A Győri Püspökség Körlevelei, 1943

Tartalomjegyzék

4 zűr Empörung. Diese Zíigellosigkeit grub dér Nation das Grab und machte vieltausend Ungarn zu heimatlosen Bettlern. Durch harte Lehre lernte es unser Volk, welch grosse Gefahr es ist, wenn unbefugte Stümperhánde die Massen leiten und mit verführerischen Reden und leeren Versprechungen die Jugend hinhalten. Wir hoffen, dass die weisen Lenker des Staates mit wachsamen Augen und starker Hand ein neues gefáhrliches Spiel mit dér Jugend verhindern werden. Aber noch mehr érwarten wir von den Eltern. Eben darum rufen wir nicht nach Gend- armerie und Polizei, sondern ermahnen und bitten Euch, christliche Eltern, achtet auf eure Söhne und Töchter, damit sie nicht von neuem verführt werden und durch ihre Gutgláubigkeit nicht wieder ins Netz dér Umstürzler geraten. Was sich vor über zwanzig Jahren zugetragen hat, darf sich nicht wiederholen, wie immer auch die feindliche Propa­ganda durch das Radio und anonvme Flugschriften lockt. Eine neue Revolútion würde das Ende unseres geliebten Vaterlandes, aber auch das Ende dér Ruhe und des Glückes unserer trauten Familien bedeuten; hierzu aber dürft ihr bewusst und überlegt keine Reihilfe leisten. Unsere Verbánde können den Eltern auch darum zűr Reruhigung dienen, weil aus diesen jede Parteipolitik verbannt ist. Die Bischöfe und die Seelenhirten lassen hier nur Worte dér Selbsterziehung und dér Interessenvertretung des Vereines gellen. Es würde einen unsagbaren Schaden bedeuten, wenn die Jugend im Interessé dér Parteikámpfe inobilisiert würde, wie mán es jetzt in dér ganzen Welt versucht. Die Jungen besitzen noch nicht jene Lebenserfahrung, die zűr rechten Stellungnahme in politischeri Dingen erforderlich ist; ihre leicht zu begeisternde jugendliche Natur kann solche Gefahren herauf- beschwören, welche dér Gemeinschaft viel grösseren Schaden bringen, als sie denen zum Vorteil dienen könnten, die durch sie um jeden Preis zu öfFentlicher Gellung gelangen wollen. Die katholische Kirche wird ihre Jugendverbande niemals zu abenteuerlichen Yersuchen hergeben. Sie ist sich jener Verantwortung stets bewusst, welche sie dér Familie und dér Zukunft schuldet. Das ernste Vorhaben dér katholischen Kirche wird sicherlich auch bei den Staats- lenkern Verstándnis íinden; sie werden die opfervolle Arbeit, welche die Kirche im Interessé dér seelischen und körperlichen Disziplin entfaltet, nicht nur nicht hindern und stören, sondern bei dér Aufbauarbeit dér Nation als wertvolle Mithelferin begrüssen. Aus jenen Verfügungen, mittels derer die Staatsgewalt die Jugend abhártet und zu Kampf- bereitschaft erzieht, ziehen einige die Folgerung, dass die katholischen Jugendverbande diesen Verfügungen zum Opfer fallen werden und dér Staat das ganze Gebiet dér Jugend- erziehung für sich heanspruchen wird. Wir sind dér Uberzeugung, dass dér christliche ungarische Staat zu solchen Machtübergriffen nicht geneigt ist, denn dies widerspricht dem Naturgesetz. Die Kindererziehung in und ausserhalb dér Schule ist vor allém das Recht und die Pflicht dér Familie und dér geistlichen Verwandtschaft, welche hierin von dér Kirche in Liebe unterstüzt werden. Die Kirche wird dieser, von Gott ihr anvertrauten Sendung niemals untreu werden. Es widerspráche auch dem Organisationsrecht dér Kirche, welches im Kirchlichen Gesetzbuch ausdrücklich sanktioniert wurde. Hierin heisst es: „Die Gláubigen sind zu lobén, wenn sie in Vereine eintreten, welche von dér Kirche errichtet oder empfohlen sind; sie sollen sich aber fernhalten von geheimen, verurteilten, aufrührerischen und verdáchtigen Verbánden, ebenso von jenen, welche sich dér recht- mássigen kirchlichen Aufsicht zu entziehen suchen.“ (684. can.) Grössere Garantie als diese kirchliche Verfügung, kann dér privátén und öffentlichen Ordnung niemand bieten. Unsere geliebten Gláubigen können es alsó mit Beruhigung zűr Kenntnis nehmen, dass dér ungarische Staat im Geiste seiner uralten Traditionen und in dér Hochschátzung dér moralischen Unterstützung dér Kirche, den gutbewáhrten katholischen Verbánden

Next

/
Oldalképek
Tartalom