Inventare Teil 5. Band 4. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1936)

Staatskanzlei (Ministerium des Äussern) von Josef Karl Mayr

408 Staatskanzlei (Ministerium des Äußern). Die diplomatische Korrespondenz mit den übrigen Staaten ist in den gemischten, aus verschiedenen Provenienzen (Reichshofkanzlei, Staats­kanzlei u. a.) gebildeten Staatenabteilungen zusammengefaßt. Die diplo­matische Korrespondenz der Staatskanzlei reicht im wesentlichen nur bis 1848, doch sind ihr seinerzeit gelegentlich der Auflösung der älteren Par­tien der administrativen Registratur auch Bestände angegliedert worden, die über das Jahr 1848 hinausgehen, also schon der Zeit des Ministeriums des Äußern angehören (insbesondere aus F 49 Post, F 19 Eisenbahnen und F 55 Telegraphie). Die 1851 ff. übernommenen, die deutschen Staaten be­treffenden Aktenpartien sind zunächst von Meiller verwaltet worden. Spä­ter ist die diplomatische Korrespondenz der Staatskanzlei auf Felgel und nach ihm auf Winter übergegangen, der zahlreiche Teilbestände derselben neu geordnet hat.1 Baden. Die badischen Akten1 2 der Staatskanzlei konnten 1809 zum größten Teile, wie es scheint, vor den Franzosen geflüchtet werden.3 Was davon um 1830 wieder in der alten Registratur der Staatskanzlei lag, ist 1851 und 1868 ins StA. gelangt: 1851 die Bestände bis zum Jahre 1806 in die Filiale A, 1868 die Bestände bis zum Jahre 1829 in die Filiale B. Damals kamen auch die politischen Akten bis 1829, später Teile der Ministerialkorrespondenz hinzu. 1892 folgten die Akten bis 1848 nach. 1900 kamen Teile aus dem Gesandtschaftsarchive München, 1902 die admi­nistrativen Akten bis 1860 hinzu. — Bestände: Fz. 1 Hofkorrespondenz 1746—1848 und Promemorien 1751—1803; 2 a—49 Korrespondenz 1804 bis 1848; 50 administrative Akten 1844—1847; 51 detto bis 1860 aus F 6 bis 34; 52 detto bis 1860 aus F 42—60. — Collectanea: Fz. 1 1804—1835; 2 1806—1847.4 Bayern. Die älteren bayrischen Akten der Staatskanzlei (bis 1781) sind 1809 nach Paris gebracht worden5 und 1814/15 wieder in die alte Registratur nach Wien zurückgelangt. Daraus sind dem StA. 1829 als erste Anlieferung zahlreiche, indes noch vielfach unzusammenhängende Akten bis 1802 zugekommen. Der Hauptbestand bis 18066 ist erst 1851 — um 1840 aus Gentzens Nachlaß geringfügig bereichert — nachgefolgt. Er wurde der Filiale A zugewiesen und zunächst von Bitermann, später von Wocher verwaltet. 1861 und 1863 kamen als Nachtrag die Akten über die Erwerbung des Innviertels (1778/79) hinzu. 1868 übernahm die Filiale A die administrativen und politischen Akten bis 1829. In den Achtzigerjahren 1 Vgl. AB. 257 (Klemm u. a.). 2 Unter „badischen“ sind die Baden betreffenden Akten der Staatskanzlei (des Ministeriums des Äußern) zu verstehen. Dasselbe gilt auch bezüglich der übrigen Unter­abteilungen. 3 Ein summarisches Verzeichnis in StK., Interiora 45. 4 AB. 32/2 a (Winter, Nadherny, Stokka), 40/5 (Winter). 5 Ein summarisches Verzeichnis des geflüchteten Teiles in StK., Interiora 45. 6 Ein von Lippa in der alten Registratur 1843 angelegtes Verzeichnis in StK., Interiora 36.

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