Inventare Teil 5. Band 4. Gesamtinventar des Wiener Haus-, Hof- und Staatsarchivs (1936)

Biographien der Archivbeamten seit 1749 von Franz Hüter

Wocher—Wolkan. 163 mit die Ergänzung der Abt. StK. Vorträge (mit Eintragung in das zugehörige Stückverzeichnis Rep. BB, AB. 172) und der Abt. Schweiz (vgl. AB. 108/15), die Aufstellung und Verzeichnung der Abt. Malta (AB. 270). Hierher ge­hört ferner das Übernahmsverzeichnis der Kongreßakten (AB. 188). End­lich oblag W. die Ordnung und Verzeichnung der im Jahre 1868 dem StA. einverleibten Archive Maximilians von Mexico (Miramare und Mexico, AB. 302 und ad 302), die fast ein Jahr in Anspruch nahm (1861). Im Jahre 1870 führte W. auch die Abgabe der bei der Rückstellung (1858) in Wien zurückbehaltenen 200 Montferrater Urkunden an Italien durch. 1864 übernahm er das Gesandtschaftsarchiv Madrid (vgl. AB. 209). An kleineren Ordnungsarbeiten sei die Revision der Urkunden von Ragusa und Spalato genannt. Auch am Handschriftenverzeichnis (AB. 446), am Übersichtsver­zeichnis der Urkunden (AB. 518) und am AB. 4 ist W. beteiligt. Seit dem Tode Meillers (1871) verwaltete W. auch die Abteilung Familienarchiv (vgl. Zusätze in AB. 298 und 475). Die größte Arbeitskraft dürfte aber W. der belgischen Archivabteilung zugewendet haben. Schon als Firnhaber noch die Abteilung verwaltete, hat er an der Ordnung derselben den Hauptanteil genommen und sich durch Unterstützung französischer Forscher das Ritter­kreuz der Ehrenlegion erworben (1851) (vgl. AB. 263/1—3, Zettelkatalog zum Rep. P, ferner AB. 193, 194, 195, 402). Seit 1860 verwaltete er die Abteilung selbständig und hatte die umfangreichen (rund 30.000 Stücke) Ein- und Auslieferungsarbeiten im Tausch mit Belgien zu leisten. W. ist selbst wissenschaftlich nicht tätig gewesen, aber an der Förderung der im StA. betriebenen Studien, an den durch die Vorschriften außerordentlich zeitraubend und mühevoll gestalteten Aktenausscheidungen, -aushebungen und -reponierungen hat er durch drei Jahrzehnte wesentlichen Anteil ge­nommen. Wolkan Rudolf, geb. am 16. Mai 1890 in Prag als Sohn des späteren Universitätsprofessors und Vizedirektors der Wiener Universitätsbibliothek gleichen Namens, legte 1900 bis 1908 die Gymnasialstudien in Czernowitz und Wien zurück und maturierte 1908 am Piaristengymnasium in Wien. Hier begann er 1908 die philosophischen Studien, studierte 1909 in Frei­burg i. Br. und kehrte 1910 nach Wien zurück, um hier 1910 bis 1913 die philosophischen Studien und als ordentl. Mitglied das Österr. Institut für Geschichtsforschung zu absolvieren. Bei Kriegsbeginn ist W. als Ein­jährig-Freiwilliger eingerückt und wurde im Frühjahr 1915 sub auspiciis imperatoris zum Dr. phil. promoviert. Dann ging er an die Front, wo er als Kadett und Offizier des Feldkanonenregiments Nr. 16 kämpfte. Schon wäh­rend des Krieges strebte W. eine Staatsdienststellung an; erst mit 29. Juli 1919 wurde diesem Streben durch Aufnahme in das StA. Erfüllung. Doch wurde W. zur Dienstleistung zunächst dem Hofkammerarchiv zugeteilt. Im Herbst 1920 ließ sich W., der inzwischen auch das juridische Doktorat er­worben hatte, versuchsweise auf ein halbes Jahr beurlauben, um den Sekre­tärsposten beim Niederösterr. Gewerbeverein anzutreten. Da ihn diese Stel­lung keineswegs befriedigte, kehrte er am 31. Mai 1921 in den Staatsdienst zurück und verblieb im StA., dem er nunmehr zugeteilt wurde (ab 1922 als Archivkonzipist, ab 1926 als Staatsarchivar), bis zu seinem Tode. Schon 11*

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