Folia historica 14
Németh Gábor: A kolozsvári csizmadia céh ónkannája 1633-ból. (Adalékok Erdély reneszánsz ónművességének történetéhez)
Die Zinnkanne von 1633 der Stiefelmacherzunft in Klausenburg. Beiträge zur Geschichte des Zinngewerbes in Siebenbürgen zur Renaissance—Zeit Die Zunftorganisierung der Handwerker in Kolozsvár (Claudiopolis, Clausenburg — Cluj) in der blühendsten Stadt von Seibenbürgen zur Zeit der Selbständigkeit des Fürstentums entfaltete sich etwas verspätet im Vergleich zu den ungarländischen Städten. Dieser Prozess begann erst am Anfang des 16. Jahrhunderts. Die Zunftbildungen nahmen einen raschen Aufschwung in den 1560er Jahren. Über eine selbständig organisierte Zinngiesser-, bzw. Kannegiesser-Innung blieben aber keine Angaben erhalten. Die Zünfte der langsam madjarisierenden Stadt bewahrten bestimmte Verbindungen zu den im Zunftwerden entwickelteren sächsischen Städten auch im 16—17. Jahrhundert. Die mit der Zinngusskunst gewissermassen gewerbverwandten Kupferschmiede z.B. gehörten bis zum Jahre 1762 der Zunft der Stadt Nagyszeben (Hermannstadt, Sibiu) an. Da die Zinngiesser von Kolozsvár zahlenmässig nie so bedeutend waren, wie die in den sächsischen Städten, in erster Linie in Nagyszeben, Brassó (Kronstadt, Brasov), Segesvár (Schässburg, Sighisoara), knüpften sie sich vermutlich auf irgendeine Weise an die frühzeitig organisierten Zünfte der sächsischen Städte an. Die Tätigkeit der Zunft in Nagyszeben kann von 1539 an dokumentiert werden, sie erhielt ihr erstes bekanntes Privileg 1568, gleich der Zunft in Brassó. Da die Sachsenuniversität (universitas saxorum) als Aufsichtsbehörde der Zünfte wirkte, erhielten die Zinngiesser der Städte Nagyszeben, Brassó, Segesvár und Medgyes (Mediasch, Medias), ein gemeinsames Zunftstatut mit ihren Zunftgenossen anderer sächsischen Städte und Marktflecken von der Sachsenuniversität. Mit den Privilegien wollte man in erster Linie gegen die Konkurrenz der Kaufleute Massnahmen treffen, die vom Ausland, hauptsächlich von deutschen Gebieten fertiges Zinngeschirr importierten. Trotz dem Mangel an Quellen der Zunft von Kolozsvár kann man die Tätigkeit ihrer Kannegiesser mit Hilfe der erhalten gebliebenen Produkte vom Anfang des 16. Jahrhunderts an verfolgen. Eine Zinnkanne der ehemals 23