S. Mahunka szerk.: Folia Entomologica Hungarica 30. Suppl. (Budapest, 1977)

die diese Zähnchen bei der zweiten grossen Entwicklungslinie, bei den Artengruppen VII (alpestris) und VIII (elatus) angenommen hat; es kommt hier also zu einer parallelen Entwicklung desselben Merkmals im Rahmen zweier verschiedener Entwicklungslinien der Gattung. Beim ovipennis kommt es überdies noch zu der parallelen, mit der dritten grossen Entwicklungslinie ( rufipes- und piceus-Gruppen) übereinstimmenden Entwicklung der habituellen Merkmale (Halsschild- und Flügeldeckenform). Die Artengruppen III (simplex) und IV (ovipennis) stellen nach meiner Meinung eine Entwicklungsrichtung im westlichen Teil des Gattungsareals (dinarisches Gebiet) dar, bei der eine prinzipielle Übereinstimmung der Grundmerkmale an Kopulationsorganen mit der ursprünglichen Entwicklungsrichtung konserviert wurde, wo allerdings "im Klei­nen" dieselbe Entwicklungstendenzen der übrigen morphologischen Merkmale wie im Rah­men der ganzen Gattung zur Geltung gekommen sind. Die prinzipielle Übereinstimmung der Merkmale an den Kopulationsorganen stellt diese westliche Populationen noch zur ersten grossen Entwicklungslinie, während bei den Populationen in anderen Gebieten des Gattungsareals analoge Entwicklungstendenzen zum Entstehen von weiteren selbständigen grossen Entwicklungslinien führten (siehe eingehender im weiteren Text - die II und III Entwicklungslinie ). Eine analoge Entwicklungsrichtung im östlichen Teil des Gattungsareals (bulgari­sches Gebiet) stellen wahrscheinlich die Gruppen V ( dilatatus ) und VI ( rhodopensis ) dar; beim dilatatus ist dabei auch der häutige Lappen im Innensack verschwunden (wie es bei den übrigen Entwicklungslinien auch der Fall ist). b/ Die zweite Entwicklungslinie (Artengruppen: alpestris - elatus - curtulus) trägt folgende morphologischen Grundmerkmale: Aedoeagusspitze gedehnt, bei Dorsalansicht meistens + dreieckförmig, oft nach unten gekrümmt (manchmal dabei scharf zugespitzf); im Innensack sind zwei bis drei Gruppen von breiten, kurz zugespitzten Zähnchen vor­handen (nur bei der curtulus -Gruppe mit schmalen, lang zugespitzten Zähnchen kombi­niert); Valvifer rautenförmig, im Distalteil kurz, dreieckig. Eine derartig definierte Entwicklungslinie umfasst alle angeführten Artengruppen (VII-IX). Die Formen dieser Entwicklungslinie wurden wahrscheinlich durch ökologische Veränderungen im Gebiet der radikalen klimatischen Umwandlungen der Molops-Biotope im Quartär ins Leben gerufen (siehe auch III. 2-b und rV". 3-b), Diese Entwicklungslinie hat - insbesondere bei der progressiven Art M. elatus, deren Areal weit nach Norden bis Mitteleuropa reicht * eine grosse Anpassungsfähigkeit an neue Lebensbedingungen beweisen. Die elatus - Artengruppe entstand wahrscheinlich im nordwestlichen Teil des Gat­tungsareals und breitete sich von da nach Norden, Nordosten und Südosten aus. Dem­gegenüber stellt die alpestris-Gruppe wahrscheinlich eine östliche Parallele derselben Entwicklung dar und breitete sich vom Osten (Bulgarien) nach Südwesten aus. Im Zen­trum des Gattungsareals - in Bosnien und Herzegowina - leben deshalb heute beide Ar­tengruppen zusammen. Die Formen des obtusangulus-Rassenkreises kann man wahr­scheinlich teilweise als Resultat des Zusammenstossens beider Artengruppen auffassen. Die curtulus -Artengruppe scheint demgebenüber ein Resultat des Zusammenstossens der elatus-obtusangulus-Formen mit den Formen der III, grossen Entwicklungslinie (Arten­gruppen rufipes und piceus ) darzustellen; vom morphologischen Gesichtspunkt aus sind bei der curtulus-Gruppe einige wichtige Merkmale mit den Gruppen rufipes und piceus übereinstimmend (eine Gruppe von schmalen, lang zugespitzten Zähnchen im Innensack des Aedoeagus; eine Tendenz zur Bildung der Hörnchen und Ausbuchtungen an der Flü­geldeckenspitze, die für piceus-Weibchen charakteristisch ist); vom zoogeographischen Gesichtspunkt aus wäre dies gut möglich, weil die Areale der Gruppen IX ( curtulus ) und X (rufipes) aneinander grenzen und sich teilweise überdecken. c / Die dritte Entwicklungslinie (Artengruppen: rufipes - piceus) trägt folgende morphologischen Grundmerkmale: Aedoeagusspitze gedehnt, bei Seitenansicht deutlich nach innen gekrümmt, bei Dorsalansicht schmal, +_ parallelseitig oder schwach nach un­ten gekrümmt oder in Gegenteil breit, deutlich nach innen gekrümmt, in der Regel mit einem verdickten Hörnchen an der Spitze, Unterrand oft gewellt; im Innensack liegen die schmalen, lang zugespitzten Zähnchen immer senkrecht, in 3-4 Gruppen verteilt oder im Gegenteil unregelmässig zerstreut; Valvifer deutlich schulterblattförmig, mit einem charakteristischen Lappen am inneren (linken) Rande. In eine derartig breit definierte

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