Folia Historica 31. (Budapest, 2016)
II. TANULMÁNYOK - Baják László: A magyar-bizánci kapcsolatokról és III. Béla királyi reprezentációjáról
len und kunsthistorischen Analysen vor dem 11. Jahrhundert und nach der Mitte des 13. Jahrhunderts hergestellt werden. Ihre äußere Form weist die höchste Ähnlichkeit mit der sog. Kamelaukion-Krone der byzantinischen Komnenos-Dynastie aus dem 12. Jahrhundert auf. Nachdem laut begründeter Vermutungen die Hl. Krone (sowie auch andere Krönungsinsignien) mit dem Hl. Stephanus verbundenen Reliquien enthalten, kann berechtigterweise festgestellt werden, daß so die Krone beide symboliche landesherrliche Grund Vorhaben von Béla III. weitestgehend erfüllen konnte. Ihre Form, welche die der byzantinischen Kaiserkrone abbildet, deutet auf seinen byzantinischen Thronanspruch, die von den Insignien eingefasste Reliquien von Hl. Stephanus, kennzeichnen aber auch die Legitimierung seines Königtums in Ungarn. Als neuer Denkanstoß kann auch das im Grab von Béla III. gefundene Prozessionskreuz als Hinweis auf den Ritus der byzantinischen Kaiserkrönungen gedeutet werden, daher ist es wohl zu vermuten, daß Béla III. auch in zu den byzantinischen Kaisern ähnlicher Weise zum ungarischen König gekrönt wurde. In der zweiten Periode seiner Regierung sind seine Ansprüche auf den byzantinischen Thron in den Hintergrund gekommen. Als Regierungsprioritäten galten einerseits die gleichzeitige Neuorganisation der Landesverwaltung nach byzantinischer Praxis und nach westlichen Mustern, Stärkung der Rolle der neuen Schriftkultur (Errichtung der königlichen Kanzlei), die Anbahnung der Modernisierung einer früh-mittelalterlichen ungarischen Gesellschaft (z.B. durch kraftvolle Unterstützung des Zisterzienserordens), andererseits der Kampf für einen Großmacht-Status durch (Rück-)Erobe- rungskriege (in Sirmien, Serbien, Bosnien, Dalmatien, Kroetien, Galizien), durch Rollen- Übernahme in der großen Politik (durch Vermittlerrolle zwischen Papst und und Kaiser Friedrich sowie zwischen den römischen und byzantinischen Kaiserhöfen) und nicht zuletzt durch seine europäische Zukunftsperspektive aufzeigende Heiratspolitik. Das neue politische Konzept brachte auch neue Anforderungen in der Repräsentation und Ausdrucksformen der Regierung, wie der neue pompöse königliche Palast in Esztergom oder die Einführung der ritterlichen Kultur nach westlicher Art, wo das Erscheinen der Wappennutzung auch in Ungarn ein wichtiges Merkmal geworden ist. Béla III. hat entgegen allen früheren Vermutungen mit hoher Wahrscheinlichkeit die Farben des Árpádendynastie auf seinen Schild abbilden lassen, der jüngere König Imre hat aber - als ein vom Wappen seines Vaters unterscheidende Element und auch als Wappenschildteilung - zwei Löwen auf die rot-silber-Schnitte gesetzt. 201