Karton photographisches Album des Informationsbüros samt Index 1884; 1 Karton Lichtbilder, Denkmünzen u. ä. 1848 ff.; 1 Fz. polnische und italienische Interzepte u. a. 1830—1835; 1 Fz. Invigilierung der polnischen Bewegung 1846—1848; 1 Fz. polnische Insurrektion 1861—1867; 1 Fz. bosnisch-montenegrinische Flüchtlinge 1852—1868; 1 Fz. Auffindung der ungarischen Krone.1 Literarisches Büro. Ein selbständiges literarisches Büro hat es im Ministerium des Äußern nur von 1877 bis 1911 gegeben. Von 1864 bis 1868 war dieser Aufgabenkreis der Presseleitung des Präsidiums, von 1868 bis 1877 dem Departement III der Präsidial- (später I.) Sektion und von 1911 bis 1918 dem (Presse-) Departement V des Ministeriums des Äußern anvertraut. „Literarisches Büro“ ist also ähnlich wie „Informationsbüro“ lediglich ein praktischen Bedürfnissen dienender archivalischer Sammelname. Die Akten sind 1920 vom StA. übernommen worden. 1924 sind etwa 250 Aktenstücke an die Tschechoslowakei ausgeliefert worden.2 Bestände: Fz. 1—78 allgemeine Akten 1864—1918; 79—146 ausländische (zum Teil auch inländische) Presse 1884—1918 (alphabetisch nach Ländern); 147—151 Varia (Preßdotationen u. dgl.); 152—182 Privatschreiben 1896—1918; 183—201 Personalakten (alphabetisch); 202 bis 207 Telegramme 1913—1917; 208—218 Diversa 1914—1918; 219—230 Berichte, Broschüren u. dgl. 1905—1918; 231—233 Brest-Litowsk und Bukarest 1918; 234 Czernin; anschließend Indices und Protokolle 1864 bis 1918. Zeitungsarchiv. Seit 1927 besitzt das StA. eine ihm vom Bundespressedienst des Bundeskanzleramtes übermittelte, im Pressedepartement des Ministeriums des Äußern angelegte, sehr wertvolle Sammlung von Zeitungsausschnitten, 1 AB. 34/6 (Bittner). * Diese Aktenauslieferung geschah aus besonderem Entgegenkommen, da sich die Bestimmungen des Prager Archivabkommens vom 18. Mai 1920 nur auf die Bestände der k. k. österreichischen, nicht auch der österr.-ung. Behörden beziehen. Inventare des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs, Bd. 4. 30