Inventare Teil 5. Band 4. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1936)

Reichsarchive von Lothar Gross

Wahl- und Krönungsakten — Reichskammergerichtsvisitationsakten. 363 in welchen Faszikeln die einzelnen Wahlen behandelt werden, nur ein von Thomayr im Jahre 1880 verfaßtes Aufstellungsverzeichnis (AB. 30/5). Inhaltsverzeichnis: Maximilian I. und Karl V. 1486—1520, Fasz. 1; Ferdinand I. 1530—1561, Fasz. 2; Maximilian II. 1561—1564, Fasz. 3 a—c; Rudolf II. 1573—1579, Fasz. 4r—6; Matthias 1608—1612, Fasz. 7; Ferdi­nand II. 1616—1637, Fasz. 8—10; Ferdinand III. 1635—1638, Fasz. 11a bis 12; Ferdinand IV. 1651—1656, Fasz. 13—17 b; Leopold I. 1657—1671, Fasz. 18 a—21 d; Josef I. 1689—1706, Fasz. 22—24 b; Karl VI. 1711/12, Fasz. 25 a—27; Karl VH. 1740—1742, Fasz. 28—51; Franz I. 1740—1750, Fasz. 52—68; Josef II. 1750—1790, Fasz. 69—95; Leopold II. 1790/91, Fasz. 96 c—97 d; Reichspostwesen 1663—1790, Fasz. 98 a—98 g; Prezisten 1790, Fasz. 98 g; Leopold II. 1791/92, Fasz. 98 h—99; Franz II. 1791—1795, Fasz. 100 a—101 e. Reichskammergerichtsvisitationsakten. Die auf das Reichskammergerichtswesen bezüglichen Akten haben jedenfalls schon in der Reichshofkanzlei eine eigene Abteilung gebildet. Als das Reichshofkanzleiarchiv von den Franzosen 1809 aus Wien ab­transportiert wurde (oben S. 278 f.), wird eine eigene Abteilung des Reichs­kammergerichts erwähnt, deren Kisten von den Franzosen mit Wetzlar bezeichnet wurden. Im Verzeichnis der 1815 aus Paris zurückgebrachten Akten treten uns dann die das Reichskammergericht und dessen Visitation betreffenden Akten in zwei großen Gruppen gegenüber, die die Aufschriften „Chambre imperiale de Wetzlar. Kammergericht zu Worms, Augspurg etc.“ und „Kammergerichts-Visitation. Acta visitationis. Diarium visitationis. Protocolla visitationis“ tragen. Diese beiden Gruppen enthalten die Akten, welche die heutige Abteilung Reichskammergerichtsvisitationsakten bilden, hinzugekommen ist verhältnismäßig nur wenig. Sie erhielt, wie so viele Abteilungen der Reichshofkanzlei, von Knechtl ihre heutige Gestaltung, der auch das im AB. 106 enthaltene Repertorium schuf. Die Neugestaltung erfolgte vor 1829. Die Reichskammergerichtsvisitationsakten wurden zu­nächst im Hause bei der Minoritenkirche untergebracht, von dort kamen sie 1831 in die Löwelstraße und 1845 in die Teinfaltstraße. 1850 wanderten sie dann in die Filiale A ins Laurenzergebäude, deren weitere Schicksale sie teilten. Von Akten fremder, nicht der Reichshof­kanzlei entstammender Provenienzen kommen in erster Linie Teile der 1806 aus Innsbruck nach Wien gelangten Reichsakten in Betracht. Hierher gehören die Berichte des Paul Andreas Freiherrn von Troyer aus Wetzlar 1709 ff. (Fasz. 334 a), sowohl die Originale wie die seiner Registratur ent­stammenden Konzepte, ferner das Gutachten des Karl Hieronymus Anton Josef Freiherrn von Cristani über die Ausstände an Kammergeldern (Fasz. 396). Ob diese Materialien schon vor der Verschleppung des Reichs­hofkanzleiarchivs nach Paris zur Abteilung gehörten, ist nicht festzustellen. Das gleiche gilt von den Aktenstücken aus der Hofkanzlei Ferdi­nands I., die sich in größerer Zahl im Fasz. 316 finden und die offenbar der 1789 von der niederösterreichischen Regierung an das StA. abgegebenen

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