Házi Tájékoztató, 1940. október
1940-10-21 [1940]
Sze V/Mn /Fortsetzung der Genfer Blätterstimmen/ Solltender Türkei gegenüber Forderungen erhoben werden, so würde das Land zu den Waffen greifen. Über Russland schweigt die türkische Press© mit Ausnahme der Bemerkung de.s,,Haaber" wonach die deutschrussischen Beziehungen in eine delikate Phase zu treten beginnen. Laut einer Belgrader Meldung ' Jflew York Times sollen die meisten russischen Truppen von der kaukasischen Grenze zurückgezogen worden sein. Dieser Rückzug werde als eine freundliche Geste Moskaus der Türkei gegenüber ^ Bewertet. Die russisch-türkischen Beziehungen gelten für gebessert, obschon kein Abkommen getroffen worden sei* Der Korrespondent der Wesen Zürcher Zeitung /wg/ gibt aus Belgrad die dortige Auffassung Uber die Haltung der Türkei wider. Man sei in Belgrad überzeugt, dass die Türkei an ihrer bisherigen Politik festhalt? und den Frieden zu erhalten suchen werde, wobei sie auf die diplomatische Unterstützung Moskaus rechnet. In Belgrad glaubt man. dass die angekündigten russisch-tür kisehen Verhandlungen die Lage nicht verschärfen, sondern vielmehr dem Frieden dienen werden. Gerüchte über Verhandlungen zwischen Moskau, Ankara, Athen und Belgrad werden als unrichtig bezeichnet. Man sei sich allerdings bewusst, dass die Anwesenheit der deutschen Truppen in Rumänien und die in Vorbereitung stehende aussenpclitische Neuorientierung Bulgariens die Bewegungsfreiheit der Türkei einschränke, Auch werde mit einer baldigen Aufforderung der Achsenmächte sn die Türkei und an Griechenland gerechnet, eine klar/e Entscheidung Uber ihre aussenpolitische Haltung zu fällen. Edens Reise kbkinte diesen Prozess beschleunigen. Zu Jugoslawiens Haltung bemerkt der Korrespondent, dass es sich langsam an die neue Konstellation anpasse. Den Eindruck einer Veränderung in den Beziehungen des Landes zu den Achsenmächten gewinne man nicht in Belgrad. Die Reden des Ministe rpräsid ente n und des [Cri egsminis ters sollen sich auf die Aufrechterhaitung der territorialen Integrität von jugoslawischa-Mazedonien Bezogen haben, das ausserhalb der weiteren Revisionspolitiv auf dem Bal v an bleiben müsse. Sollten griechische Fragen aufgerollt werden, so sei die Haltung Jugoslawiens auf diese //eise bereits abgegrenzt, über Russland sei Jugoslawien enttauscht, Moskau habe nicht das erwartete Gegengewicht auf dem 3al v an zu der Achsenpolitiv gebildet; aus dem Drei ec v Rom-Berlin-MgsVau sei kein diplomatisches Gleichgewicht auf dem Bal v an entstanden. Russlands Interesse für den Balkan sei zwar unvermindert, aber durch die Anwesenheit der deutschen Truppen in Rumänien und aus Rücksicht auf Deutschland gehemmt. Die panslawi stis che Strr»~ mung sei in Jugoslawien in der letzten Zeit stark zurückgegangen. Nach zuständigen Informationen aus Moskau soll der Kreml seine Neutralitätspolitik so lange als mögli ch auf rechterhalten und de rr^Konfl i v t fern bleibe n wollen. Eine Londoner United Press-Meldung berichtet über ein dreifaches Londoner Dementi: Die Londoner griechische Gesandtschaft bezeichnet demnach als Unsinn die Meldung aus Kairo, wonach die Achsenmächte beeeits ins einzelne gehende Forderungen an Athen gestellt hätten* Die britischen Behörden erklären nichts über die. angebliche . Achsenfordsrrung ,. zu wissen, dass Griechenland die wirtschaftlichen Beziehungen mit Grossbritannien abbrechen solle. /Fortsetzung folgt/