Hidrológiai Közlöny 1924-26 (4-6. évfolyam)

Szakosztályi ügyek - Évzáró ülések és szakülések 1924., 1925. és 1926-ban

ÜBER DIE JODHALTIGE THERME VON HAJDÚSZOBOSZLÓ, KOMITAT HAJDÚ, UNGARN 137 ÜBER DIE JODHALTIGE THERME VON HAJDÚSZOBOSZLÓ, KOMITAT HAJDÚ, UNGARN. Von Prof. FR. SCHAFARZIK BUDAPEST.* (Mit zwei Fig. im ung. Text.) Hajdúszoboszló, die ungarische Alföld-Stadt an der Kösélyér mit 18.000 Einwohnern, etwa 10 km SW-lich von Debrecen, an der nach Karcag und Szolnok zur Theiss führenden Strasse und zugleich auch auf jener Quer­linie gelegen, die die gegen die vulkanische Kette des Vihorlát-Guttin-Gebirges vordringende Bucht vom eigentlichen grossen Becken des Alföldes abschneidet. Seine Höhenlage beträgt 96 m ü. d. Adr. Meer. Auf dem Gebiete dieser Stadt ereignete es sich, dass zu Ende Oktober des verflossenen Jahres durch eine Tiefbohrung der staatlichen Kohlenwasserstoff-Forschung eine auffallend reiche Therme erschrottet wurde. Die bergbauliche Aktion des k. ung. Finanzminis­teriums wurde anfangs von dem damaligen stellvertretenden Staatssekretär Dr. HUGO von BÖCKH geleitet und steht gegenwärtig unter der Leitung des Ministerialrates in Finanzministerium FRANZ BÖHM. Bei Hajdúszoboszló wurde die III. staatliche Tiefbohrung nach den durch Dr. DESIDER PÉKÁR , Ministerial­rat und Leiter der geophysischen Expositur vorgenommenen gravimetrischen Vorerhebungen durch den Obergeologen und Oberbergrat Dr. FRANZ PÁVAI VAJNA auf Grund seiner in der diluvialen Decke, an den von ihm ent­deckten schwachen Faltungen unternommenen Einfaltsmessungen ausgesteckt und zw. an der NO-lichen Lisiére der Stadt, auf dem gegen SW spitz aus­laufenden Grunde, der zwischen den „Bänom"-Gärten und der Debrecener Landstrasse gelegen ist. Die Bohrung wurde auf Erdgas geplant und die zu erreichende Tiefe auf 600 m angesetzt. Als Bohrzeug hat man sich für eine TRAUZL'sche Rapid­bohrgarnitur entschlossen. Bei der erwähnten Tiefe erwies es sich aber wünschenswert weiter bohren zu lassen, zu welchem Zweck eine FAUCK'sche Garnitur zur Anwendung kam. Diese Bohrung erreichte bei 458 mm Anfangs­durchmesser nach 9-maIigem Röhrenwechsel und zum Schluss mit einem auf 138 mm reduzierten Bohrer die nicht geringe Tiefe von 109087 m. Da seit der Inangriffnahme (am 14. Dezemb. 1924) bis zur Einstellung der Weiter­bohrung (am 26. Okt. 1925), im ganzen 317 Tage verstrichen sind, und von die­sen rund 100 Tage zum Austausch der Bohrausrüstung notwendig waren, sind auf die Bohrung selbst bloss 217 Tage entfallen, also bloss etwas über 7 Monate­Angesichts dieser sehr beachtenswerten Leistung drängt sich uns unwillkür­lich ein Vergleich mit der 970-48 m tiefen artesischen Bohrung im Budapester Stadtwäldchen auf, deren Ausführung dem Altmeister Ing. WILHELM ZSIGMONDY bloss nach Überwindung von zalreichen, seither umgehbaren Schwierigkeiten erst beinahe nach 10 Jahren (15. Novemb. 1868-16 Mai 1878) gelungen ist. Das bunte Bild, das uns die Betrachtung des Schichtenprofiles der * Vortrag, gehalten in der Hydrologischen Fachsektion d. Ung. Geol. Gesellschaft am 19. Dezemb. 1925.

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