Házi Tájékoztató, 1930. július-december
1930-07-05 [1911]
f W i e n, 5. Juli,/ühg*Tel,-Korr.WBureau*/ Die morgige Reichspost stellt in einem Artikel ans Anlass des Budapester Besaches des Bundeskanzlers Schober mit Befriedigur.g fest, dass die Besiehungen Österreichs zu seineii} östlicheh Nachbar.. sich in einer v/eise entwicklet habén, welche die Wahrnehn.ung gemeinsamer Interessen ausserordentlich erleichtern. Das Blatt verweist auf die zwischen den beiden Nachbarstaaten bestehenden Gemeinsamkeiten und Interessengemcdnschaften aiannigf acher ^rt, die auch durch die Ereignisse des Jahres 1918. nicht zerstört werden konnten. Beziehungen welche die engere geistige,'kulturelle, aber auch wirtschaftliche Verflochtenheit der beiden Lánder bezeugen. Bei alle-"dem noch irgendwelche aktuelle Fragen der intemationalen Politik herbeizuziehen, um den Bésuch des Bundeskanzlers in der ungarischen Hauptstadt zu begründen, sei wahrlich nicht notwendig. Es hiesse,aen Tatsachen Gewalt antun, wenn man seinen Besprechungen mit aem ungarischsn Ministerpraesidenten eine Deutung gebén wollte, als^ seira diese Besprechungen gegen eineri dritten Staat gericntet, odor als s«ien sie alsdia Iniiiierung einer neuoren österreichischen Aussenpolitik zu betrachten. Der Zweck der inneren Konsolidierung Österreich und Ulgaras ist es ja eben, beidé Staaten und zmr jeden von ihnen gemass semen nationalrn Tr&ditionen in einem Sinne wieder aktionsfáhig zu macnen., der die Ruckkehr ncrmaler Zustande ira Donaubecken, die wirkliche Befriedung dicses, in politischer mid wirtschaf tlicher Hinsicf t so bedeutungsvollen Raumes in sich begreift. War es für Osterreich von schicksalsbestimniender BedeutuLg. dass Ungarn die Kraft fand, sich aus dem drohenden politischen und kuíiirellen Zusammenbruch unterder Ráteherrschaft zu retten, so ist auch das lebendige Interessé bégreifiich, mit dem Ungarn das ferk der innertn politischen Pestigung österreichs verfolgt. Auch hier beansgen sich die beidersoitigen Interessen aiif der gleichen Lánie^ bedingt durch das gleiche Streben, um und mit dem eigenen 1/olke abendlándische Gesittung zu retteh, die Entwicklung der Dinge in die warmende Sonne wirklichen Priedens zu rücljen und in sorgsamer Beachtung des innigen _Zusammenhanges zwischen Wirtschaf t und Kultur die Srhaltung dirser durch die gemeinsamc ÖekSmpfung der vUrtschaf tskrise zu ermöglichen. Das^ist allerdings eine, vielleicht die aktueflste Prage d£f inneren Politik und vielleicht in dicsem Sinne kar^i den Besprechungen in Budapest eine aktuelle Bedeutáng beigemessen werden, /'•**«ajtf W i e n,5. Juli./Ung.fel,-Korr.-Bureau.,/ Im Herbst dieses Jahres findet, wÍ3 die Korrespondenz Hcwey erfáhrt ( in Wien ein Monarchistenkongress statt dessen Aufgabe sein soll, die Massnahmen zu beraten. welche eincstraffe Zusammenfassung der Monarchisten und rechtsgerichteíen Kreise Östereichs ermöglichen. — u.