Historische Blaetter 1. (1921)

Arnold Winkler: Die Korrespondenz des Erzherzogs Johann mit der Staatskanzlei über die Schweizer Sonderbundsfrage

die dermalige Radicate Regierung welche die Geistlichkeit und einen grossen Theil des Volkes gegen sich hat sich nicht länger halten und muß einer besser Gesinnten Platz machen. Ist dieses gelungen dann kann die Sperre sollte dieselbe erforderlich seyn eintreten, und dadurch der gesunde Sinn des Volkes durch das gefährdete und gedrückte Inter­esse so vieler, gewecket, die besseren sich zu Ermannen und zu handeln bewogen, dadurch die Schweitz gerettet, und die Entwürfe des alle Nachbarländer bedrohenden Radicalismus und Commismus vereitelt werden. * 2. Hofrat Frh. v. Werner an Erzherzog Johann1. Wien den 7. Juli 1846. Von der indem huldvollen Schreiben vom 28. Juni mir zugekommenen Erlaubniß, Ew. K. H. vorkommenden Falles statt des Fürsten Staats­kanzlers schreiben zu dürfen, bin ich in der Lage, früher als ich es mir gedacht hatte, u. z. schon heute Gebrauch zu machen. Die Sache betrifft die Schweitz und werden E. K. H., wovon die Rede ist, aus der Anlage3 zu ersehen geruhen. Der Fürst — der inmitten seiner Geschäfte mir den ehrenvollen Auf­trag an Höchstdieselben zu schreiben, in Benützung des eigenen gnädigen Anerbiethens E. K. H. übertragen hat — würde sich sehr glücklich schätzen, Höchstdero Ansichten zu kennen a) Uiber die Frage an? nämlich in wie weit es als gut u. thunlich er­schiene, dem Wunsche der kleinen Cantone um Uiberlassung eines Generals zu entsprechen? b) im Bejahungsfälle über die Frage quomodo? nämlich unter welchen Modalitäten u. Vorsichten gedachte Uiberlassung Statt zu finden hätte? endlich c) Uiber die Auswahl des Individuums. — Ein Tiroler Partisan — wie z. B. der verstorbene Gl. Schneider — würde dem Fürsten Metternich, in thesi, vorausgesetzt er ist dabei klug und verständig, als der allein 73 1 W. St.-A., Schweiz-Varia, F. 323, Abschrift. * Abschrift eines Briefes vom Hofrat Friedr. Hurter d. d. Sigmaringen, 27. Juni 1846, worin dieser auf Wunsch des Luzerner Schultheißen Siegwart-MüIIer anfragte, ob die k. k. Regierung geneigt wäre, dem Sonderbunde für den Fall, daß er von den radi­kalen Kantonen angegriffen würde, einen k. k. General zu überlassen. Das Original des Briefes im W. St.-A. a. a. O.

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