Archívum - A Heves Megyei Levéltár közleményei 14. (Eger, 1996)

TANULMÁNYOK • KÖZLEMÉNYEK - Horváth László: Adatok az egri prostitúció újkori történetéhez • 169

László Horváth Angaben zur neuzeitlichen Geschichte der Prostitution in Erlau. Die Prostitution ist auch in Erlau eine sehr alté Institution. Sie ist wohl keine statische Erscheinung, sie ándert sich ja mit der Umgestaltung der Sitten, sie wird von den Modifizierungen des Gerichtswesens oder sogar von den wirtschaftlichen Prozessen beeinfluBt. Es handelt sich um eine langfristige Erscheinung - die allé Gesellschaftsstrukturen und Mentalitaten auch in Eger überlebte -,. doch ist sie ganz und gar der Aufmerksamkeit der Geschichtsforschung in der Region entgangen. Der Verfasser hat aber in Rahmen dieser Studie seine sich auf das Thema beziehenden wissenschaftlichen Ergebnisse vorwiegend nur auf die zweite Hálfte des 19. Jahrhunderts beschrankt. Es hat die Forschungsarbeit bei der Aufdeckung der Prostitution von Erlau wesentlich gefördert, daB Erlau ein wichtiges kirchliches Zentrum war. Eine konser­vativere stádtische Atmospháre, strengere moralische Anschauung sind hinter den meisten sich erhaltenen Quellén. Einen bestimmenden Teil der aufgedeckten und bearbeiteten Angaben lieferten Anzeigen, Beschwerdebriefe, protestantische Aktén. Die Grimasse des Schiksals ist, daB die neuzeitliche Geschichte der Unzucht von Erlau eben dadurch gut zu bearbeiten ist und in ihrer Erinnerung blieb. Die erste erhalten gebliebene Registrierung der Lustdirnen erfolgte 1855, die auch im Lande eine beachtlich frühere Quelle ist, und die der Verfasser auf Detailes eingehend mit den Angaben der náchsten Aufnahme vom Jahre 1858 vergleicht. Er stellt fest, daB diese Periode noch einen Übergangszustand zwischen der Prostitution nicht institutionellen Charakters und der geregelten, arztlich kontrollier­ten Prostitution wiederspiegelt. In den 70-er Jahren des 18 Jahrhunderts entwickelte sich das klassische Bor­dellsystem, dessen erste representative Quelle „Die MaBregeln der Bordelle von Erlau" aus dem Jahre 1890 waren. Die Studie führt die Stufen der Einführung „der Reglementation" (Regelung) in Erlau durch. Die traditionelle Prostitution, bei der noch die Kneipe, Cafeausschanke, oder selbst die offene StraBe der Schauplatz waren, übergab nur vorübergehend den Bordellen ihren Platz, da diese Institution um die Jahrhundertwende in Erlau sowohl für ide Gáste als auch für die Gastgeber teuerer geworden ist als die anderen Formen der Prostitution. Dieser sich auch im Lande abspielende ProzeB wurde in Erlau das einzige künstlich ohne Konkurenz gehaltene Bordell weiterhin durch die Institution der Privatlustdirnen durch Un­zurückdrángbarkeit der geheimen Unzucht noch nachdrücklicher betont. Der Verfasser geht auch auf die Mádchenhandelsbeziehungen der Stadt Erlau auf dem Gebiet der nordöstlichen ungarischen Region ein. Zuerst hatte die Stadt zu den Prostitutiongeschaften von Gyöngyös, spáter zu den von Debrecen, Nagyvárad, Miskolc, Losonc enge Beziehungen. 189

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