S. Mahunka szerk.: Folia Entomologica Hungarica 30. Suppl. (Budapest, 1977)

auch in der Zeit ihrer lang anhaltenden Isolation von den anderen Territorien des heu­tigen Festlandes der Balkanhalbinsel und nach dem Verschwinden der die Invasion an­derer Formen von Nordwest verwehrenden Barrieren behielten sie ihre Areale aus­schliesslich oder vorwiegend für sich (eine wesentliche Rolle dabei spielten jedoch auch ökologische Unterschiede - siehe IV. 3). b/ Die zweite Gruppe der Ursachen, die mit der Entstehung der isolierten (ins­besondere sehr kleinen) Areale einiger Formen verbunden sind, ist in den Veränderun­gen der klimatischen und vegetationsmässigen Verhältnisse in einigen Gebirgen des Bal­kan während der Eiszeiten und Zwischeneiszeiten zu suchen. Besonders wichtig für die Biotope der Gattung Molops war die mehrere Male sich wiederholende Höhenverschiebung der Waldgrenze (und in ihrem Rahmen der Laub- und Nadelwaldzone); eine eingehendere Analyse dieser Zusammenhänge geht freilich wieder über die Möglichkeiten der vorlie­genden Arbeit hinaus (informative Angaben über derartige Veränderungen auf den Haupt­gebirgen Jugoslawiens siehe z.B. MATVEJEV, 1961). Im allgemeinen lässt sich vor­aussetzen, heutige Formen der Gattung Molops seien oft Produkt einer mehrere Male wiederholten, oft entgegengesetzten "Wanderung" der einzelnen Populationen entsprechend den sich ändernden klimatischen und vegetationsmässigen Bedingungen. Die Temperatur­abnahme (einschliesslich Eisbedeckung) erzwang sich Bewegungen, bei welchen einige Populationen ihre Existenz offensichtlich nur in den isolierten Biotopen mit günstigem Mikroklima verteidigt haben. Bei der Erwärmung kam es nachher zum Zusammenstossen dieser für lange Zeit hindurch isolierten Populationen mit den Populationen, die in nied­rigere Lagen abgewandert waren und die nach der Erwärmung ihr Areal wieder in hö­here Lagen hinauf ausbreiten. In mehreren Fällen behielten die für lange Zeit hindurcl isolierten Populationen auch nachher einige charakteristische Merkmale bei und bilden heutzutage Lokalrassen bzw. monotypische Arten in den kleinen Territorien; in anderen Fällen wurden durch Hybridisation stark variable Übergangsformen gebildet. Bei diesen letzteren Populationen - die bei einigen Arten, wie simplex , alpestris , obtusangulus , rufipes an einigen Territorien dominieren - lässt sich allerdings kaum mit Sicherheit unterscheiden, ob es sich dabei um den ZerfaU der ursprünglich mehr unterscheidbaren Populationen einiger Lokalformen oder ob es sich im Gegenteil um eine Rasse "in statu nascendi" handelt. Aus der taxonomischen Sicht ist es offensichtlich am richtigsten, un­klar unterscheidbare Taxa nicht künstlich zu schaffen, sondern derartige Populationen als stark individuell-variable Übergangsformen mit Merkmalen zweier(oder sogar mehre­rer) anderer konstanter Formen zu bewerten. Für völlig ungeflügelte Molops-Arten schafft eine praktisch unüberwindbare Bar­riere auch die Unterbrechung des ursprünglich einzigen Biotops durch relativ kleine (ei­nige Kilometer) Hindernisse, die auch als Folge menschlicher Tätigkeit, z. B. infolge von Waldbränden usw. , entstehen können. Solche relativ kleine Zonen, waldlos und durch Sonne ausgetrocknet, können so wirkungsvoll sehr kleine Biotope und in ihnen lebende Molop s - Populationen isolieren. c/ Die dritte Gruppe von Ursachen, die isolierte Areale einzelner Formen bil­den, hängt offensichtlich mit dem geologischen Untergrund verschiedener Gebirge und mit dem unterschiedlichen Typus der biogeographischen Territorien (siehe IV. 3) zusam­men. Eine besonders deutliche Rolle scheint bei einigen Arten offensichtlich die Bindung an den Kalkuntergrund des Biotops zu spielen ( M. robustus , rufipes , teilweise elatus u. a. ). Die mit dem geologischen Untergrund des Biotops zusammenhängenden Faktoren beeinflussen allerdings eher die Verbreitung der ganzen Arten und Artengruppen als dass sie eine Bildung englokaler Rassen bewirken. Analoge Bedeutung haben auch ökologische Unterschiede, die mit zwei verschiedenen Typen der Waldzonen auf dem Balkan zusam­menhängen (eingehender siehe IV. 3). Als Hauptschlüssel zum Verstehen des ausserordentlich bunten Mosaiks der mik­rogeographischen Lokalrassen der Molops-Arten sind also vor allem die unter b/ an­geführten Ursachen zu betrachten. Diese Lokalrassen sind grösstenteils ökologische Rassen. Im allgemeinen ist allerdings jede ökologische Rasse eine geographische Rasse (MAYR, 1963:455). Indem ich den Begriff der ökologischen Rasse betone, denke ich in Wirklichkeit, dass die eigentliche Ursache der Entstehung der so grossen Anzahl der Lokalrassen nicht die geographischen Barrieren und die Unterschiede der Lebensbedin­gungen im breiteren geographischen Mass-Stab darstellen,sondern die Zersplitterung der

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