Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1836 (Pesth)

Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1836. - Allerlei Zum Zeitvertreib

31 Ursache der Unbeständigkeit der Männer. Gott schuf das Weib, da ihm der Stoff gebrach Aus eines Mannes Nippe. — Seht, nun wandern Wir armen stets von Einer zu der Andern Und spüren der verlornen Rippe nach. Richtige Überschrift. Ein Tabakfabricant kn N. der durch öffentliche Blätter dem Publikum oft seine Maa­re anpries, hatte unter andern auch eine Sorte Tobak em­pfohlen mit der Uiberschrift: »der lobt sich selb st." Von diesen Tobak kaufte Jemand ein Päckchen, kehrte aber bald darauf ergrimmt ln den Laden zurück, warf das Pa­cke! auf den Tisch und sprach zornig auf die Aufschrift zei­gend: »Es ist doch unverantwortlich, solchen übelriechen­den Zeuge ein so großes Lob beizulegen!" — »Herr! cnt- gegnete klatblütig der Fabrikant, verstehen Sie nicht Deutsch ? Wie können Sie von tiefem Tobak einen guten Geruch verlangen? Ec lobt sich selbst! — Mann und Weib sind ein Leib. Ein Leib sind Mann und Weib! Kein Sprichwort ist so wahr. Bewiesen wird es uns durch dieses Ehepaar: De nn er ist sie, und sie ist er. Er ist das Weib, und ste der Herr. Meyerbeer, der sich in ßoulogne aufhielt, hat in dem dortigen Badehause das »Walter-Scott-Zimmer" in Be­schlag genommen, das diesen Namen führt, seit es der gro­ße Romandichter einmal bewohnt hat. Ob es nun wohl das Meyer-Beer-Zimmer heißen wird? In St. Cernin leben gegenwärtig zwei Greise, die zusammen 218 Jahre zählen. Der älterfte ist 114 Jahre alt, welcher früher Soldat gewesen. Er erzählt von seinen Feld­zügen als hätte er sie vor 15 Jahren gemacht, geht regel­mäßig Sonntags nach der, eine Meile von seinem Wohn­orte entlegenen Kirche, und mähte noch vor 2 Jahren selbst seine Wiese. Er lebt im Kreise seiner Kinder und zahlrei­chen Urenkel. Die Milch Händlerin im neuen Man­tel und-der Jude. Eine Milchhändlerin in P., welche sich, wie so viele ihres Gewerbes den Vortheil erlaubte, die Milch mit Wasser zu mischen, ging, mit ei­nem neuen Mantel bekleidet, über die Brücke. Ein Sturm­wind entriß ihr den Mantel und führte ihn hinab in den Fluß. Ein Jure, welcher die Scene mit ansah, rief aus: «Gottes Wunder! der Mantel war Wasser und ist wieder zu Wasser worden!" Wenzel Stiefelputzer als Philosoph. Sa 'nsme Wildsau — oder Stutzer Js me das schund alles a'ns, Denn der Wenzel Stiebelputzer Haltet nix von Eleganz. Wenn möcht machen Kta'd die Leute, Wäret Schneider brav und g'scheid, Oder Schneider brav und g'scheite, To to wäre Seltenheit. Wenzel selbst is Schneider g'wesen, Noch dazu von neu'ste Schnitt, Schreiben kunnt e oder lesen; Meine Sex das wa'ßt i nit. Vielleicht Schneider war ich blieben, Oder Arbeit nimmt nicht End, Wochentage halt' ich sieben, Sunntag — ka'ne Hab ich kennt. Ga nze Tag Gesell muß sitzen, Daß ihm Schweiß von Stirne rennt, Und wann Ma ster har Kapritzen, Wird oft ganze Arbeit trennt. Wenzel dacht' ich du thust g'scheiter Nimmste Bürsten in de Hand Putzest Stiebel, klopfest Kleider Und verlassest Schneider-Stand. Jede Stand hat gute Seiten Jede seine Bitterkeit Wann gibt Himmel schöne Zeiten, Stiefelputzen is a Freid. Doch wann fallet Barometter Machte Wenzel lange G'sicht, Denn da kummt e schlechte Wetter Und de Stiebel glanzet nicht. Mensch' a jeder muß sich plagen, Ob sitzt nieder oder hoch, Manche sitzt kommod in Wagen Oder Stiebel druckt ihn doch. De nn a Mancher lebt mitunter Auf o gar zu großes Fuß Und da nimmte mich nicht Wunder Wenn ihn Stiebel drucken muß. Möchte er's wie Wenzel machen. Fl eißig in der Woche spar'n, Könnte er auf Sunntag lachen Und in Zeisel-Wagen fahr'n. Sunntag sans me feschuebel Bin wie jede elegant Gar nix fehlt me als a Säbel Sans me gmachte Lcidinant. Ziegt ich an erst blaue Dosen Und dazu mein grine Frack Halt' mich jede für Franzosen, Nur ich selber für — Bämack. We nzel tauscht mit ka'ne Stutzer Wann er sitzt bei Glasel Wein, Denn man kann als Stiebelbutzer

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