Historische Blätter 5. (1932)

Johann Zeno Goëss: Elf Briefe König Ferdinands I. an seinen Feldhauptmann Hans Katzianer

so in unser dreyer landschaften besoldung sein, ainen turggischen haupt- man mit dritthalb hundert pferdn angriffen, denselben mit solhen pferden erlegt und in gefangen, das haben wir mit gnedigen willen, gefallen und frewden vernomen, loben dein getrew eerlich fürnemen und handlung, die du im solhem angericht und furgewendt hast, und lassen uns auch gefallen, das du denselben turggischen haubtman den Martolosen nit in irer gewalt, wie auch nach kriegsgebrauch nit billich gewest wer, ge­lassen, sonder zu deinen handen genomen hast, wellest den bis auf unser verrer beschaid also bei dir halten und doch in gueter verwarung haben und jederzeit in furfallenden Sachen von im gueten bericht und erkundi- gung nemen, auch in dem, das uns, unseren landen und leuten zu guet und etwas nutz körnen möcht vleissig mit im practicieren wie dw dann, als dw uns angezaiget, etlicher massen mit ime angefangen hast, dich doch dabei auch fursehen und gewarlich mit den Sachen umbgeen, das du von ime nit betrogen noch verfurt werdest wie dw wol zu thuen waist; und nicht weniger wollen wir uns solches gefangens turggischen haubt- mans halben, gegen der Martholosen haubtman, so er kumbt, gnediglich erzaigen und halten, das er der billichait nach mit uns zufriden solt sein. Als auch der gefangen türkisch haubtman etlich artigl angezaigt, und dw ainen munich in Bossan der Sachen halben gefertigt, tragen wir gnedigs wolgefallen, wellest darinnen also verfaren und was der sach nach aller gelegenhait dienstlich sein kan, weiter handln, und uns, wie du die allenthalb befindest, yedesmals furderlich wissen lassen. Dann das die in Windisch landen umb hilf an dich schreiben und bitten, magst du sy mit dem pesten fueg und trost, das wir in kurz, als wir zu got verhoffen, mit ainem kriegsfolk gefasst in unser kunigreich Hungern ainen zug thuen und versehentlich die Sachen darinn dermassen ausrichten werden, das sy und ander unser gehorsam getrew unterthanen frydlich und ruewig sein und bleiben mugen, aufhalten und sonst, sovil dir muglich, sy dennocht mit zimlicher hilf nit verlassen. Der ortflecken halben in Crabaten haben wir newlich auf das kriegsvolk darinn ain gelt verordnen lassen und wellen noch bevelh thuen, das weiter fursehung darinn zum furderlichistn so muglich bescheen soll. Wellest wie bisher hinfur in deinem angefangen vleis und getrewen dienst beharren und Buschritter bedeuten. Später ging nach Kupelwieser der Name auf alle nicht osmanischen Freiwilligen des türkischen Heeres über und dann auf jene christlichen Freiwilligen, die aus türkischen Diensten flüchteten und dann gegen die Türken Kriegsdienste leisteten. Man hat sich unter den hier genannten Martolosen wohl eine irreguläre, selbständige Formation im Solde der Landstände der drei Länder vorzustellen. 29

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