S. Mahunka szerk.: Folia Entomologica Hungarica 43/2. (Budapest, 1982)
grosse Flächen unter Eis, während das viel nördlicher gelegene Neukaledonien nur kühler und mehr humid wurde. Die eustatischen Veränderungen des Wasserniveaus während der grössten Vereisungen legten grosse Gebiete trocken, das auch den Faunenaustausch mit den naheliegenden Inseln ermöglichte. Die Analyse der Tenebrionidenfauna Neukaledoniens beweist, dass manche Gruppen auf diesen Inseln in verschiedenen Perioden gekommen sind. Uraltes Element 1st die endemische Gattung Callismilax F. Bates, 1873; sie besitzt aber keine Verwandten weder in Afrika noch in Südamerika, so dass sie voraussichtlich jünger ist als die Adeliini. Diese Gattung ist In Neukaledonien während der vielseitigen und wechselvollen geologischen Entwicklung in wenigen Urformen ausgebildet und manche Typen sind explosionsartig differenziert. Eine nächstverwandte Gattung ist Titaena Erichson, 1842 aus Ostaustralien sowie Tasmanien mit 9 Arten und Artistona F. Bates, 1873 aus Neuseeland, ebenfalls mit 9 rezenten Arten. Das Alter der ungeflügelten Cnodaloninengattungen von Neukaledonien ( Chlorocamma F. Bates, 1873, Isopus Montrouzier, 1860, Episopus F. Bates, 1873) ist schwer festzustellen. Für die Urform halte ich die geflügelten Gattungen der Verwandtschaft der papuanischen Chariotheca Pascoe, 1860. Von dieser Gruppe ist in verschiedenen Richtungen eine durch die Flügelloslgkeit entstandene Spezialisation ausgegangen, und in Neukaledonien ist die Gattung Isopus - ebenfalls zu den ganz wenigen Typen zurückgehend - hoch differenziert. Für die Verwandtschaft dieser Gattungen je eine monotypische Gattung in Neuseeland und auf der Norfolkinsel - spricht eine spätere Ausbildung als das Vorhandensein von Callismilax in Neukaledonien. Noch spätere Einwanderung lässt die Gattungen Lorelus Sharp, 1876, Iscanus Fauvel, 1904, und Menimus Sharp, 1876 vermuten. Lorelus und Iscanus sind in diesem Gebiet flugfähig, unter den Arten der polynesischen Iscanus gibt es auch flügellose Arten; Menimus ist innerhalb eines Gebietes, ebenso in Neuseeland wie in Neukaledonien teils voll geflügelt, teils flugunfähig. Die flugunfähigen Arten dieser Gattung sind durch Isolation (ökologische Isolation?) aus denselben Stämmen entstanden wie die flugfähigen und wenn man In Betracht zieht, wieviele Arten dieser Gattung in Neuseeland und auch in Neukaledonien flügellos sind, welche sich aufgrund dieser Eigenschaft durch eine Anzahl plesiomorpher Merkmale von den flugfähigen Arten weiterentwickelt haben, kann man die Gattung Menimus , als indoaustralisches Element, in diesem Gebiet ebenfalls der alten, jedoch verhältnismässig jüngeren Periode zurechnen. Weitere Arten, bzw. Gattungen, wie Parahyocis championi (Fauvel, 1904), die Arten der Gattung Diphyrrhynchus Fairmaire, 1849 sind Meeresstrandtiere und man erwartet noch weitere, bis jetzt nicht gefundene Arten dieser Type in dem Gebiet, namentlich Trachycelis Latreille, 1809 und Epiphaleria Lewis, 1894. Ebensolche verhältnismässig neue Elemente sind die verschiedenen Bodentiere der Gattungen Brachyidium Fairmaire, 1883 und Gonocephalum Solier, 1834, von denen keine Art endemisch ist, weiters Caedius Mulsant & Rey, 1859, von der die einzige Art In Neukaledonien endemisch ist, sie steht aber mit den zahlreichen australischen Arten in Verbindung. Dazu gehören noch die uralten, Gondwana-Elemente, die Arten der Gattungen Calymmus Doué in Montrouzier, 1860, Trachyderastes gen.n., weiters die Phrenapaflnen-Gattungen Archeoglenes Broun, 1893, Dioedus LeConte, 1862 und Tagalinus Kaszab, 1977; unter diesen zeigt Calymmus eine sehr enge Verwandtschaft mit den südamerikanischen Gattungen Ozolais Pascoe, 1866 und der bis jetzt für Calymmus gehaltenen, aber einer neuen Gattung ( Wattius ) zuzurechnenden, ebenfalls südamerikanischen Form. Sie fehlen in Australien und auch in Neuseeland. Trachyderastes ist eine Gattung mit südamerikanischer und australischer Verwandtschaft. Die Gattungen der Phrenapatinen, vor allem Dioedus und Archeoglenes haben in dem ganzen Gondwanaland breite Verbreitung und gehören zur alten, ursprünglichen Gondwana-Fauna. Sie sind untereinander wenig differenziert und haben die einheitliche Gattungsmerkmale in allen Faunen beibehalten. Wie bekannt, ist die eozäne-oligozäne Bernsteinfauna von den modernen Faunen kaum zu unterscheiden. Die Gattungen der arborealen tropischen Fauna sind bis zu dieser Periode entstanden und die meisten Formen können zu den heute, vorkommenden Gattungen, Gattungsgruppen oder Triben eingereiht werden. Bei einer so speziellen Fauna, wie die neukaledonische, wo die Elemente aufgrund der Kontinentalverschiebung frühere Zusammenhänge voraussetzen, muss auch die Entstehung der hier charakteristischen und endemischen, aber mit der Fauna von Neuseeland, Australien und Südamerika eine Verwandtschaft demonstrierende Fauna auf eine weit frühere Ausbildung und Differentiation hinweisen. Die lange geologische Periode und die grosse Isolation vom Kontinent sowie von den sie umgebenden Inseln ermöglichen auch eine autochthone Spezialisation gewisse Formen, welche die Sonderstellung dieser Komplexe bekräftigt.