Folia historica 6
Temesváry Ferenc: Fejezetek a Magyar Fegyvergyár történetéhez II.
Versuche, die zwischen 1881 — 1884 argestellt wurden. Man schrieb insbesonders viel Artikel über den, von Ferdinand Mannlicher in den ersten Tagen des Januars 1885 vorgelegten, mit einem Fünfpatronen-Magazin versehenen Geradezug-Verschluss. Trotz der Kritiken, die diese Waffe hervorrief, wurden schon 1886 6000 Stück Mannlicher erzeugt, worin das Rüsten Deutschlands, Frankreichs und Italiens keine geringe Rolle gespielt hatte. Diese Waffe war auf die 11 mm Werndl-Patron aufgebaut, trotzdem der Kriegsminister erklärt hatte, die mehrschüssige Waffe auf die Werndl-Munition zu konstruieren wäre falsch, da schon der Volksaufstand darauf Anspruch habe. Unter diesen Umständen ist es erklärlich, dass 1886 die Gründung einer ungarischen ärarischen „Waffenfabrik" eine immer dringendere Forderung wurde. „Ein unverzeiliches Versäumnis, eine Sünde geradezu würde die ungarische Regierung an das ungarische Volk verüben, wenn sie jetzt anlässlich der Anschaffung der Repetierwaffen nicht ganz entschlossen forderte, dass „der Staat nicht durch die Privatindustrie, sondern im Selbstbetrieb und zwar nicht in Österreich, sondern auf ungarischem Gebiet in der ungarischen Hauptstadt, eine Fabrik unverzüglich bauen lasse." Die ursprünglichen Pläne wurden nicht verwirklicht, da die Fabrik nicht vom Staate, sondern von Privatunternehmern gegründet wurde. Die daran interessierte Werndl-Fabrik äusserte sich auch folgendermassen: „.. . von der zu gründenden Waffenfabrik hat der Österreicher nichts zu befürchten, denn der wird die Lieferung, an die Armee beenden, bevor sein Konkurrent sich an die Erzeugung machen kann." Die Sache der ungarischen Fabrik näherte sich am 30. Januar 1887 der Verwirklichung, die Berliner Loewe CommanditGesellschaft begann Verhandlungen mit dem ungarischen Kriegsminister, Baron Fejérváry und im Mai 1887 reichte Gustav Roos, Generalvertreter der Londoner und Stockholmer Waffenfirma Nordenfeit eine Offerte in Budapest ein. Die Opposition des ungarischen Parlaments war unzufrieden, weil sie Waffenfabrik mit Einschaltung der ungarischen Industrie verwirklichen wollte. Die ungarische Fabrik -betonten sie-sei alles andere, nur nicht ungarisch, es stellen sich doch ausländische Unternehmer mit aus dem Ausland importierten Maschinen auf und wird kein ungarisches Rohmaterial dabei verwendet. Nach den Vorverhandlungen wurde der erste grosse Schritt am 3. Februar 1888 gemacht als Finanzausschuss der ungarischen Regierung den Gesetzentwurf Nummer 97 über die der in Budapest zu errichtenden Waffenfabrik zu gewährenden staatlichen Begünstigungen machte." Darauf machten die Fachleute den Vorschlag, der 188