Hidrológiai Közlöny 1922 (2. évfolyam)
Szakosztályi ügyek - Évzáró ülés és szakülések
HYDROTERMALE GESTEINSMETAMORPHOSE IM BUDA-PILISER GEBIRGE 147 Gehalt und ausserdem noch sämtliche silikatisch gebundenen Basen ausgelaugt wurden, so dass ein ziemlich reines Kieselsäure-Aluminiumoxyd-Hydrat zurückblieb, oder ob : b) die empordringenden überhitzten Wässer präformierte Halloysit-Substanz aus der Tiefe mitbrachten, welche im Wasser als kolloide Lösung (Sol) der komplexen Alumokieselsäure vorhanden war und an der Basis der Mergel auskoagulierte oder aber eventuell im Wasser als Suspension schwebte und an der Mergelkappe quasi abfiltriert wurde, oder ob schliesslich : c) das im aufsteigenden Wasser enthaltene Kieselsäurehydrat und das aus dem silikatischen Anteile des Mergels durch die aufschliessende Wirkung des mit CO2 und anderen Gasen gesättigten Wassers freigewordene Aluminiumoxydhydrat auf einander wirkten und durch gegenseitige kolloidchemische Füllung in situ die Halloysitschichte und die Malererde entstand. Am wenigsten wahrscheinlich scheint Fall a) zu sein. Wenn die Halloysitschichte und die Malererde nur ein Entbasungsrückstand des Mergels allein wären, so hätte der Mergel mehr als 70 °/ 0 a n Masse, nämlich den ganzen CaCOa-Gehalt und ausserdem noch die im silikatischen Anteil gebundenen Basen verlieren müssen. Der grosse Materialverlust würde offenbar eine sehr viel stärkere Zerrüttung der hangenden Mergelschichten verursacht haben müssen, als tatsächlich zu beobachten ist. Wenn man die Annahme sub b) macht, so müsste man sich den Vorgang so denken, dass der grösste Teil des vom Termalwasser in kolloider Lösung oder in Form einer Suspension mitgeführten Alumosilikates als Gel an der Basis der Mergeldecke koagulierte, so die reine Halloysitschichte bildete und teilweise auch noch den Dolomit imprägnierte, zum anderen Teile aber in den Mergel eindrang, dessen Substanz quasi metasomatisch austauschte und auf diese Weise sowohl die grünlichweisse, fettige eigenartige Schicht, in der noch Spuren der Mergelstruktur wahrzunehmen sind, als auch die Malererde erzeugte. Diese metasomatische Metamorphose des Mergels könnte aber auch durch den sub c) geschilderten Vorgang bewirkt worden sein und ich glaube sogar dass diese Annahme der Wahrheit am nächsten kommt, denn wir treffen ja über der reinen Halloysit-Schicht und auch inmitten der Malererde harte verkieselte Mergellagen an, welche Zeugniss davon ablegen, dass Kieselsäure aus der Tiefe entweder in kolloider wässriger, oder aber in alkalikarbonatischer Lösung zugeführt wurde. An jenen Stellen, wo der Silikatanteil des Mergels infolge der Einwirkung der gasreichen überhitzten Gewässer so stark „aufgeschlossen" war, dass die im emporsteigenden Wasser enthaltene Kieselsäure reaktionsfähiges freies Aluminiumoxydhydrat vorfand, bildete sich die Malererde und ganz an der Berührungsfläche des Mergels mit dem Dolomit, wo die Wirkung naturgemäss am stärksten war, die reine Halloysitschichte. Diejenigen Mergelbänke dagegen, welche nur ihren CaCO ; i-Gehalt einbüssten, dagegen im Silikatanteile noch intakt blieben, verkieselten bei der Umwandlung.