Hidrológiai Közlöny 1922 (2. évfolyam)
Szakosztályi ügyek - Évzáró ülés és szakülések
144 DR. EMIL SCHERF Die reine Halloysit-Schichte geht in ihrem oberen Teile allmählich in eine gelbbraune ockerige Schichte über, welche ebenso wie die untere Übergangszone etwa handbreit ist und welche noch Halloysitsubstanz, (aber kein Dolomitpulver mehr) enthält. Wenn man die zwei Übergangszonen zur reinen Gelschichte dazurechnet, übersteigt die Mächtigkeit der hailoysitischen Schicht Vi m. Über diesem Schichtenkomplex findet sich ein eigentümlich aussehendes, grünlich-weisses, fettig anzufühlendes Zersetzungsprodukt des Mergels von etwas meerschaumähnlichem Äusseren in der Dicke von 1—2 dm, an welchem die ursprüngliche geschichtete Struktur des Mergels in total veroxyd- und Kieselsäure-Hydrates mit mehr oder weniger Adsorptionswasser aufzufassen seien, wie dies nach den kolloidchemischen Untersuchungen von STREMME (188, 189, 191, 192, 194, 195, 197), WIEGNER (223, 224, 225), AARNIO (1, 197) und Anderen sehr wahrscheinlich geworden ist. Den Stand unserer Kenntnisse auf diesem Gebiete hat STREMME (193, 196) in ausgezeichneten kritischen Darstellungen zusammengefasst. Die hieher gehörenden Minerale unterscheiden sich von dem Kaolin, welches die konstante Zusammensetzung 2 Si O2 . AI2 O3 . 2 H2 O hat, einesteils dadurch, dass ihre Zusammensetzung sehr wechselnd ist, andererseits dadurch, dass sie in Salzsäure mehr oder weniger löslich sind. Der Grad der Salzsäurelöslichkeit kann aber auch bei ein ur.d demselben Material je nach Frische, Austrocknungszustand der Gele u. s. w. im Laufe der Zeit grossen Veränderungen unterliegen, ebenso auch die äussere Erscheinungsform der Gele. Im Allgemeinen ist es für alle diese Minerale charakteristisch, dass sie in frischem Zustande weich, aber nicht plastisch, (Unterschied von Kaolin), von seifen-wachsartiger Konsistenz sind und sich unter dem Mikroskope als mehr oder weniger kryptokristallin erweisen. Nachdem die physikalischen Eigenschaften bei ein und demselben Mineral veränderlich sind, daneben aber auch bei sämtlichen hieher gehörigen Spezies ziemlich ähnliche sind, ist man zu ihrer Unterscheidung sozusagen ausschliesslich auf das Mol.-Verhältniss Als O3 : Si O2 angewiesen. Man pflegt nach dem Vorgange von LE CHATELIER (107, 108) zu unterscheiden: 1. die A 11 0 p h a n-Gruppe (Al2 03:Si02 1:1), 2. die HalloysitGruppe (Ali O3 : Si O2 1 : 2), 3. die M o n t m o r i 11 0 n i t-Gruppe (AI2 O.i : Si O2 1 : 4). LE CHATELIER weist auf Grund seiner physikochemischen Studien dem A 11 0 p h a n und seinen Verwandten die Formel Si O2. AI2 Os. H2 O. Aq, dem Halloysit 2 Si O2. AI2 O3. 2 H2 O. Aq und dem M o n 1 111 o r i 11 o 11 i t 4 Si O2. Ab O3. H2 O. Aq zu, worin Aq diejenige wechselnde Menge an Adsorptionswasser bedeutet, welche ausser dem in der Formel figurierenden Konstitutionswasser noch vorhanden ist. Beiläufig bemerkt, ist der Wassergehalt gewöhnlich sehr schwer zu deuten; dazu kommt noch, dass besonders die älteren Analytiker kein grosses Gewicht auf Definition des Feuchtigkeitszustandes des zur Analyse gelangten Minerales legten. Es wird häufig garnicht angegeben, ob sich die Analysendaten auf bergfeuchtes, oder auf bei 100° C getrocknetes, oder aber auf in der Sammlung lufttrocken gewordenes Material beziehen. Abgesehen davon kommen auch innerhalb der angeführten Gruppen ziemlich grosse Abweichungen von den angegebenen Mol.-Verhältnissen AI2 O3 : Si O2 vor, was eben die Hauptstütze der kolloidchemischen Betrachtungsweise von STREMME (188, 192, 196) bildet. (Vgl. bezüglich dieser Fragen noch die Arbeit von HELMHACKER [83], sowie die Anmerkung 48 auf S. 163 vorliegender Arbeit). Die älteren Forscher, denen die Zustandsänderungen der Kolloidsubstanzen noch nicht bekannt waren, haben sehr oft von verschiedenen Fundorten stammende, im Wesentlichen gleiche Minerale, die aber verschiedene Stadien der Änderung ihres Kolloidzustandes erlitten hatten, auf Grund der dadurch bedingten Abweichungen in ihrem physikalischen Verhalten mit verschiedenen Speziesnamen belegt, welche heute eigentlich als unbegründet zu streichen wären. So z. B. sind die unter dem Namen Confolensit gehende Substanz von Cunfolens (Dep. Charente in Frankreich) mit AI2 O3 : Si O2 1 : 4-66 (BERTHIER 13,58;