Historische Blaetter 3. (1921-1922)
A. Hessel: Die Politik König Albrechts I. Innerdeutsche Probleme und das Verhältnis zu Frankreich und Italien
Durfte Albrecht hoffen, an der deutsch-französischen Allianz einen Rückhalt gegenüber den rheinischen Erzbischöfen gefunden zu haben, so bereitete ihm sein Verbündeter zunächst eine arge Enttäuschung. Nach dem Tode des Grafen von Holland (November 1299) ließ Albrecht die Grafschaft dem Johann von Hennegau, der sie als Rechtsnachfolger besetzt hatte, ab- und dem Reiche zusprechen, denn er trug sich, wie später Ludwig der Bayer, mit dem Gedanken, sie seiner Hausmacht einzuverleiben. Als er aber im Hochsommer 1300 zu diesem Zwecke an den Unterrhein zog, versagte ihm Philipp die erbetene Unterstützung. Damals kam auch der Konflikt mit Kurfürst Wikbold zu vollem Ausbruch. Schon die Tagung von Quatrevaux hatte gezeigt, daß Albrecht von dem mächtigen Erzbischof nichts Besseres erwarten durfte, als sein Vater von dessen Vorgänger Siegfried. Darum ließ er ihn auch sofort seinen Unwillen fühlen, indem er nun die Köln feindlichen Dynasten, wie den Grafen von der Mark, begünstigte. Eine nochmalige Aussöhnung hatte nur solange Bestand, bis der Zug gegen den Hennegauer an des Königs Absichten auf die Rheinmündung keinen Zweifel mehr zuließ. Daß das Unternehmen kläglich scheiterte, verschuldete nicht zuletzt die an Verrat grenzende Haltung Wikbolds. Der Konflikt zog weitere Kreise. Dem Kölner traten Gerhard von Mainz und der neue Kurfürst von Trier, Diether, ein Bruder König Adolfs, an die Seite. Am 14. Oktober 1300 erneuerten sie zu Heimbach den alten Bund der rheinischen Erzbischöfe und begannen eifrig zu rüsten, gewannen auch den Pfalzgrafen Rudolf, dem sich Albrecht durch Förderung seines Bruders Ludwig entfremdet hatte. Ihm wurde das Richteramt über den König zuerkannt, plante man doch die Absetzung des Habsburgers. Von Gerhard ging das stolze Wort, er trage noch viele Könige in seiner Jagdtasche. Auch Albrecht hielt die Stunde der Abrechnung für gekommen. Daß sie gründlich ausfallen sollte, zeigten schon die mit erstaunlicher Sorgfalt und Umsicht getroffenen Vorbereitungen. Während er gegen den Erzbischof von Köln die niederrheinischen Grafen gewann, besuchte er selbst nacheinander die Pfalz, Wetterau, Schwaben, Schweiz und Elsaß, um, unterstützt von den Landvögten, Geld und Truppen zu sammeln. Aus Österreich und dem befreundeten Salzburg stießen Streitkräfte zu ihm. Den ganzen Rhein entlang wurden Landfriedensbünde gegen die Rebellen organisiert, endlich die Städte von Köln bis Konstanz zu Bundesgenossen aufgerufen. Nach der Thronbesteigung hatte Albrecht ihre Interessen den Wünschen seiner Wähler opfern müssen. Jetzt, da der Kurfürstenoligarchie Krieg angesagt, ergriff er T