Inventare Teil 5. Band 4. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1936)

Österreichische geheime Staatsregistratur von Lothar Gross

398 Österreichische geheime Staatsregistratur. die Archivalien nach dem Betreffprinzip zu ordnen, die unsystematische Anordnung der Staatsregistratur, bei der oft die diplomatische Korrespon­denz mit drei oder vier Gesandten in einem Faszikel vereinigt war, maß­gebend gewesen sein. Daß alte, sehr eingehende Repertorien vorhanden waren, übersah man entweder oder man kannte sie nicht. Die Auflösungs­arbeiten an der Staatsregistratur dauerten bis gegen das Ende des 19. Jahr­hunderts, nahezu zwei Drittel des Bestandes wurden von ihnen erfaßt. Die Akten wurden auf die verschiedensten Abteilungen verteilt, zumeist aber in die Nationalia eingeteilt, oft wurden eng zusammengehörige Akten­stücke in ganz verschiedene Abteilungen zerstreut. Zuletzt hat sich Winter mit der Auflösung der Staatsregistratur befaßt. Er legte 1905 über den Rest ein ausgezeichnetes neues Repertorium (AB. 165) an, in dem er bei jeder einzelnen Unterabteilung eines Faszikels die zukünftige neue Ein­teilung bezeichnete. Dazu kam es jedoch nicht mehr. Nachdem schon Schwab die alten Stückverzeichnisse, die fast für alle Faszikel, bzw. deren Partes genannte Unterabteilungen vorhanden sind, zusammengestellt und in Bände vereinigt hatte, wurde an der Hand dieser und mit Hilfe der Be­zifferung der einzelnen Aktenstücke der Bestand in den Jahren 1919—1921 durch Groß fast vollständig rekonstruiert und neu aufgestellt. An Behelfen besitzen wir den bereits erwähnten, aus den Anfängen des 18. Jahrhunderts stammenden Kanzleindex (AB. 162), der auch die Reichs­akten der Staatskanzlei berücksichtigt, samt einer alten Abschrift, ferner das von dem Sekretär der Staatskanzlei und bekannten Rechtsgelehrten Dr. Franz Ferdinand Schrötter angelegte „Repertorium materiarum“ (AB. 163), das auch einen Index enthält. Dieses Repertorium ist nunmehr nach der Rekonstruktion der Staatsregistratur wieder am besten zu ver­wenden. Die Beziehung zwischen Neuaufstellung und alter Faszikulatur ist durch eine dem Repertorium beigegebene Konkordanz hergestellt. Die von Schwab in diesem Repertorium angebrachten Vermerke ermöglichen es auch festzustellen, wohin die einzelnen Partes bei der seinerzeitigen Auflösung der Abteilung eingeteilt worden waren. Die Stückverzeichnisse sind als AB. 161 in acht Bänden aufgestellt. Nur mehr historischen Wert haben die beiden Repertorien von Knecht! (AB. 164) und Winter (AB. 165). Inhaltsverzeichnis: 16 ..—1697, Schachtel 1—112.

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