Inventare Teil 5. Band 4. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1936)

Reichsarchive von Lothar Gross

Geistliche Wahlakten — Wahl- und Krönungsakten. 361 Wahl-' und Krönungsakten. Diese Abteilung ist in ihrem Wesen und ihren Geschicken der eben behandelten der Geistlichen Wahlakten enge verwandt. Mit den letzt­genannten zusammen erscheinen die Wahl- und Krönungsakten im Ab­schnitt B der Partie politique des Pariser Verzeichnisses (oben S. 282) unter dem Titel „Elections et Couronnement des Empereurs et des Rois de Romains“. Ein Vergleich der hier gemachten Angaben mit denen des Repertoriums B a (AB. 106) zeigt, daß es sich um denselben Bestand han­delt. Bei der Neuordnung der Reichshofkanzleiakten wurden dann noch die auf die perpetuierliche Wahlkapitulation bezüglichen Materialien sowie die Akten über die Verhandlungen Isaak Volmars in den Jahren 1654 bis 1656 (heute Fasz. 17 b), die im Pariser Verzeichnis im Abschnitt A in der Gruppe „Verhandlungen mit Kurfürsten und Ständen. Wahlcapitulatio perpetua“ stehen, mit einbezogen. Das von Rosner geschriebene, summarisch gehaltene Repertorium (AB. 106) gibt einen Überblick über den Bestand. Damals wurde auch aus der Reihe von Aktenstücken aus der Hofkanzlei Ferdinands I., die 1789 von der niederösterreichischen Regierung dem StA. übergeben worden waren, einiges auf die Wahl Ferdinands I. Bezüg­liches hier eingeteilt (Fasz. 2). Aus Vermerken in Rosners Repertorium, die auf das alte Aktenrepertorium des Archivs, das zwischen 1784 und 1806 von Weinkopf angelegt wurde (AB. 2) wie auch auf dessen von Knechtl verfaßten Nachfolger (AB. 417/1 = Repertorium J) Bezug nehmen, geht hervor, daß damals auch einzelne Stücke aus diesem ältesten Akten- bestande des Archivs, dessen Provenienz vielfach nicht mit Sicherheit fest­zustellen ist, in die Wahl- und Krönungsakten kamen, so eine in Fasz. 1 erliegende Beschreibung des Zeremoniells bei der Krönung und Salbung eines römischen Königs. Sicher ist auch ein schon 1780 im Archiv befind­licher Band, der die Verhandlungen über die Wahl Maximilians II. 1561/62 enthält, in die Abteilung gekommen (heute wohl Fasz. 3 c). Seiner Pro­venienz nach kann dieser Band übrigens wohl nur aus der Reichshofkanzlei gewesen sein. Was die Unterbringung der Abteilung betrifft, war sie die gleiche wie die der Geistlichen Wahlakten, zunächst im Hauptarchiv, dann nach kurzem Aufenthalt in der Filiale B in der Filiale A. Von den Zuwächsen der Abteilung steht der aus der Registratur der Staatskanzlei an erster Stelle. Nach dem Verzeichnis der 1851 ein­gelieferten Akten (AB. 168) war er beträchtlich und umfaßte 8 Faszikel, die auf die Fasz. 30—101 verteilt wurden. Der Zuwachs stammt aus der Zeit von 1740—1792. Bemerkenswert ist jedoch, daß bereits in Rosners Repertorium im Fasz. 50 die Berichte des Freiherrn von Prandau, der 1741 als königlich böhmischer Wahlbotschafter Maria Theresias in Frank­furt war, erscheinen, die ihrer ganzen Natur nach ursprünglich wohl nur in der Staatskanzlei gewesen sein können. Es erhebt sich ebenso wie bei den Geistlichen Wahlakten die Frage, ob nicht schon in der Zeit der Ver­schleppung der Archive nach Paris oder zumindest bei der Neuaufstellung durch Knechtl ein Zusammenwerfen der beiden Provenienzen stattfand. Die Registratur des StA. ermöglicht jedoch keine Beantwortung dieser

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