Hidrológiai Közlöny 1932 (12. évfolyam)

Kessler Hubert: Die Aggteleker Höhle: ein 20 km langes unterirdisches Entwässerungssystem

78 Hubert Kessler Die Begehung der Wasserschwinden konnte nicht erzwungen werden, nachdem diese sich nach unten bis auf 10—15 cm Durchmesser verjüngten. Hier 'konnten also nur Färbeversuche eine Lösung des Problemes herbeiführen. Die grössten Schwierigkeiten bot die Begehung des zweiten Höhlenbaches, des „Stix". Er war schon an der Erschei­nungsstelle so tief, dass ich bis an die Hüften im eiskalten Wasser waten musste; nach etwa 100 m kamen kleine, durch Sinterwannen gebildete Dämme, die überklettert wurden. Äusserst unangenehm war der schlüpfrige Lehmboden, der den Grund des Baches bildete und das Gleich­gewicht ständig gefährdete. Der Querschnitt des Ganges wurde immer kreisrunder und nahm ein typisches „Druckerosionsprofil" an. Bei 300 m reichte das Wasser schon bis an die Brust und die Kälte machte sich unangenehm fühlbar. Ein Nebenbach wurde auch entdeckt, konnte aber nur bis cca 50 m verfolgt werden. Das Gewölbe neigte sich immer mehr herunter, bis es bei 380 ut ganz den Wasserspiegel erreichte und ein Weiterdringen unmöglich machte. Hier konnte also nur mehr ein vollständiger Taucheranzug helfen. Eine andere Möglichkeit könnte sich noch durch eine künstliche Senkung des Wasserspiegels ergeben. Dies wäre durch die Vergrösserung des Bachquerschnittes und durch Abhauen der kleinen Sinterdämme zu er­reichen. Diese Arbeit müsste aber auf eine nächste, noch besser aus­gerüstete Expedition verschoben werden. Die zweite Expedition erwies sich umso notwendiger, je mehr die Wahrscheinlichkeit in den Vordergrund trat, dass die grosse, bei Hosszu­szó (Hosusovo) auf tschechischem besetztem Gebiet 1926 entdeckte Höhle ein System mit der Aggteleker Höhle bildet. In dieser Höhle („Domica") fliesst nämlich auch ein Höhlenbach in Aggteleker Richtung. Dieser Höhlenbach konnte jedoch trotz grösster Anstrengung deutscher und tschechischer Höhlenforscher nicht bis an sein Ende verfolgt werden. Mitte August dieses Jahres war ich in der Lage auf das beste aus­gerüstet die im Winter begonnen Forschungen fortzusetzen. Gleich am ersten Forschungstag ging ich im unterirdischen Bach­bette bis zur Stelle wo das Gewölbe bis zum Wasserspiegel reicht und einen „Syphon" bildet. Der Wasserspiegel war seit dem Winter nicht gesunken, es blieb also nichts anderes übrig, als den obersten Sinterdamm mit der Spitzhaue zu durchschlagen und den Abfluss des Wassers zu beschleunigen. Dieses machte ich auch bei den fünf unteren Dämmen und erreichte tatsächlich, dass sich der Wasserspiegel um einige cm senkte, doch reichte dies noch immer nicht um unter dem Syphon durch zu kommen. Am nächsten Tage gingen wir zu weit (mit J. Sandrik, Eger) in das Wasser, um die Dämme noch tiefer durchzuschlagen, was.

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