Folia historica 10
Szilágyi Tibor: A bártfai stallum restaurálása (1981)
Die Restaurierung des Stallums von Bártfa Eine der schönsten Bauten auf dem Hauptplatz der Stadt Bártfa (deutsch: Bartfeld, slowakisch: Bardejov) am nördlichen Grenzrain des alten Ungarns ist die Sankt Ägidius Kirche im gotischen Stile erbaut. Besonders wertvolles Einrichtungsstück der Kirche war das sog. Bartfaer — oder Matthias — Stallum (Chorgestühl, Sitzbankreihe für die Mitglieder des Klerus), der der Uberlieferung nach im Jahre 1483 ververtigt wurde, als die Geschenke der Bürger von Bártfa an den König Matthias und die Königin Beatrix anlässlich ihrer Eheschliessung zurückkamen und verkauft wurden. Der Name des Schnitzers ist unbekannt, aber während der jetzigen Restaurierungsarbeit kam auf der inneren Seite der linken Seitenschliesswand ein F — förmiges Zeichen — 70 mm hoch und 5 mm tief — zum Vorschein, was vielleicht auf den Namen des Meisters hinweist. Zur Zeit des Millenniums war die Einrichtung der Kirche rekonstruiert, da wurde das aus 12 Bankreichen bestehende, gotische und Renaissance Motive tragende, auf beiden Seiten mit verzierten Seitenwänden schliessende Stallum in zwei Teile geschnitten, dadurch ist ein Teil zugrundegegangen. Der erhaltengebliebene Teil kam 1915 durch Ankauf in einem sehr schlechten Zustand in das Ungarische Nationalmuseum (Inventarnummer: 1915. 86. 2.), wo das in den 30-er Jahren von den damaligen Möbelrestauratoren Menyhért Majhen restauriert wurde. Während dieser Arbeit wurden die aus den ursprünglich sechs ungeschmückten und sechs verzierten Sitzbänken erhaltengebliebenen fünf verzierten Sitzbänke nebeneinandergestellt, die in der historischen Ausstellung des Ungarischen Nationalmuseums auch heute in dieser Form zu sehen sind. Eine neuere Restaurierung des Stallums erfolgte im Jahre 1981 durch die Arbeit des jetzigen Möbelrestauratoren des Ungarischen Nationalmuseums Tibor Szilágyi. 230