Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1836 (Pesth)

Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1836. - Manningfaltigkeiten

^getretten scyn, was man beim Eintritte in den Keller am schlechteren brennen oder erlöschen des Lichtes leicht wahr« nehmen kann ; so braucht man nur schnell einen Kübel Kalkbrei anznfertigen, hiervon hin und wieder durch den ganzen Keller etwas auf die Erde zu schütten, aucv einen Theck des Kalkbreies, zur geschwinderen Reinigung der vbern Luftschichten, in verschiedenen Geschirren auf die Fässer zu setzen,- so ist schnell der ganze Keller gereinigt, und alles kolsscnsaure Gas emgesogen, dessen Stelle nun die frisch cindringende atmosphärische Luft ausfüttt. Es muß demnach Jeder, der den Weinmoft in seinem Keller gähren läßt, zu seiner Sicherheit immer frisch gebrannten Kalk in wvhlverschlossenen Gefäßen vorrathig haben.« Als Seiten stück zu dem Vorigen., Von dem Thierarzte zu Ob e r h v l l a b r u nn in O e streich, Sebastian H a u e n sch i l d. Bekanntlich läßt man seit einigen Jahren am Rheine die Maische vor der Pressung in die wohlverdeckten Kufen (Bedungen, Bottichen) gähren, und leitet den Dunst durch eine blecher­ne Rohre in ein neben stehendes Gefäß mit Wasser gefüllt, wodurch man einen Theil des Weingeistes, welcher sich bei der Gährung in offenen Kufen mit dem kohlensauren Gase zu verflüchtigen pflegt, zum Vortheile des Weins zurück zu halten sucht. Herr Hanen sch iid wollte diesen Zweck auf eine einfachere Weise erreichen, und ließ die Trauben wie ge­wöhnlich stampfen (mosteln) , und die Presse ohne Auf­schub vornehmen, um sobald als möglich den Most ins Faß zu bringen. Sobald dieses bis auf den gewöhnlichen Raum gefüllt war, wurde eine daumdicke blecherne Röhre, welche 2 j Schuh lang und an beiden Enden j Schuh hoch knie­förmig abwärts gebogen ward, in das Spundloch gebracht. Zwei Zoll über dem einen Ende mußte eine Scheibe ange- löthet werden, an deren Rand einige Löcher zum festnageln befindlich, damit sich die Röhre nicht zu tief einsenken, son­dern nur das entwickelte Gas aufnehmen konnte, ohne den Most zu erreichen. Das andere Ende wurde in das neben dem Spundloche gestellte Gefäß mit Wasser gefüllt, gebracht, und die Scheibe auf dem Spundloche mit Thon wohl ver­strichen, um cs möglichst luftdicht zu machen. Nach 24 Stunden hörte man selbst außer dem Kel­ler ziemlich laut die Luftstöße, welche ein starkes aufwal- len des Wassers verursachten, und zwar regelmäßig alle zwei bis drei Sekunden, als ob sie durch einen verborge­nen Mechanismus veranlaßt würden. Nach 48 Stunden ließen sich diese Aufwallungen bis zu ihrem gänzlichen aufhören immer schwächer vernehmen. Wä hrend dieses Zeitraums der Gährung näherte sich Herr Hauenschtld öfters mit dem Lichte dem Spund- loche, um zu sehen. ob solches noch wohl verwahrt sey. Das Licht zeigte keine schwächere Flamme, und nichts konnte vom Mostdunst wahrgenommen werden, obschon in frü­heren Jahren in dem nämlichen Keller, bei einer gleichen Quantität gährenden Mostes, es kaum möglich war, eine Miirute zu verweilen. Wenn also diese einfache Gährungsart, wozu die ge­wöhnlichen Vorrichtungen anwendbar sind, die Verflucht!« grmg eines Theils des Weingeistes hindert, so ist die von Herrn Hauen schild bemerkte Wirkung, welche den Mostdunst .für das-Leben dadurch unschädlich macht-, weil das kohlensaure Gas vom Wasser eingesvgen und verhin­dert wird , die Lebenslust auS der Atmosphäre anzuziehen, wodurch sie eben untauglich und tödtlich für das Leben wird, — von ungleich größerem Wcrthe, weil hierzu außer der blechernen Röhre keine neuen Geräthschaftcn erforderlich, und alle Geschäfte im Keller unausgesetzt verrichtet wer» | den können, obiger Zweck mit jenem der beseitigten Le­bensgefahr vereint, also wichtige Absichten mit geringen Mitteln erzielet werden. Schöne schwarze Farbe, welche auch zu feiner Oelmaleret dient. Ein sehr berühmter Zeichenmeister und Bildhauer, hat gefunden, daß der ver- I witterte schwar-ze Kalkstein, welcher sich im Kalkbruch zu Ra- j benstein inDresden, in der Gestalt eines ziemlich klaren Put- j vers häufig findet, in Firniß eine gute, dauerhafte schwarze Farbe gibt, und andern schwarzen Farben vorzuziehen ist, weil sie ans Animalien und Vegetabilien bestehen- JnWein« essig abgerieben, dient sie auch zu feiner Oelmalerei. Anweisung zur Vermehrung der Kaf­fe emasse. litt den Kusse zu vermehren , mischt man vor dem Brennen zu § Pfund Kasse £ Pf. Brod, nachdem dies in Würfel zerschnitten und auf den Ofen hart getrocknet wor- i den ist. Man brennt diese Mischung wie gewöhnlich. Das : Brod zieht dabei tvif ein Schwamm die vhlig-flüchtigen Theile des Kaffees in sich, daß sie nicht verdünsten kön­nen. — Beim mahlen aber gibt es die davon eingesoge« neu Bestandtheile wieder von sich und gewährt dadurch eine wahre Vermehrung der Kaffeemasse, mit der man übri­gens auch andere Surrogate unbeschadet vermischen kann. Getreideschnitt. Künftiges Samcngetreide schnei­de man h o ch r e i f, — zu Mehl bestimmtes frühreif. Er- steres wird so am besten aufgehen, letzteres mehr und g weißeres Mehl geben. Verbesserte Kerzen. Wenn man die bäum- i wollenen Dochte der Talgkerzen in Kalkwasser taucht, wo- í rin eine beträchtliche Menge Salpeter anfgelößt ist, so i erhält man eine reinere Flamme und ein stärkeres Licht, die Verbrennung geht vollkommcner*vor sich, das Putzen | wird fast so wenig nothwendig, wie bei Wachslichtern, : und die Kerzen, welche man so zubereitet hat, laufen nicht | ab. Die Dochte müssen durch und durch trocken sein, be­vor sie mit dem Talg überzogen oder übergvssen werden. Chlorsaures Kali ist noch besser als Salpeter, aber für den gewöhnlichen Gebrauch zu kostspielig. Notiz für Eisengießer. Herr Aoery, Eigen- I thümer der großen Eisengießerei in Syrakus im Staate New» York, gibt an, daß er durch eine Reihe von Versuchen gefun- den habe, daß, wenn man r% gewöhlichen feinen Sand mit j'v gewöhnlichen blauen Thon mengt, man eine ganz vortrcfliche Formmasse erhält. Selbst die zartesten Gegenstände sollen so rein aus derselben kommen, daß sie nicht werter mehr mit Viteiol gereinigt zu werden brauchen.

Next

/
Oldalképek
Tartalom