Folia historica 13
Temesváry Ferenc: Fejezetek a Magyar Fegyvergyár történetéből VI.
kommen. Die wirtschaftspolitische Leitung Ungarns hielt die Befriedigung der deutschen Ansprüche „. . . auch durch Lieferung von den Reserven der Armee" unbedingt notwendig. In der ersten Hälfte des Jahres 1940 erreichte das Produktionsvolumen 100 Prozent der Kapazität betreffend das Kriegsministerium. Was die Munitions* und waffenerzeugung betrifft, wurde es erst vom September 1940 an charakteristisch, dass man bestimmte Munitionssorten mit Kapazitätsabnahme erzeugte, um eine Kontinuität der Herstellung zu sichern. Infolge des Geldmangels waren die Bestellungen des Kriegsministeriums zurückhaltend, die Industrie aber investierte keine höhere Summen freiwillig, deshalb verlangsamte sich das Tempo der Modernisierung. 1941 war das Jahr der wachsenden Kriegsvorbereitung, wegen der Schwierigkeiten in der Rohstoffanschaffung aber zugleich das Jahr des Und gleichmässigwerdens und teilweise des Rückfalles in der Produktion. Auch die ständige Anwesenheit und der Druck der militärischen Führung wirkte darin mit, dass es auch im Jahre 1941 zu immer neueren Investitionen kam. 1941 machte das Ärar immer konsequentere Versuche, die Preise herabzudrücken. In der Praxis berücksichtigten die Amtspersonen des Regierungskommissars für Preise bei der Kontrolle der Preiskalkulation selbst die sonst anerkannten Kalkulationsgrundsätze nicht. Infolge der Preismaximierung würde nur 95 Prozent der faktischen Auslagen ersetzt. Dazu trug nach bei, dass der Betrieb zur kostenlosen Lieferung von Kaliberlehren, zur unbonifizierten Munitionsproben verpflichtet wurde. Die 2%Erhöhung der Arbeitslöhne, die 25% Zuschläge für Überstunden, sowie die Verluste, welche sich aus der Einstellung neuer Arbeitskräfte wegen Kampagneaufgaben ergaben, die unvorteilhaften Rohstoffanschaffungspreise konnte man in den Produkten nicht realisieren. Es wurde ausser Acht gelassen, dass die Maschinen sich in der Waffen- und Gerätefabrik WGF noch nicht amortisiert haben, der Betrieb keinen eigenen Hochofen zur Herstellung von Luppen hatte und mit fremdem Kapitel gearbeitet hat, ferner dass die geplanten 3 millionen Pengő Investitionsmittel infolge des Druckes von Seite des Kriegsministeriums auf 20 Millionen gestiegen sind. In dieser ausserordentlich komplizierten politischen und wirtschaftlichen Lage, welche auch durch die vorhandene Spannung in der Gesellschaft erschwert wurde, trieben die deutschfreundlichen, eine territoriale Revision fordernden Vorstellungen unserer führenden Politiker Ungarn — die Realitäten völlig ungeachtet — in den 2. Weltkrieg hinein. 213"