Heves megyei aprónyomtatványok 19/J

A nagygombosi uradalom The estate at Nagygombos Die Domäne Nagygombos Das Barocke Hatvan Nur wenigen Menschen käme es wahrscheinlich in den Sinn, die auch heute noch vorwiegend für ihre Zuckerproduktion bekannte Stadt Hatvan mit der barocken Kunst in Verbindung zu bringen. Im mitteleuropäischen Jahr des Barock lohnt es sich vielleicht dennoch, auf die Denkmäler der barocken Kunst aufmerksam zu machen, die in Hatvan zu finden sind. Im Vergleich zu anderen Gegenden Europas war die Periode des Barock infolge der bis zum Ende des 17. Jh. andauernden Türkenherrschaft in Ungarn zwangsläufig kürzer. So entstanden auch in Hatvan in erster Linie im Zeitraum vom Beginn bis zu den 80er Jahren des 18. Jh. Kunstwerke im Barockstil. Die Kunst in der zur Diözese Vác gehörenden Stadt Hatvan wurde damals nicht von der Kunst des einflußreichen bischofssitzes Eger, sondern der Familie Grassalkovich entscheidend mitgestaltet. Hatvan war von 1730 an fast ein Jahrhundert lang im Besitz dieser, einer der wichtigsten Familien des Landes. Kammerpräsident Antal Grassalkovich galt als zweiter Mann im Staate und dessen größter Bauherr. Aus den Ruinen der Hatvaner Burg ließ er sein Schloß errichten, das ein charakteristisches Beispiel für den von ihm verbreiteten und nach ihm benannten französischen Typ ist. Das im Mittelteil durch ein Risalit mit Balkon hervorgehobene, von einer Kuppel bedeckte, mit U-förmig nach hinten greifenden Flügeln versehene Schloß wurde 1754 nach dem Muster des Schlosses in Gödöllő von seinem Hausarchitekten Ignác Oratschek erbaut. 1763 kamen die zum Hof hinaus führenden Flügel hinzu, ausgeführt vom Architekten der Domäne József Jung. Oratschek, der als kaum bekannter Polier aus Komárom in Ungarn auftauchte, wurde Grassalkovichs erster Architekt. Er leitete 1754 den Bau der St. Adalbert Kirche von Hatvan, die mit ihrer leicht konkaven Fassade an mehrere andere, von ihm auf den Grassalkovich-Besitzungen errichtete Kirchen erinnert. Solche Kirchen stehen beispielsweise in Kál, Jásztelek und Soroksár. Der Bauherr stellte die höchsten Anforderungen an die Raumgestaltung. Den einschiffigen, von drei tschechischen Kappengewölben überdeckten imposanten Innenraum ziert ein Grassalkovich-Wappen. Von der Ausstattung der Kirche verdienen einige Barockgegenstände für die Lithurgie, ein Meßgewand und ein 1762 gefertigtes, skulpturengeschmücktes Stallum aus dem Dom zu Pécs Aufmerksamkeit. Zu den Hatvaner Grassalkovich-Besitzungen gehörte auch die Domäne Nagygombos, wo noch heute genutzte, anspruchsvolle Wirtschaftsgebäude, Stallungen, ein Kornspeicher und mit Skulpturenschmuck verzierte Portale geschaffen wurden. Schöne Beispiele der Bildhauerkunst auf öffentlichen Plätzen und gleichzeitig für den Kult der Votivdenkmäler des 18. Jh. stehen auf dem heutigen Hauptplatz (damaligen Marktplatz) der Stadt. Aus Freude darüber, daß sie die Pestepimedie überstanden hatten, ließen die Bürger von Hatvan die Dreifaltigkeitssäule, und 1740 die St. Sebastian-Säule aufstellen. Der Bildhauer Antal Jäger schuf die Statuen, für Entwurf bzw. Ausführung des Sockels aber war Baumeister András Mayerhoffer verantwortlich. Sicher gibt es im Komitat Heves Städte, die reicher an Denkmälern der barocken Kunst sind, dennoch kann sich die Stadt Hatvan-dank des Wirkens der Familie Grassalkovich-vieler hervorragender und bedeutsamer Werke der Barockarchitektur rühmen, die es lohnt, einmal zu besichtigen. László Lengyel Készült a közép-európai barokk éve alkalmából MAGYAR Kb|p Np .ARIAN И1ТТ RLS A Barokk Hatvan Baroque Hatvan Das Barocke Hatvan

Next

/
Oldalképek
Tartalom