Folia historica 20

I. Tanulmányok - Bencze Géza: Az Oetl cég története I. rész

Bencze, Géza Die Geschichte der Anton Oetl Eisengiesserei und Maschinenfabrik Aktiengesellschaft. I. Teil (1920-1938) Ein typisches Unternehmen der ungarländischen frühkapitalistischen Entwicklung war die von den Gebrüdern Oetl im Jahre 1862 gegründete Eisen- und Schlosserfirma der Familie. Nach mehreren Umorganisierungen und nach der Umsiedelung ihrer Niederlassungen legte diese Firma am Anfang des 20. Jahrhunderts in einem damals in Entwicklung begriffenen In­dustrieviertel von Budapest eine neue Fabrikanlage an. Das Familienunternehmen wurde im Jahre 1920 in eine Gesellschaft unter dem Namen Oetl Antal Vasöntöde és Gépgyár Rt. / Anton Oetl Eisengiesserei und Maschinenfabrik Ak­tiengesellschaft umgewandelt. Diese Studie, die sich grundsätzlich auf der Bearbeitung von Archivalien beruht, erörtert kurz das Vorausgegangene, dann beschäftigt sie sich ausführlich mit der Umwandlung der Familienfirma in eine Gesellschaft, sowie neben dem Aufbau der Struktur der AG. auch mit der Entwicklung, den Investitionen, mit der Produktion und den Produkten und auch mit den Geschäftsangelegenheiten des Unternehmens. Beim letzten werden der Anschluß der Firma an verschiedene Kartell-Zusammenschlüsse ausführlich und betont erörtert, weiterhin ihre Rolle in diesen Kartellen, welche in manchen Fällen viel bedeutender war, als man es von der Größe der Fabrik hätte erwarten können. Die im Jahre 1929 ausgebrochene Weltwirtschaftskrise hat die Entwicklung des Un­ternehmens auf lange Jahre zurückgeworfen, seine Produktion ist - auch im Vergleich zu der ganzen heimischen Eisen- und Maschinenbauindustrie - bedeutend zurückgegangen, es konnte aber auch durch die Ausnützung seiner guten Kontakte mit der Welt der Banken das Schicksal des größten Teils derjenigen in ihrem Gewicht ihm gleichen Firmen, also den Bankrott und die Liquidierung doch vermeiden. Die Oetl AG. entging der Krise sehr geschwächt, die Produktion und das wirtschaftliche Gleichgewicht der Firma erreichten erst 1938 das Niveau des letzten Jahres vor der Krise. Die Fabrik, die mit modernem Gießwerk ausgerüstet wurde, gehörte mit ihren Betrieben, die zumeist Öfen, verschiedene Rohrtypen und Eisenbahnausrüstungsartikel, sowie Baueis­enkonstruktionen herstellten und bei voller Kapazitätsausnutzung etwa 360 Arbeiter beschäftigten, zu dem Mittelfeld der heimischen Aktiengesellschaften der Eisen-, Metall­und Maschinenbauindustrie. Da aber ihre führenden Persönlichkeiten einen hervorragenden Sinn für das Geschäft hatten und hervorragende Fachleute waren, ihre bedeutendsten Aktien­besitzer zumeist an die Welt der Banken und Kredite angeknüpft waren, nahm die Firma im Vergleich zu ihren Ausmaßen einen viel bedeutenderen Platz in der heimischen Eisen- und Maschinenbauindustrie ein. Der erste Teil der Geschichte der Aktiengesellschaft wird mit dem Jahr 1938 ab­geschlossen, als das damals verkündigte Bewaffnungsprogramm, die Beteiligung der Firma daran neue Investitionen brachten, eine beträchtliche Steigerung der Produktion, eine enge Verbindung mit der Wirtschaft der Kriegsjahre ergaben. 95

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