Folia historica 20

I. Tanulmányok - Hermann Róbert: Szekfű Gyula és Csalókay Jenő a Görgei-kérdésről

7 Három nemzedék és ami utána következett. 3. bővített kiadás. Budapest, 1934. (Reprint kiadás, 1989) 73. p. 8 Hadtörténeti Levéltár, Az 1848-1849. évi polgári forradalom és szabadságharc iratai 37/37 a. 9 A két levelet lásd Országos Széchényi Könyvtár Kézirattára, Analekta 10 928. Hermann, Róbert Gyula Szekfű und Jenő Gyalókai über die Görgei-Frage General Artúr Görgei, der größte Heerführer der Ungarn im 19. Jahrhundert wurde vom Schicksal mit kurzer öffentlicher Laufbahn und mit langer Lebzeit gepreist bzw. bestraft. Die tatsächliche Laufbahn des vor 175 Jahren, am 30. Januar 1818 in Toporc im Komitat Szepes geborenen Görgei dauerte kaum länger, als ein einziges Jahr: vom Mai 1848 bis zum August 1849. Davor war er bloß Sohn einer kleinadeligen Familie, kaiserlich-königlicher Oberleut­nant und Chemikerassistent. Aus dem Dunkel der Unbekanntheit gelangte er im Herbst 1848 zum Ruhm in Ungarn, im Frühjahr und Sommer des Jahres 1849 wurde er in ganz Europa berühmt; darauf folgte dann der 13. August 1849 - die Kapitulation bei Világos - , wodurch aus der Berühmtheit Verrufung wurde, infolge deren er die Brandmarkung als "Verräter" bis zu seinem Tode am 21. Mai 1916 nicht loswerden konnte. Über die Görgei-Frage wurde in den vergangenen 150 Jahren von Poltikern, Soldaten, Historikern, Publizisten und Belletristen besonders viel geschrieben; die Mehrheit dieser Werke versuchte aber umsonst, das nicht existierende Rätsel zu lösen. Die Grundfrage besteht eigentlich darin: Diente Artúr Görgei der Sache der ungarischen Selbständigkeit, später der Unabhängigkeit in den Jahren 1848/49 aufrichtig, halbwegs oder vorgetäuscht; war er Förderer oder aber Hinderer des Freiheitskampfes, in dem er für eine Zeit die oberste militärische Macht besaß; war die Waffenstreckung bei Világos ein notwendiger oder ge­setzmäßiger Abschluß seiner glänzenden militärischen Karriere? Die Beschuldigung wegen Verrates, welche nach 1849 verbreitet und auch nach dem Ausgleich zwischen Österreich und Ungarn (1867) mehrmals aufgewärmt wurde, konnten die Beschuldiger nie beweisen, und die wissenschaftliche Forschung hat sie im wesentlichen schon Ende des vorigen Jahr­hunderts widerlegt. Die neue "Verräter-Konstruktion", welche nach 1948 aus aktualpoliti­schen Gründen wieder belebt, mit reichem pseudowissenschaftlichem Apparat bewiesen wurde, entbehrte jeder sachlichen Grundlage, welche für die wissenschaflichen Hypothesen unentbehrlich ist. Um eventuelle Mißverständnisse zu vermeiden, möchten wir hier be­merken, daß wir damit nicht behaupten wollen, Görgei sei der Gralsritter von 1848/49 gewe­sen, dessen einziger Fehler seine Fehlerlosigkeit war. Unserer Meinung nach beging er aber in der gegebenen Situation keine unverzeihlichen Fehler und Versäumnisse, in Kenntnis der doppelten Übermacht des Feindes kann man ihn an der Niederlage des Freiheitskampfes nicht schuldig machen, es war und bleibt ein ungerechtes und auch unlogisches Verfahren. Der Verfasser veröffentlicht hier im Zusammenhang mit der Görgei-Frage die Briefe beider Historiker. Gyula Szekfu, der in der Periode zwischen den zwei Weltkriegen eine der hervorragendsten Persönlichkeiten der ungarischen Geschichtsschreibung war, war der Ver­fasser umstrittener und bestreitbarer politologischer Werke und mit minuziöser Genauigkeit bearbeiteter Monographien. Der Name des Obersten Jenő Gyalókay ist lieber für die Kenner der Kriegsgeschichte bekannt. 46

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