Folia historica 18
III. Műhely - elméleti, módszertani, gyakorlati kérdések - Pallós Lajos: Történeti értékpapírok a Legújabbkori Történeti Múzeumban
60 Martos S.-Bcrkovits J.: i. m. 103. p. 61 1883. évi 31. tc. 62 A sorsjáték... 123. p. Pallós, Lajos Historische Wertpapiere in der Sammlung des Museums für die Geschichte der Neuesten Zeit I. Das Museum für die Geschichte der Neuesten Zeit sammelt schon seit drei Jahrzehnten historische Wertpapiere. Der größte Teil des Materials gelangte Anfang der 1980er Jahre ins Museum, als die Zentrale des Geldinstitutes je ein Exemplar derjenigen Wertpapiere übergab, die sie nach dem zweiten Weltkrieg während der Verstaatlichung amtlich einsammelte. Auf diese Weise verwahrt das Museum die größte Sammlung von Wertpapieren. In der Sammlung befinden sich mehr als 2.500 verschiedene Wertpapiere, die meisten sind Aktien, daneben sind Geschäftsanteile, Obligationen, Pfandscheine u.a. In Ungarn erschienen die ersten Wertpapiere in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Damals wurden die ersten Aktiengesellschaften gegründet, ungarische Hochadeligen stellten „Teilobligationen" genannte Pfandscheine aus, die auf österreichischem und deutschem Gebiet aufgekauft wurden. Auch die Erscheinung der ersten Prämienobligationen waren in Ungarn mit dem Hochadel verbunden. Auf den heimischen Märkten verbreiteten sich in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts mit dem Aufschwung des wirtschaftlichen Lebens parallel die Wertpapiere in größerer Menge. Täusende verschiedener Aktiengesellschaften, dann Genossenschaften wurden ins Leben gerufen, darunter auch solche Geldinstitute, die sich auch mit der Ausgabe von Obligatonen und mit Hypothekengeschäften beschäftigten. Von den 1870er Jahren an erschienen regelmäßig Assignaten in Form von Schatzscheinen und Obligationen. Die beliebtesten Wertpapiere der Epoche waren die zinstragenden Prämienobligationen. In den 1880er Jahren gab man zu Wohltätigkeitszwecken mehrmals Lose kleinen Wertes aus, die im Kreise der untersten Volksschichten sehr populär waren. Während des ersten Weltkrieges gab der Staat die meisten Wertpapiere aus, achtmal wandte er sich an die Bevölkerung des Landes um Leihgabe in der Form von Obligationen. Der Wirrwarr und Zusammenbruch nach dem Krieg, dann die Jahre der Stabilisation brachten viele neuen Unternehmen, bzw. Umorganisierungen, die zugleich die Erscheinung neuer Aktien mit sich brachten. Für die Ausgabe der ungarischen Wertpapiere war in den 1920er und 1930er Jahren typisch, daß es des öfteren solche Obligationen und Pfandscheine gab, die in ausländischer Währung ausgegeben wurden, also man wandte sich damit an das Ausland um Leihgabe. Die interessantesten Wertpapiere aus den Jahren des zweiten Weltkrieges sind diejenigen Staatsobligationen, die den jeweiligen geldlichen Gegenwert bestimmter Weizenmenge hatten, um die Wirkungen der Inflation zu vermeiden. Die Geschichte des ungarischen Wertpapiermarktes wurde Ende des 1940er Jahren mit den Verstaatlichungen abgeschlossen. Die ungarische Bevölkerung hatte in den 1950er Jahren Staatspapiere schlechter Erinnerung: die gezwungen verkauften sog. Friedensanleihen. 315