Hidrológiai Közlöny 1937 (17. évfolyam)

Papp Ferenc dr.: Die warmen Heilquellen von Budapest

84 Ferenc Papp des Wasserweges bis zum oberen Ende des aufsteigenden Quell­astes erreicht werden könnte. Auf dem Wege durch die der Boden­oberfläche näherliegenden Schichten tritt nämlich unter dem Ein­fluss der äusseren Temperatur, sowie der beitretenden Sicker­wasser (vadoser Wasser) eine Abkühlung des Quellwassers ein, ausserdem ist die Überwindung des erhöhten Widerstandes dieser wassertragenden Schichten mit mengenmässigem Wasserverlust verbunden, so dass die Ergiebigkeit am Quellorte geringer als am Endpunkte des aufsteigenden Astes ist. Nach einer, im vorigen Jahrhundert aufgekommenen Ansicht entstehen unsere Thermalquellen, bezw. werden gespeist durch ver­sickernde Niederschlagswasser, die sich in den tiefen Erdschichten erwärmen und von dort durch hydrostatischen Druck wieder an die Bodenoberfläche befördert werden. Sie sind demnach „vadosen" Ursprungs. Vertreter dieser Auffassung sind: Szabó (1, a). Molnár, Zsigmondy, Böckh (2,3« i ) und neuestens L. Mádai (3). Szabó nennt die Ofner Thermalquellen sehr treffend „natürliche Springbrunnen" (1, b„ 2), d. h. natürliche artesische Brunnen. Diesen geistreichen Vergleich hat 50 Jahre später ganz aus eigenem auch Imbau (4) gemacht und er wird seither häufig angewendet. Ganz entgegengesetzte Erklärung gibt die Suess'sche Theorie. (5). Nach dieser können Thermalquellen auch durch Entgasung vulkanischer Tiefenmassen erzeugt werden, in welchem Falle es sicli um ein Wasser handelt, welches zum ersten Male an der Ober­fläche erscheint. Dieses Wasser wird von Suess juveniles Wasser genannt. Es ist gekennzeichnet durch beständige Temperatur, pul­sierenden Ausfluss wobei Gase entweichen. In der Nähe solcher Quellen findet man als Zeichen früherer Heisswasseraufbriiche Hornstein- und Quarzitlager. Anhänger der Suess'schen Theorie ist L. Jaczevszky (6), der seine, während eines verhältnismässig kurzen Aufenthaltes in Budapest gemachten Beobachtungen mit an einigen sibirischen und kaukasischen Quellen gemachten Wahr­nehmungen vergleicht. Nach Jaczevsky gehört zu den von Suess bestimmten Eigenheiten der juvenilen Aufquellungen auch gleich­bleibende Ergiebigkeit. Leider hat er an den Budapester Thermen keine systematischen Untersuchungen angestellt, er hat nur Gedan­ken aufgeworfen, auf Möglichkeiten hingewiesen, ohne die Berei­nigung der Entstehungsfrage unserer heissen Quellen durch syste­matische Forschung forwärtsgebracht zu haben.

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