Hidrológiai Közlöny 1950 (30. évfolyam)
11-12. szám - Értekezések - Halász Márta dr.: Das Vorkommen des Mastigocladus laminosus Cohn
Miholic machte bezüglich die Thermen vom Mastigocladus Typus die Feststellung (1935), dass dieselben auf Grund ihrer geologischen Vorgeschicbte und ihrer Entstehung als paleokren zu betrachten sind : ihre Besiedelung eríolgte in álteren geologischen Zeitaltern. Die juvenileen Thermen werden von ihm auf diese Weise zu den paleokrenen, die vadösen zur Gruppé dei neokrenen gestellt. (Einteilung von Suess, 1902.) Im Sinne dieser Annahme sind die Heissquellen vom Mastigocladus laminosus Typus als juvenilen Ursprunges zu betrachten. Wenn man hingegen die Thermen des Karpathenbeckens in Betracht zieht, so findet man, dass von jenen Thermen, in denen Mastigocladus vorkommt, keine einzige juvenil ist, sondern auf Grund ihres Aufbaues, nach der Einteilung von Suess gemischten Charakter aufweisen. Ihrem geologischen Aufbaue nach liandelt es sich um triassische Kaik- oder Dolomitgesteine, wie z. B. die Quellen am Budapester Gellértberg, jene von Kroatien (Daruvár, Topusko, Stubicza), von Pöstyén (Piestany), Trencsénteplicz ; beziehungsweise handelt es sich um Schic fer aus dem Lias : Thermen von Herkules fürdő. Die Heissquellen auf der Insel Margitsziget (Budapest) und in Harkányfürdő entspringen aus Bohrlöchern, bei dem Letzteren # lasst sich voraussetzen, dass das Wasserbassin triassisch ist, mit anderen Worten, dass in der Wasserversorgung das Grundgestein (triassischer Kalkstein) des ráchsten Berggibietes anteilnimmt. Die ursprünglich juvenilen Gewá;ser kommen, bevor sie an den Tag treten, mit kalteren, vadösen Gewássern, oder mit Karstwassern in Verbindung. Die Einteilung von Miholic íásst sich demnach bei unseren Thermen nicht anwenden. Auch in chemisclier Beziehung findet man keinen Unterschied : die Thermalalge Mastigocladus laminosus kommt hier in einfachen, oder erdalkalischen Heissquellen, wie Budapest—Gellértberg, Daruvár, Topusko geradeso vor, wie in schwefelhaltigen wie z. B. von Budapest—Margitsziget, Pöstyén, Trencsénteplicz, Herkulesfürdő, Harkányfürdő. Eine besondere Aufmerksamkeit gebührt dem Gánóczer Vorkommen. Sollte es sich hitbei tatsáchlich um Mastigocladus laminosus handeln, welche hier nach der Feststellung von J. Vilhelm (1924) in lauwarmen Wasser (22° C.) glacialen Ursprunges vorkommt, darf man annehmen, dass dieselbe auch aus anderen áhnlichen Thermen álterer geologischer Herkunft, wie etwa Esztergom, Eger, Tapolcza, Diósgyőr, Tata etc. nicht fehlt. Nach meinen soziologischen Aufnahmen in Harkányfürdő (1949) kommt die Alge zwar auch bei niederer (27° C.) Temperatur vor, doch tritt der Vorteil der günstigen Temperatur von 32—42° C., sowohl was die Menge, als auch Vitalitát anbelangt, zu Tage. Wáhrend das Vorkommen bei 42° C. mit der Deckungszahl = 5 gekennzeichnet werden kann, fállt diese Zahl bei 32° C. auf = 1 herunter, um bei 27° C. auf spárliche Fragmente von Fádén zu schrumpfen. Die Menge fiel alsó im gleichen Verliáltnis zur Temperatur herab. Bei Drávaszabolcs, in dem von Harkányfürdő zur Hanffabrik führenden Kanal, wurde zwar das Vorkommen bei 25° C. notiert, es muss jedoch bemerkt werden, dass diese niedere Temperatur nur eine zeitweilige war, da ansonsten der Zufluss des heissen Wasseres von 50° C. ein stándiger zu sein pflegt und nur für einige Monate (zur Zeit der Untersuchung) eingestellt wurde. Die Alge erhielt sich an dieser Stelle auch nach Abkühlen des Wassers. Gerade deshalb ist die Angabe von Vilhelm bezüglich des Gánóczer Vorkommens auffallend, da es möglich ist, dass es sich hiebei um eine physiologische Rasse handelt, oder aber es ist denkbar, dass aus früheren geologischen Zeiten, als das Wasser wármer gewesen war, eine Form zurückgeblieben ist, die sich dem seither abgekühlten únd lauwarm gewordenen Wasser langsam angepasst hat. Dass die Ausbildung der pflanzlichen Mikrovegetation der verschiedenen Thermen nicht nur von der Temperatur abhángt, sondern, dass dabei auch andere (chemische, quellengenetische, geologische etc.) Faktorén mitspielen können, wird durch die Beobaehtung bewiesen, dass die Mikrovegetation der einzelnen Thermen obzwar dieselben gleicher Temperatur sein mögen, eine verschiedene Mikrovegetation besitzen und auch Mastigocladus laminosus nicht in jeder, der Temperatur nach entsprechendcr Therme gefunden werden kann. Auch die Frage der Ansiedelung ist von Wichtigkeit, die einer Lösung wartet. Es ist z. B. möglich, dass in den neuestens eröffneten Heilquellen die wichtigsten Thermalorganismen fehlen. In den Karpathenbecken fállt z. B. auf, dass in Hajdúszoboszló, wo die Heilquelle von 74° C. durch Tiefbohrung erschlossen wurde, E.Kol in 1926 (Ko<, 1932) unter den 23 verschiedenen Gyanophyceen Mastigocladus lamionsus nicht vorfand. In Csokonyav sonta (Kom. Somogv) wo ebenfjlls Tiefbohrung Heissw sser von 74° C emporlvachte konnte (E. Gréczi 1950. 83. Vortr gssitz d. Ung. Bo an. Ges.) Mastigocladus laminosus n'cht nachgewiesen werden. Ein ahnlicher Fali wurde in Katlanovo (Südserbien) verzeichnet. (Vouk, 1937.) Woronikhin machte die Feststellung, dass in der Heissquelle Kabardinskij (Provinz Pjatigorok) welche nach dem Erdbeben von 1921 entstanden ist (Woronikhin, 1929), Mastigocladus laminosus fehlt, obzwar das Wasser 37° C. warm ist; die Menge der Gyanophyceen betrágt nur 1/ 3 Teil der Mikrovegetation in Verháltnis zur Menge der Diatomeen. Es wáre nötig zeitweise zu bestimmen, wie die Mikrovegetation wechselt, das heisst, wie sie sich mit der Zeit entwickelt hat. Von Zeit zu Zeit wáre es alsó nötig, die sich ansiedelnden Organismen zu untersuchen. Allenfalls gehört dem Mastigocladus laminosus Typus die eigenartigste Vegetation an und die wichtigste Aufgabe ist, mit weiteren biologischen Untersuchungen zu bestimmen, inwieweit das Erscheinen des Mastigocladus laminosus Typus mit den fizikalischen, chemischen, geologischen, quellengenetischen und andern Eigenheiten der Thermen in Zusammenhang steht. 442-