Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1833 (Pesth)

Der Pesther Stadt- und Landbothe für das Königreich Ungarn 1833. - Manningfaltigkeiten

31 Mer krankhaften Gefühle Meister zu seyn, kann manchen derlei Kranken znm Lesen empfohlen werden. Unter den einfachen diätetischen Heilmitteln sind noch fdlgende zu nennen: Warme Bäder, und wo cs angcht auch Flußbäder; Hitter den Mineralbädern besonders Carlsbad, welches mit Recht iSolamen hypochondriacorum genannt wird. Gegen hypochondrische Beängstigungen und Todesfurcht leisten Klysticre voll kaltem Wasser zuweilen gute Dienste. Täglich wiederholtes Reiben des Unterleibes mit wol­lenen Tüchern befördert die Verdauung, die Absonderung und den Blntumlauf in den Unterleibsvrgancn. Ei nige Tassen gute Bouillon, eine Stunde vor dem Mittagessen getrunken, bekommen hypochondrischen Kran­kt n sehr gut, denn das Essen beschwert sie dann weniger. Mo lken empfiehlt schon Aetius in der Kur der Me­lancholie ; und eine Mvlkenkur, wie sie in vielen Gegen­den der Schweiz, in eigens dazu bestimmten schönen Alpen- gegcndcn, häufig gebraucht wird, kann zu den vorzüglichsten Heilmitteln der Hypochondrie gerechnet werden. Vart Swieten empfiehlt Kirschen morgens nüchtern zu essen. Scharfe Gewürze, besonders unser Paprika, sind für viele Hypochoudristen wahre Arzencyen. Ebenso ist von der erheiternden Wirkung des Weins, der größte Vorthcil in der Kur der Hypochondrie zu ziehen. Leider siiehen aber die meisten Hypochoudristen jene naturgemäßen Erheiterungsmittel, und halten sich lieber an balsamische Pillen, Bitterwasser und Rhabarber. Dr. Sei'Zz. Mauswirthschakt. Dortheilhafte Art, die Gurken zu pflan­zen. Man nehme die Klauen von geschlachtetem Rind- viehe, durchbohre sie an einigen Stellen, fülle sie mit Grund, und lege in jede einen Gurkcnkcrn. Die Klauen werden entweder sogleich in das Gartenland versenkt, oder vorerst in Kästchen gebracht, und nachher, wenn diePstan- zen etwas erstarkt sind, in den Garten überstedelt. Sp a rg e ln u m W eih n achte n zu ziehen. In einem Keller macht man ein Mistbeet, setzt Spargelwurzel­stöcke hiitcin, und begießt sie zuweilen mit lauem Wasser. Die Pfeifen treiben bald, aber die Stöcke gehen verloren. M i t t e l, A e p f c l oder B l r n e n g u t a u f z u- bewahren. Die allerbeste Art'ist, dieselben einzeln in Papier einzuwickeln, und sie dann in glasirte irdene Krüge, einzupacken. — Wenn man den Zwischenraum zwischen die­sen Gefäßen mit einem Mörtel aus zwei Theiten abgerahm­ter geronnener Milch und einem Theil Kalk luftdicht ver­streicht, so erhält sich das Obst unverändert im besten Zu­stande vom Oktober bis März. Alle Farben von Blumen in einem Augen- kicke zu verwandeln. Man nehme ein wohtvermeng­teö Pulver von etwas Umbra, 2 Loth Salmiak, 1 Lvth Wcinsteinsalz, 1 Lvth Pottasche, 1 Quentchen Lavendenöl, 1 Loth ungelöschten Kalk und 2 pulverisirte wilde Ka­stanien. Dieß thne mau in ein weißes Glas von ziem­licher Mündung, welches wider das Verfliegen mit Kork und geölter Blase wohl verwahrt werden muß. Darin verwandeln sich die Farben aller hineingehängten Blumen in einem Augenblick, und man erstaunt, eine weiße Blu­me gelb, eine rothe schwarz, eine violette grün und eine rosenfarbe hell werden zu sehen. Klcbkrant (Calium apparine) a l s Kaffees nr- rogat zu gebrauchen. Man hat den Samen dieses Krautes untersucht und gefunden, daß das Getränk daraus, wegen seines durchdringenden und angenehm bitiem Ge- schmackes, dem Kaffee fast völlig gleich sey. Er muß eben so wie der Kaffee gerostet und gemahlen, jedoch etwas län­ger gekocht werden. F r v st a b l e i t e r für O b st b ä n m e. Die Früh­lings-Spätfröste nehmen viele Obstbäume mit, wogegen folgende Frvstablciter dienen. Man dreht Saile ans Stroh befestigt sie in der Spitze des blühenden Baumes und läßt das andere Ende des Strohsailes in ein mit Brunnenwas­ser gefülltes Gesäß gehen, welches einig-'Schritte von dem zu schützenden Baume entfernt ist. Man kann auch mehrere Saile an weit auseinander gewachsene Bäumen anbringcn um desto gewißer zu seyn. Man kann das Strvhsail auch an eine lange Stange binden und diese an den zu schützen­den Baum anlehnen, und das Sail in ein Wassergcfäß lei­ten, um einen sehr einfachen Frvstablciter zu haben. Zerstörung der Raupen. Die Gärtner in Schottland pflegen mit siedend - heißem Wasser (wenigstens 72 Grad Ream) eine Hand spritze zu füllen , deren Spitze eine Halbkugel mit vielen kleinen Lochern bildet. Die da­von getroffenen Raupen fallen todt zur Erde. Zur Ver­stärkung der Wirkung setzt man aufgelöste geschwefelte Pottasche zu, eine den Bäumen nicht schädliche Opperation. E i n f l u ß des Futters auf die Butt c r. Der Einfluß des Futters ans die Milch und die Güte der But­ter ist bekannt. Trvcknes Futter gibt wenig Milch, nas­ses, wie Kartoffeln, Runkelrüben, Malzrückstände, Braud- weinschlenpe macht, daß die Kühe mehr Milch und gute Butter geben, aber den Wohlgeschmack, der durch die Frühjahr-Fütterung enthaltenen hat sie nie. Gekochte Kartoffeln machen die Thiere leicht fett, aber die Butter wird schlecht, während bei rohen Kartoffeln eine mittel­mäßige Butter erhalten wird. Gußeisen geschmeidig zu machen. Man hat jüngst wieder eine Methode entdeckt, wie man Guß­eisen weich und hämmerbar machen kann. Man setzt zu diesem Ende die gegossenen Artikel in einem thönernen Ka­sten oder Kapsel mit einem weichen rvthen Erz (Mineral?) ein, welches man in Cnmberland und andern Gegenden Englands häufig findet. Die Kapseln oder Kästen werden dann in einem gewöhnlichen Windvfen von Backsteinen und ohne Schlvk auf einen Rost gesetzt, und daselbst 7 bis 14

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