S. Mahunka szerk.: Folia Entomologica Hungarica 30. Suppl. (Budapest, 1977)

a/ Molops peristericus Apf. - eine monotypische, endemische Art von Griechen­land (Mazedonien); durch äussere Grundmerkmale wird sie in die Nähe der spartanus ­Gruppe eingeordnet, im Innensack des Aedoeagus befindet sich jedoch nur eine kleine Gruppe von breiten, kurz zugespitzten Zähnchen, dem M. simplex am ähnlichsten (Abb, 63). Ich habe deshalb diese Art ausserhalb der Gruppen belassen und im Gattungssystem zwischen die Gruppen II ( spartanus ) und III ( simplex ) eingeordnet. b/ Molops bosnicus Gangib. - eine monotypische, endemische Hochgebirgsart von Bosnien; die äusseren Grundmerkmale stellen sie am nächsten zu simplex und ovipennis (bzw. zum dilatatus ), der Innensack besitzt jedoch drei deutliche Gruppen von schmalen, lang zugespitzten Zähnchen (Abb. 117). Ich habe diese Art im Gattungssystem zwischen die Gruppen IV (ovipennis) und V ( dilatatus ) eingeordnet. c/ Molops merditanus Apf. - endemische Art von Nordalbanien und Südostmonte­negro; die meisten Merkmale stellen sie zu den Formen des obtusangulus-Ras Senkreises (MÜLLER, 1930: 125 führt diese Art als eine obtusangulus-Rasse an); im Innensack be­finden sich allerdings zwei ganz verschiedene Zähnchengruppen: eine von breiten, kurz zugespitzten, die andere von schmalen, lang zugespitzten Zähnchen (Abb. 231), d.h. es handelt sich klar um eine für die curtulus-Gruppe charakteristische Struktur des Innen­sackes. Deshalb habe ich auch diese Art ausserhalb der Artengruppen belassen und im Gattungssystem zwischen die Gruppen VIII (elatus­obtusangulus ) und IX ( curtulus ) einge­ordnet. VI. 4. Vom morphologischen Gesichtspunkt aus kann man in den angeführten 11 Artengruppen (VI. 2) drei grosse Entwicklungslinien der Gattung feststellen: erste Ent­wicklungslinie der Artengruppen I-VI, zweite Linie der Gruppen VII-IX und dritte selb­ständige Entwicklungslinie der Gruppen X-XI. Auf Grund der angewandten morphologischen Merkmale darf man wohl keine phy­logenetische Hypothesen geben, weil nicht ohne weiteres zu sagen ist, welche Merkmale apomorph und welche plesiomorph sind (kurze - ausgedehnte Aedoeagusspitze, schmale, lang zugespitzte - breite, kurz zugespitzte Zähnchen im Innensack, schulterblattförmi­ger - rautenförmiger Valvifer usw. ). Vom zoogeographischen Gesichtspunkt aus kann man jedoch zum Schluss kommen, dass die Formen, die in solchen Gebieten leben, wo die Entwicklung der Molops-Biotope im Quartär ohne stärkere Zerstörungen verlief, den ursprünglichen Entwicklungsstufen näher stehen als die Formen, deren heutiges Verbrei­tungsgebiet im Quartär (insbesondere während der Eiszeiten) in ökologischer Hinsicht radikal verändert wurde. Mittels derartiger Gesichtspunkte halte ich also für möglich, die gegenseitigen Entwicklungsbeziehungen der drei grossen Entwicklungslinien der Gattung Molops hypotetisch zu charakterisieren. a/ Die erste Entwicklungslinie (Artengruppen: robustus - spartanus - simplex ­ovipennis - dilatatus - rhodopensis ) trägt folgende morphologische Grundmerkmale: Ae­doeagusspitze relativ kurz, bei Dorsalansicht am Ende stumpf abgerundet; im Innensack ist eine einzige Zähnchengruppe und (mit Ausnahme der dilatatus-Gruppe) ein häutiger, skierotisierter Lappen vorhanden; Valvifer gedehnt, schulterblattförmig, mit gedehntem, parallelseitigem Distalteil. In den Rahmen einer derartig breit definierten Entwicklungs­linie reihen sich dann vom morphologischen Gesichtspunkt aus alle angeführten Arten­gruppen (I-VI) ein. Den ursprünglichen Entwicklungsstufen steht wahrscheinlich die Gruppe II (spar­tanus) am nächsten, deren Areal sich südwärts von der Linie Valona - Vermion (ca 40° 30'- nördlicher Breite) über das ganze Griechenland ausbreitet. In diesem Gebiet wur­den Relikte der ursprünglichen (tertiären) ökologischen Bedingungen für Molops-Arten maximal erhalten (siehe IV. 3-1) und hier lebende heutige Formen kann man als den Ur­sprungsformen der Gattung sehr nahestehend auffassen; es handelt sich dabei um For­men der ehemaligen südlichen Aegeida: die Nordgrenze des Verbreitungsareals der spar­tanus-Gruppe stellt ungefähr eine Linie dar, wo wahrscheinlich die ehemalige Aegeida in einen nördlichen und südlichen Teil durch eine Meerenge geteilt wurde. Die Formen der Gruppe II ( spartanus ) und die mit ihr am ehesten verwandte Gruppe I ( robustus ) halte ich deshalb für die wahrscheinlich ältesten Entwicklungsfor­men der Gattung. Alle Arten der Gruppe I sind in verhältnismässig kleinen, isolierten Gebieten an Grenzen des Gattungsareals endemisch, während das Zentrum des Gattungs­areals (Bosnien, Herzegowina, Montenegro und Mazedonien) von Formen der übrigen

Next

/
Oldalképek
Tartalom