S. Mahunka szerk.: Folia Entomologica Hungarica 50. (Budapest, 1989)

Die ziemlich wenig erforschte Entomofauna ist besonders intressant und artenreich. Schmetterlinge sammelte E. Kraushaar zwischen 1921 und 1928, hauptsächlich in der Umge­bung von Nädrag (Nadrág). F. König erforscht seit Jahrzehnten die Lepidopterenfauna des Gebietes und berichtete darüber in einigen inhaltsreichen Arbeiten. Die Käferwelt wurde bis­her nur sehr wenig erforscht, einige spärliche Daten stammen von I. Mailász noch vom En­de des vorigen Jahrhunderts. Ich beobachtete und sammelte Coleopteren, hauptsächlich Carabiden in folgenden Teil­gebieten: im Nädrag-Tal zwischen den Eisenhütten von Nädrag und "Capriorul" Touristenhüt­te (884 ml; am Südwesthang entlang des Timis,­(Ternes* Flusses zwischen den Ortschaften Caväran (Kavarán) und Tincova (Tinkova); im Liman- und Bega-Tal zwischen Tomesti und Luncani; in den Wäldern bei der Romanesti-Höhle; im Poiana Strimba-Gebiet; im Läpugiu­Tal zwischen Lapugiul de Sus und Valea Seaca; in den Wäldern beim Surduc-Ftrdea Stausee, also hauptsächlich in den westlichen und nordwestlichen Ausläufern der Gebirgsgruppe. Es handelt sich dabei nur um einen kleinen Teil des Gesamtmassivs, ausgedehnte unerforschte Gebiete, einschliesslich die Gipfelzone sollen später erforscht werden. Als carabologisch intressanteste Gebiete, wo ich die neuen Populationen von C. com­ ptus entdeckte, haben sich das Nädrag-Tal und die Umgebung von Cavaran und Tincova er­wiesen. In den verhältnissmässig niederschlagsreichen Buchenwäldern des Nädrag-Tals ge­deiht eine reiche Carabus­Fauna mit nicht weniger als zwölf Arten, wobei gerade C. comptus an solchen Umweltbedingungen angepasst zu sein scheint. Der Abschnitt Cavaran-Tincova be­ginnt unten mit sonnenbeschienenen Hangen, wo auf die Terrassen des Timi^-Flusses in 150­200 m Höhe eine Pflanzengemeinschaft von Birken und Wacholdern eine bemerkenswerte En­tomofauna beherbergt. Weiter oben in 300-400 m Höhe beginnen die Steineichen- und Buchen­wälder, wo sich ebenfalls ein günstiger Lebensraum für C. comptus befindet. Die neuent­deckten Populationen aus den zwei erwähnten Abschnitten zeigen aber merkwürdigerweise morphologische Unterschiede, weshalb diese auf zwei verschiedene Stufen der taxonomischen Hierarchie-Treppe eingeordnet werden müssen. Im Juli 1984 sammelte ich zusammen mit dem jungen Biologiestudenten, einem ausge­zeichneten Entomologen und leidenschaftlichen Sammler Ulrich Hoffmann aus Bayreuth (Bun­desrepublik Deutschland* in der Umgebung von CäVäran. Als uns das für C. comptus unge­wöhnliches Aussehen der erbeuteten Exemplare aufgefallen ist, haben wir uns entschlossen darüber in einer Fachzeitschrift zu berichten. Tragischerweise verstarb der 22-jähriger Freund im Januar 1986 als Opfer eines Verkehrsunfalls. Die bekannten Carabidenspeziali­sten F. Kleinfeld und A. Korell haben in der Entomologischen Zeitschrift, Frankfurt a. M. Nr. 15 vom 1 August 1986 aufgrund des zugesandten Materials und Besprechungen mit U. Hoff­mann, einen Bericht veröffentlicht und benannten die neue Form laut meinem Vorschlag ul­ richhoffmanni, natio nova, als trauriges und wohlverdientes Andenken an unseren verstor­benen Kollegen. Die obenerwähnten Autoren schliessen ihren Bericht mit der folgenden Be­merkung: "Falls sich herausstellen sollte dass ulrichhoffmanni über ein grösseres Gebiet verbreitet ist und Übergangsformen sowie Rückschläge zur C. comptus comptus fehlen, wer­den wir den Status der Form revidieren und die Rangerhöhung zur Subspezies erwägen." Wie es aus der vorliegenden Arbeit ersichtlich ist kommt C. comptus tatsächlich auch in ande­ren Zonen der Gebirgsgruppe vor. Da aber der Bericht der beiden obenerwähnten Autoren sich nur auf die Cavaran-Population bezieht und als natio nova betrachtet wird, wobei die Verfasser keine Stellung in Verbindung mit der verwandten Nädrag-Population genommen haben, halte ich die vorliegenden Erörterungen für notwendig. Dementsprechen betrachte ich aufgrund geographischer, ökologischer und morphologischer Argumente die Nadrag-Popula­tion als Subspezies mit ausgeprägten aus beständigeren, zur Nominatform näherstehenden Merkmalen, die Population von Cäväran dagegen als eine Form dieser Unterart. Hiermit schlage ich folgende Statusänderungen vor. Carabus (Eucarabus* comptus ulrichhoffmanni ssp. nov. (stat. nov. 1 (Abb. 2-3* Holotypus: 1 <j), gefunden unter einem Stein vor der Waldarbeiterhütte "Gosta" (400 m) im Nädrag-Tal, am 1 Juni 1981, leg. P. Lie, in coll. P. Lie. - Paratypen: 151 Stck aus Bodenfallen mit Essigköder. Männchen und Weibchen annähernd in gleicher Anzahl. Auf Jah­re verteilt: 1982, 9 Stck; 1983, 2 Stck; 1984, 3 Stck; 1985, 18 Stck; 1986, 55 Stck; 1987,

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