Vajk Borbála: Győri céhes kiváltságlevelek a 16-18. századból I. kötet. (Győr, 2021)
Német varga céh
Handtwerchs Ordnung N. die Maister aines ganzen ersamen Handtwerchs der Teütschen Schuechmacher alhie in der Besatzung Raab, so den ersten Tag Marty des 1582 Jahrs aufgericht vnd bestüt worden ist. Aufgerichte Handtwerchs Ordnung vnd ZunfFt N. der Maister vnd Knecht aines ersamen Handtwercks der teütschen Schuemacher alhie in dr Kayserlichen Statt vnd Besatzung Raab in Vngern An Heüt den ersten Tag des Monats Marty im tausentfünff hundert zway vnd achtzigisten Jahr, hab ich Andre Teüfl freyherr auf Gunderstorff vnd Günzerstorff an der Vischa der Röm[ischen] Kay[serlichen] May[es]t[ä]t auch der Fürstlichen] Durchl[auchigen] Erzherzog Ferdinand zu Össterreich, beeder Rath, Obrister alhie in der Kayserlichen Statt vnd Besatzung Raab in Hunngern, vnd derselben vmbligenden vnd zugethanen Gränizen, auf das vielfältig schriftlich vnd mündtlich gehorsambist anhaltan, bitten vnd begehren, N. der Meister aines ganzen ersamen Handtwercher teütschen Schuehmacher alhie, ain Handtwerchs Ordnung vnd ZunfFt, ihrem vnd aines ersamen handtwerchs der Schuester zu Wienn, vnd anderer Stätt in Vnter Össterreich Gewohheit vnd gebrauch nach gemäß, was sy sich, vnd ihre zugethanne Schuechknecht vnd Hanndtwerchs Genossen, in ainem vnd dem andern hinfüren gegen einander] verhalten sollen, (in Ansehung vnnd Erwögung, daß ich solliches ihr gehorsambs billichs begehrn nit allein für billich eracht, sondern weil auch dasselb vnnd diese ir Hanndtwerchs Ordnung vnd ZunfFt zu befürderung gemeines Nuz alhie gericht) ordenlich aufzurichten vnd zumachen zugelassen vnd bewilligt, will ihnen ainem ersamen Handtwerch alhie auch solliche ir aufgerichte vnd gestalte Hanndtwerchs Ordnung (yedoch mit nach begriffung austrücklicher Condition vnd Vorbehalt) als Obrister in nachfolgenten Articln vnd Punnten, in KrafFt dieses hiemit volkhumenlich vnd allerdings, yezo vnd hinfüran Ordenlich bewilligt, confirmirt, bestät, vnd bekräfFtiget haben, vnd laut angeregte Handtwerchs Ordnung mit ihrem Inhalt von Articln zu Articl, wie hernach stett. Anfenckhlich vnd erstlich volgt, wessenlich die Maister aines ganzen ersamen Handtwerchs gegen einander verhalten sollan. Erstlichen. So solle das ganze Handtwech alle Jahr zween Zächmaister aus Ihnen erwöhlen, so darzüe tauglich, vnd dem Handtwerch notturfhg können Fürsehen. Zum Andern. Sollen alle Maister der Teütschen alhie zu Raab, alle Monat vmb zwölfFVhr in des Zächmaisters Hauß khumen, nach Handtwerchs Gebrauch vnd alda auflegen, yeder vier Hungerisch. Wellicher aber solliches nicht thette, der solle von den Maistern gestrafft werden, vmb ain Bechtel. Zum Dritten. Soll ain Maister ain Jahrlang die Schuehtknecht Herberg haben, vnd daselbig soll ain Jahr vmb d[a]ß ander umbgeen. Zum Viertten. Soll ein jeder Maister, so eines Schuehknecht notturfhg, von der Herberg ainen Sezen, nach Handtwerchs Gewohnheit, im Fahl aber ain Maister ain Schuehknecht, ausserhalb der Herberg sezen wurde, der soll vom Handwerch gestrafft werden. Zum Fünfften. Wouer ain Maister dem Andern sein Gesindt wurde aufreden, vnd abwendig machen, der soll von dem Meistern derűmben gestrafft werden. Zum Sechten. Wan der Vatter die Schuehknecht nit ordentlich, nach Handtwerchs Gebrauch, wurde einbringen, so soll er doppelt gestrafft werden. Zum Sibenden. Wen ain Maister ainen Schuechknecht acht Tag gefürdert hat, vnd der ime alle Tag Sechs Paar Schuech außmachen kann, soll er ihme zum Wochenlohn geben achzehen Khreizer vnd das Flickerlohn, aber kain Trinckhgelt, wellicher aber bey ainem Maister das Stuckhwerch Arbeit, solle ihme der Maister von ainem paar Schuech zumachen geben zween vngerisch aber kein Flickerlohn. Zum Achten. Ob sichs begäb, daß ain Maister sturb, vnd sein nachgelassen Wittib bey dem Handtwerch bleiben wolr, vnd aines Prodtmaisters darzu notturfhg wäre, vnd ain Maister ain Schuechknecht hette, es were in wellicher Werchstatt es wolle, so soll sie zu den Zächmaistern geen, die sollen ihr denselben einbringen, vnd desselben Maister soll ihm ir nit verhalten. 20