Hidrológiai Közlöny 1953 (33. évfolyam)

7-8. szám - Kivonatok

320 Hidrológiai Közlöny. 33. évf. 1953. 7—8. sz. Kivonatok trolliert werden und es wáre bis zu einer zehnfachen Verdünnung das Absetzen, bezw. die Zurückhaltung in einem Regenwasser.becken vorzuschlagen. Aus dem Kanalnetz der Stadte der ungarischen Tiefebene kann das Abwasser in den meisten Fallen — bei Hoehwasser ausnahmslos — nur xnit Hilfe von Pumpen in den Vorfluter gelangen. Zur Hebung sind im allgemeinen zweckmássig Abwasser-Kreiselpumpen mit senkrechter Welle anzuwenden. Vor der Hebung muss das Abwasser durch Rechen, oder einen Kommi­nutor durchgelassen werden. Oft ist auch eine Zwi­schenhebung notwendig, meistens in der Stadtmitte, vvo die Reinigung des Rechens und die Entfernung des Rechengutes mit grossen Unannehmlichkeiten ver­bunden ist. Auf sandigem Boden sind auch bei einem Trenn­system Sandfánge notwendig. Im Falle eines Misch­systems müssen die Kláranlagen für einen um 20% grösseren biochemischen Oxigen-Bedarf, die biologische Reinigung für die dreifache und das Absetzen für die fünffaehe Wassermenge bemessen werden. Die Verwertung der Faulgase ist schon bei 20 000 Einwohner wirtschaftlich. Im Falle elektrischer Ener­gieerzeugung wird somit der Betrieb der Einrichtung von dem langen Strompausen ausgesetzten Netz unab­hangig gemacht. Die Gasmenge kann durch das Mit­verfaulen von Abfallen der Landwirtschaft und Vieh­zucht erhöht werden. Bei der Verwertung der geklárten Abwasser für Landbewasserung sowie des ausgefaulten Schlammes für Düngungszwecke, müssen die Gesichtspunkte der Landwirtschaft und des Sanitatswesen berücksichtigt werden. In Betracht auf die Keimzellen des Darmwur­mes ist das Ausfaulen des Schlammes bei wenigstens 55 Grad Temperatur, oder eine nachtrágliche Heissluft­behandlung bezw. Kompostierung desselben wünschens­wert. Neben der landwirtschaftlichen Bewásserung muss auch Bodenfilter. oder eine biologische Reini­gungmögüchkeit eingestellt werden. Das geklarte Abwasser kann von den Krankheits­tragern auch durch Sandfilter befreit werden. Im Falle eines ganz kleinen Vorfluters ist eine Nachbehandlung mit einem Sandfilter oder Fischteich wünschenswert. Wasserversorgung unserer Stadte in der Tiefebene Stefan Holló Cca 64% der Stadtbewohner Ungarns (mit Aus­nahme von Budapest) leben in den über 10 000 Seelen zahlenden Gemeinden und Stadte der Tiefebene. An denselben Orten geniesst jedoch blos ungefahr 10% der Einwohner das Wasser der zentralen Wasserleitungen. Unsere Heimat wird nun zu industriellem Agrar­lande und wird sich' demzufolge besonders die bisher vernachlássigte Industrie unserer Stadte in der Tief­eljene und dementsprechend auch die Zahl der Ein­wohner erhöhen. Die Bauernschaft überging in das sozialistische Produktionssystem. Es entstanden bereits mehrer grössere landwirtschaftliche sozialistische Stadte und werden solche auch in der Zukunft ent­stehen. Aus diesem Grundé muss man sich natürlich intensiver mit der Trinkwasserversorgung der Stadte in der Tiefebene befassen. Nach Besprechung der. Ent­wicklungsmöglichkeit der vorhandenen Wassersysteme der Stadte Debrecen, Szolnok, Szeged und Kecskemét, folgt die Besprechung der technischen Vorbedingungen bezw. der Rohrleitung der Stadte Békéscsaba, Hódmező­vásárhely, Nyíregyháza. Im zweiten Fünfjahrplan ist der Ausbau mehrerer in Schwebe befindlichen Zentral­Wasserwerkprojekte zu erwarten. Die Brunnenhöhle von Cserszegtomaj A. Leel-Össy Eine der interessantesten Höhlen Ungarns ist die Brunnenhöhle von Cserszegtomaj, cca 4 km von Keszt­hely entfernt. Diese wurde 1930 im Forschungswege in einer Tiefe von 51 m entdeckt. Sie hat zur Erdober­fláche keinen Ausgang, und ist nur durch eine enge Brunnenschacht zu erreichen. Die Höhle ist schwer zu begehen, sie besteht aus engen und niedrigen wage­rechten Gangén, die ein verwickeltfes Labyrint-System bilden. Nur das Gewölbe der zwei kleineren Kuppel­sálen eireicht die Höhe von 4 Meter. Die Gesamtlánge der Gangé kann mehrere hundert Meter belaufen, es gelangte jedoch bisher nur ein kleiner TeiI derselben zur Aufschliessung. Die Brunnenhöhle hat sich auf der Grenzlinie der Obertrias, Hauptdolomit und der unteren pannonischen Sandschichten gebildet. Jeder Wahrscheinlichkeit nach ist diese Schachthöhle durch einstige Thermalwasser am Ende der Pliozen zustandegekommen, welche durch Bruchlinien auf die Oberfláche brachen. Der thermal­wasserige Ursprung wird durch die starke Zerstaubung des Dolomit, durch die Durchkieselung der Sandsteine, durch die Mineralformation hydrothermalischer Her­kunft (Gips, Geisirit, Limonit) und durch den ver­wickelten Grundriss der Höhle bewiesen. Aus hydrogeologischem Gesichtspunkte wird die Brunnenhöhle besonders dadurch wertvoll, dass sie den alleráltesten Aufbruchs-Ort des Urzustandes des heuti­gen Thermalwassers von Héviz anzeigt. Es kann auch aus den in der Umgebung der Höhle auch auf der Oberfláche vorfindbaren thermalwasserigen Spuren fest­gestelll werden, dass sich das Ur-Thermalwasser im Laufe des Pleistozen lángs der stufenartigen Bruch­linie, welche das Keszthelyer Gebirge von westlicher Seite begrenzt, stufenweise nach Südwest verschiebte und immer auf niedrigerer Flache aufbrach, wie z. B. die öffnung des Brunnenschachtes (182 m über den Meeresspiegel), Bikedhegy (181 m), Dobogókő (145 m), der heutige Que'.lensee (117 m). Dies ist mit den successiven Sinken des Terrains zu erklaren. Der heutige Quellensee hat sich wahrscheinlich im Zusam­menhange mit dem Einsinken des Balaton-Beckens in der Neu-Pleistozen-Zeit gebildet. Es ist wahrscheinlich, dass sich die Brunnenhöhle unter ihrem heutigen Niveau noch in bedeutender Tiefe fortsetzt, die tiefer untén liegenden Gánge sind aber mit Dolomit-Staub und Schutt verstopft. Es würde sich lohnen auch diese aufzuschliesen und aufzuforschen. Hiedurch würden wir zu der Entwickelungsgeschichte des Ur-Thermal­wassfers noch neuefe Daten gewinnen und würden da­durch die heutige Láge, sowie die Probleme unseres wertvollsten Heilwassers besser verstehen. Ausserdem verdient die Brunnenhöhle auch als eine seltene Frem­denverkehrs-Sehenswürdigkeit, ihre- Aufnahme. „HIDROLÓGIAI KÖZLÖNY" Felelős szerkesztő : Kovács György. Felelős kiadó : Solt Sándor. Kiadóhivatal: Nehézipari Könyv- és Folyóiratkiadó Vállalat Budapest, V., Nagy Sándor-utca 0. Távbeszélő : 111-091 19855/LD02 - Révai-nyomda, Budapest, V., Vadász-utca 16. — Készült 600 példányban. — Felelős vezető : Nyáry Dezső.

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