Folia historica 22

I. Tanulmányok - Szelke László: A „fekete-sárga Szegfű" - Szekfű Gyula és a Rákóczi mozgalom.

Es wurden die imstrittensten Fragen des im Jahre 1913 erschienen Werkes, sowie die von Szekfű zusammengesammelten, im Handschriftenarchiv der Bibliothek der Ungarischen Akademie der Wissenschaften aufbewahrten, etwa hundertfünfzig publizistischen Reak­tionen überblickt. Letztere griffen Gyula Szekfű stark an, da er die politischen Schritte des Regierenden Fürsten auf französischem, dann auf türkischem Boden kritisiert hatte. Er trenn­te sich vom Rákóczi-Bild, welches von Kálmán Thaly geformt worden war und wirklich schwere Verzerrungen, oft eine grundlose Hcroisierung aufwies. Demgegenüber beschreibt er schonungslos die Kurutzen und die ganze Politik im Exil. Er erörtert u. a., in wie vieler Hinsicht der Tod von Ludwig XIV. das bis dahin ungestörte Leben des Fürsten, der in Frank­reich im Exil war, veränderte. Der Meinung von Szekfű nach verstieß die selbstische bis sie dem größten Gegner, dem österreichischen Kaiser schaden konnten. Eine grausame, aber wahre Feststellung, der Fürst wollte die Vergangenheit zurück, mit den Realitäten kaum gerechnet zu haben. Was das Exil in der Türkei betrifft, ist seine Behauptung gleichfalls gerecht: „Nur die Vergangenheit verband Rodostó [Tekirdag] mit Ungarn, der Fürst und seine Gefährten lebten von ihrer Heimat völlig isoliert." Der Meinung von Szekfű nach galten die Vorhaben von Rákóczi schon zu seiner Zeit als überholt, als ergebnislos, und seine Vorstel­lungen waren unbrauchbar und blieben für die kommenden Genarationen wirkungslos. Zusammenfassend machte er die Schlussfolgerung: „da Leben jedes Verbannten ist für die Gemeinschaft nutzlos". Der Verfasser rechnete damit gar nicht, dass sein Werk nicht nur in engen Berufskreisen, sondern auch im Kreise der ganzen ungarischen Intelligenz, sogar in sehr weiten Kreisen der ganzen Gesellschaft einen sehr großen Sturm auslösen wird. Die schärfsten Angriffe kamen vom oppositionellen Tagesblatt Magyarország , für die Erhaltung der Pressekampagne sorgte Aladár Ballagi, der zur älteren Generation der Historiker gehörte. Der junge Historiker wurde bald gar nicht ehrenvoll „den eigenen Hausgelchrten von István Tisza" genannt, bzw. als „schwarz-gelben Szegfű" gespottet. Bald beschäftigten sich auch In­terpellationen im Parlament mit der Frage. Im März 1914 wurden die ständigen Angriffe der Opposition langsam fruchtbringend. In erster Linie von der Seite der Unabhängigkeitspartei organisiert zeigten sich die Umrisse einer sehr kräftigen Kampagne gegen die Akademie. Aber der wirkliche Zielpunkt war offensichtlich die Regierung. Die Akademie wurde von empörten Briefen, die gegen die „Schmähung auf Rákóczi" protestierten, überschwemmt. Gesellschaften, die nach historischen Persönlichkeiten benannt worden waren, wiesen darauf hin, wie tief ihre Vaterlandsliebe verwundet wurde. Das Blatt Magyarország nannte die Wissenschaftler, die fur Szekfű eintraten, Lügner, sowie die Aussagen seiner beiden Publika­tionen vom Frühling 1914 einfach Lüge. Aber der Tod und die Bestattung von Ferenc Kos­suth lenkten die Aufmerksamkeit der oppositionellen Organe wieder auf das stets aktuelle Thema, auf die Ereignisse von 1848. Der in kurzer Zeit begonnene Große Krieg machte aber der Auseinandersetzung für lange Zeit ein Ende. Im Frühjahr 1916 gelangte die Debatte im Zusammenhang mit der Habilitation von Szekfű wieder an die Tagesordnung, aber ihre Bedeutung war viel geringer, als im Jahre 1914. Die zeitgenössischen wissenschaftlichen Bewertungen, darunter die Fachkritiken von Sándor Domanovszky und Dávid Angyal wur­den von Iván Zoltán Dénes ausgezeichnet analysiert, so konnte dieser Aufsatz nur die von ihm erwähnte und bewertete Rákóczi-Bewegung erörtern, bzw. in der Beilage solche Artikel, Gedichte und Karikaturen, die für di Debatte besonders typisch waren, überblicken und eine Auswahl davon anführen. 46

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