Hidrológiai Közlöny 1963 (43. évfolyam)

4. szám - Aufsätze des Wissenschaftlichen Komitees für die Fertő-See (Neusiedlersee) Forschung

356 Hidrológiai Közlöny 1963. 4. sz. Aufsátze für die Fertő—See Forschung bestandig, sondern besteht aus mehr oder weniger Arten in Abhángigkeit von den Schwankungen des Seewasserstandes. Im Jahre 1927, als der Seewasser­Htand genügend lioch war, konnten 28 Arten wahrend in 1934, bei niedrigein Wasserstand, nur 1(5 Arten ausgewiesen werden. Sicher ist es anzunehmen, dass es auch solche Zeitperioden gab, in welchen an den Síid­teilen des Sees nur einige Tndividuen von Arten mit hohen Duldungsgrenzen ihr Dasein fristeten, dagegen, als der Wasserstand des Sees wieder zu steinen anfing bevölkerte sich sein Wasser schnell von neuem. Nach Beobachtungen des Verfassers habén die im Neusied­lersee herrschenden aussergewöhnlichen Verháltnisse bei keiner der vorkommenden Fischarten zu einer von der Stammart abweichenden Differenzierung geführt. l)em­gegenüber waren genug viel Entartungen ausweisbar. Verfasser beschreibt dann noch ausführlich die Fischfauna der in der Umgebung Soprons noch vor­kommenden Gewasser (Rákosbacli, Krebsenbach, Gross­teichmühle). Als Beendigung seiner Arbeit fasst er jene wichtigeren Aufgaben zusammen, deren Durchführung nach seiner Ansicht zur Erhöhung des Ertrages der Fischerei unbedingt notwendig ware. Unter anderen halt er die Wiedereinführung des Fischfanges mit Reuse für empfehlenswert. Es ist ferner unerlásslich wichtig, das Lebewelt des Neusied­lersees genau, ausführlich und fortwahrend zu studieren und beobachten, ausserdem über die Zahl der heraus­gefangenen Fische genaue Aufzeichnungen zu führen. Die Laudwirtsehafl der Umgebung des Neusiedlersees L. Vaskuli und J. Zatykó Die Moorwelt der Umgebung des Neusiedlersees hat den hier frühzeitig zur Niederlassung verleiteten Völkern einen Schutz verliehen. Die anfangs Fischer­und Jagdvölker erreicliten raseh eine hohe, ausgezeich­nete landwirtschaftliche Kultur, weil ihnen die Nahe der Markt und Handel der westlichen Grosstadte erstklassige Gegebenheit dazu bot. Zu den oben angefülirten Gegebenheiten schloss sich spater vorteilhaft das Beispiel und das hohe Niveau der Landwirtschaft der lokálén Grossgrundbesitze an. Nach dem zweiten Weltkrieg nahmen nach diesen Bei­spielen auch die vielen kleinen Bauernbetriebe ihren Weg. Trotz ihrer Gesehicklichkeit bestatigte sich docli die Unmöglichkeit, das Niveau der Vorfaliren erreichen zu können, bis die Grossbet.riebswirtschaften der Pro­duktionsgesellschaften nicht geboren wvirden. Diese neue Möglichkeit ist eine Verheissung dafür, dass die Wirtseháft in ihren Ergebnissen, in ihrem Niveau die alte überfiügeln wird. Ausser der modernen Chemie, den Mechanisierungsmöglichkeiten und der durch die Investigationen dargebotenen Hilfe unterstützt diese Bemühungen noch ein Forschungsinstitut von euró paischem Ruf, welches in Fertőd seinen Sitz hat. Das Forschungsinstitut hat landwirtschaftliche Pfanzenveredlungs-, Gartenbau- und pflanzenphysiolo­gisehe Abteilungen im Betrieb. Von den veredelten Pflanzen sind die bedeutsamsten : der rostfreie Herbst­weizen F 293, der rostfreie Friihjahrsweizen F 100, die gegen Mahltau widerstandsfahige Frühjahrgerste, der Rotklee M, der Fertőder Herbstrepskohl und die anderen landwirtschaftlichen Pflanzen, Die Nutzbarmachung des Neusiedlersees und Fragen der Schilfforschung L. Staár Das Gebiet des Neusiedlersees liegt zum zwei­drittel Teil auf österreichischem und zum ein drittel Teil auf ungarischem Gebiet. Ungarischerseits ist das Hauptziel in erster Reihe die Nutzbarmachung der Schilfbestande, wahrend von österreichischer Seite gibt man den Vorzug der Frage der Badeangelegenheiten und des Wassersports. Die neuzeitliche Scliilfproduktion verlangt ent­sprechend den bisherigen Versuclien eine reichliche und viel Oxygen enthaltende Wasserbedeckung, welche einen Mehrertrag von 15% ergibt, ausserdem die Zurückverschilfung eines Sodabodengebietes von 1800— 2000 .Toch zur Folge hátte. Mit Rücksicht auf diese Interessen ware ungarischerseits wahrend der Vegeta­tionsdauer ein entsprechend grosser Wasserstand not­wendig, zur Erleiehterung der Sehilfernte und zur reicheren Einsetzung der Frühjaljrsvegetation aber ein um etwa 50—70 cm verminderter Wasserstand erwiinscht. Die Abweichung von einer jáhrlichen Nieder­schlagsmenge von durchschnittlich 700 mm beein­trachtigt die Wasserstandshöhe sehr und ist in Trocken­perioden die vorteilhafte Wasserbedeckung nicht er­ganzbar, so ware eine Auffüllung des Sees notwendig. Für diesen Zweck ware der Plan des Kandidaten Zoltán Károlyi am entsprechendsten, der bei Rajka vom Wasser der Mosoner (Wieselburger) Donauarmes 15 m 3/sec. Wasser in einem 48 km langen Kanal zwischen Podersdorf und Weiden in den Neusiedlersee abzuleiten plante ; diese wiirde ím See die dort befindliehen schadlichen Salze im Laufe einiger Jahre auswaschen und dadurch könnten die sich neben dem Hanság­Kanal (W Taasen-Kanal) befindliehen Gebiete auch be­wassert werden. In niedersclilagsreichen Jahren könn­ten die Überschussgewasser durch den Hanság-Kanal abgeleitet werden. Auf Grund der Versuche gibt das im Monat Juli geschnittene Grünschilf einen um 25% kleineren Ertrag, wahrend das in aufeinander folgenden Jahren grün geerntete Schilf verkümmert. Bei der Ernte des für die Industrie geschnittenen Schilfes zeigte sicíi bei dem im Monat April durchgeführten Schnitt ein Rückfall von 15—20%, darum muss der Schnitt im Monat Márz beendet sein. Bei dem Maschi­nenschnitt ist erfahrungsgernass dahin zu streben, dass der Druck auf 1 cm 2 den Betrag von 5—6 dkg nicht überschreite, weil im Falle eines grösseren Druckes die Risomen springen, faulen und im Ertrag findet ein ernster Ausf'all statt. Der Abtransport- des Schilfes ist rnit engmasehi­gen Pfluggraben gelöst, nur muss man danaeh trachten, dass das geerntete Schilf bis zum Anfang des W Tarme­eintrittes, bis Mitte Mai, zum Ufer gelange, weil der starke Feuehtigkeitsgehalt den Faulvorgang des Schil­fes beschleunigt. Die Parasiten des Schilfes verursachen ernstere Schaden und darum bildet die Beobachtung des Lebens der Parasiten und die Verteidigung gegen diese den Gegenstand der Forschung.

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