Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1840 (Pesth)

Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1840. - Mannigfaltigkeiten

33 Ein Franzose, welcher einen lahmen Fuß hatte, reiste In einer Gegend Deutschlands zu Pferd, zu einer Zeit, da efie Bauern, wegen der Ernte, auf dem Felde waren. Er hatte das Unglück von dem Pferde zu stürzen, und einen schweren Falk zu tfyun. Die Bauern, welche ihn niröerstür- zen sahen, und gutherzige Leute waren, eilten herzu, und halfen ihm wieder auf die Beine. Da sie aber sahen, daß er hinkte, glaubten sie, er habe ein Bein verrenkt, und versuchten, es ihm wieder einzurichlen. Sie zogen ihm also gewaltsam Stiefel und Strumpf aus, und da sie also keine Quetschung fanden, wurden sie noch mehr in ihrer Meinung bestärkt. Sie warfen ihn nieder, hielten ihn fest, und renkten das Bein aus Leibeskräften ein. Der Franzose bat flehentlich, ihn zu schonen, und schrie aus vollem Halse. Die Bauern aber, die seine Sprache nicht verstan­den, glaubten, er schrie wegen der großen Schmerzen. Endlich ließen sie ihn wieder los; da sie aber sahen, daß er noch immer hinkte, so singen sie die Operation, und mit noch größerer Gewalt, als das erste Mal, wieder an, und sie würden gewiß den armen Franzosen von Sinnen gebracht haben, wenn nicht glücklicher Weise ein Reisender, dazu gekommen wäre, welcher Französisch verstand,- und den Bauern erklärte, daß. der Gestürzte von Natur lahm sey. Der unsterbliche Weisse zu Königsberg war einst auf einer Hochzeit, wo ein alter Mann ein junges Mädchen heirathete. Der Prediger sagte zu ihm: „Von dieser Ehe sind wohl keine Kinder zu hoffen?" — „Aber wohl zu fürchten," antwortete d<;r Philvsoph. Ein österreichischer Deserteur, der wieder ekngefanqen vnd auf dem Transporte zu seinem Regimenté begriffen rvar, schnitt sich, in einem kleinen Städtchen auf dem Sehwarzwaldc, tu einer Scheuer,, in welche er die Nacht über eingesperrt worden war, den Leib auf, zog einige Darmschlingcu heraus und schnitt, mit einem stumpfen M-ffer, mühsam aus einem Klotze einige Stücke davon ab. Zu Dammgartcn bei Stralsund hatte ein durch Sch-ff- bruch um sein Vermögen gckommcncr Schiffer einen Han tei in einem Hause angelegt, das ihm sein Obeiin zu die­sem Zwecke überlaffen hatte. Später aber wünschte der Oheim dieses Haus zu verkaufen, und da es der Neffe nicht kaufen wollte, nahm er einen öffentlichen Verkauf im Hause selbst vor. Als die Kaufliebhaber und mehrere andere Per­sonen in einem Zimmer des Hauses versammelt waren, stürzte der Neffe, ein jähzorniger Mensch, mit einem vffe- ven Pulverfäßchen unter bera-einen Arme, einen Feuer­brand in der Indern Hand, in das Zimmer, seine Vetter hinter ihm her, um ihn bon dem entsetzlichen Vorhaben abr znhalten, aber umsvnst; er zündete mit einem Hurrahrufe das Pulver an. Es erfolgte etach heftige Erplosion, da »ber Thür und Fenster osten waren* so wurde die Wirkung/ gemindert; nur der Krämer und (eine Mutter waren tobt/, alle Übrigen aber mehr oder mi^der.steschädigt. * * Eine Engländerin, welche bis in ihv fünfzigstes Jahr in allen Dingen ausgeschweift Hane, beschloß, dieses schwel­gerischen Lebens müde, sich durch Verbrennen zu teilet*, j Sie machte in der Küche ein großes Feuer an, und stellte sich nackt mitten in dasselbe. ÜUfan fand sie noch lebend und sie gab an:. Sie sey des Lebens überdrüssig gewesen, und habe eines außerordentlichen Todes sterben wollen; sie habe deßhatb das Verbrennen gewählt, und im Feuer so iantpz stille gestanden, als es ihre Kräfte zugelassen haben. Zwei Stunden darauf starb sie. Ein Dienstmädchen im Caprone -Departement dte la Haute - Loire war immer von musterhafter Ausführung gewesen. Bei Gelegenheit des Jubiläums und der dieses begleitenden Ceremvnien und religiösen Übungen ward ihr der Kopf verrückt. Am Tage der Himmelfahrt errichtete fk im Hofe des Hauses, in welchem sie diente, einen Schei­terhaufen, stellte sich darauf und zündete ihn an. Als bk Hausfrau die Flamme gewahr wurde, rief sie um Hülfe, und das Mädchen wurde schon halb verbrannt vom Schei­terhaufen gerissen und in das Hospital zu Lyon gebracht, wo sie am 28. Mai 1827 unter gräßlichen Leiden starb. Ein junger Mann kam in die Eisengießerei der Herren Stehelin zu Bitschweilcr, besah aufmerksam den Bau des Schmelzofens und wie er geheizt wurde.. Zu dem A»- beiter sagte er nun: „ES ist sehr warm bei euch." Im Ar»- genblicke, als dieser sich entfernte, um frische Kohlen zu holen, öffnete er die Thür und stürzte sich rücklings in den Ofen. Er ward sogleich wieder herausgezogen, war aber schon lodt und halb verkohlt.. Ein Lord SM) e l b o r n hatte von einer Dame in Nép­pel einen Korb bekommen, und stürzte sich darüber im Jahre 1834 in den Krater des Vesuvs. Eine Dame halte la ihrem 48. Jahre mehrere Versu­che zum Selbstmorde gemacht. Nach einigen Monaten ärzt­licher Behandlung schien sie sich gebessert zu haben, und Esquirol glaubte ihr trauen zu dürfen; um ihr sein Zutrauen zu beweisen, öffnete er selber eines der Fenster,, die bisher v. rschlossen gehalten wurden, und verließ sie, in einem Journale lesend, während die Kammerfrau mit einer Stickerei beschäftigt, sich ebenfalls im Zimmer befand, aber mit dem Rücken gegen das Fenster gekehrt. Kaum war Esguirol aus dem Zimmer, so hatte sich die Kranke auch schon aus dem Fenster gestürzt. Als man ihr zu Hülse kam. waren ihre ersten, Wprte: ,/Sagt nur dem Doctirr nichts." Am 11. Juni^l 829 stand in Paris ein Perückenmacher auf dem Dache eines Hauses und rief mehrere Male: „Habt Acht! Habt Acht!" Als die Straße leer geworden war, brachte er sich noch einige Dolchstiche bei, machte das Zeichen des Kreuzes und stürzte sich herab. Im Jahre 1830 besuchte ein Arbeiter in Paris eknev im 5. Stocke wohnenden Bekannten, stellte sich unter das Fenster, sprach ft!>tr atter/e?, bewunderte die schöne Aus- sicht "und stürzte steh endlich«hinab. Wette, Verlegenheit und feine Wendung. „Werde ich einen Sohn oder Tochter zur Welt bringen?" fragte die Kaiserin Maria Theresia einen Kammerherrn. — „Einen Prinzen," antwortete Dieser.— „Zwei Ducatcn wette ich; eS ist ein Mädchen!" entgegncte die Kaiserin;. 5>

Next

/
Oldalképek
Tartalom