Folia archeologica 54.

Tibor Kemenczei: Funde der skythisch geprägten Aföld-gruppe in Trans-danubien

FUNDE DER SKYTHISCH GEPRÄGTEN ALFÖI.D-GRUPPE IN TRANSDANUBIEN 117 frühskythischen Kunst. Sogar mehrere Exemplare ähnlicher Köcherverzierungen mit Tierfiguren, Tierkampfdarstellungen kamen in der Osthälfte des Karpaten­beckens zum Vorschein, 1 8 ihre Analogien sind aus der frühen Skythenzeit aus dem Waldsteppengebiet, bzw. aus dem Steppengebiet bekannt. 1 9 Obwohl neuerlich auch solche Meinungen geäußert wurden, wonach derartige Köcherverzierungen zuerst in den Werkstätten im Karpatenbecken hergestellt worden waren, 2 0 aber dieser Hypothese widerspricht jene Tatsache, dass der skythische Tierstil nicht dort ents­tand. Die Produkte der Werkstätte in Siebenbürgen und in der Tiefebene waren jene kreuzförmige Köcherverzierungen, die statt Tiermotive mit geometrischem Muster verziert wurden. Diese Exemplare sind jünger, als die Stücke im Tierstil. In Transdanubien kam davon kein exemplar zum Vorschein. Aus zahlreichen Bestattungen der Alföld Gruppe gelangten Eisentrensen vom Vekerzug-Typ ans Tageslicht. In Transdanubien kamen sie an zwei Fundstellen zum Vorschein. 2 1 In Szentlőrinc stammen sie aus vier Bestattungen (Abb. 7, 9), in Cser­szegtomaj ist welche als Streufund bekannt (Abb. 2, 6). Die Eisentrensen vom Ve­kerzug-Typ waren sehr lange, d.h. von der zweiten Hälfte des 7. Jahrhunderts v. Chr. bis zum 5. Jh. v. Chr. im Gebrauch. Die Exemplare von Szentlőrinc sind die Denk­mäler des letztens erwähnten Jahrhunderts, das Stück von Cserszegtomaj ist älter, stammt vermutlich aus dem 6. Jh. Die im Siedlungsfund von Celldömölk - Sághegy befindlichen zwei Trensenk­nebel aus Geweih mit drei Löchern sind vom skythischen Typ. (Abb. 3, 1-2). Jene Trensenknebel, bei denen das eine Ende die Form des Pferdehufs hat, sind häufig vorgekommene, typische Bestandteile des Pferdegeschirrs der frühskythischen Zeit im Steppengebiet.-­Ein wichtiger Bestandteil der skythischen Bewaffnung des Steppengebietes war die eiserne Streitaxt. Westlich der Karpaten war diese Waffe nur für die Alföld­Gruppe typisch, fast hundert Exemplare sind bekannt. 2 3 Auch in den Bestattungen der skythischen Gruppe in Siebenbürgen wurden mehrere Exemplare gefunden. 24 Westlich der Donau, bei der Volksgruppe der Hallstattkultur wurde der Gebrauch dieses Waffentyps nicht verbreitet, dort kamen nur aus den Bestattungen in Som­lóhegy-Sédviz zwei Fundstücke zum Vorschein (Abb. 6, 6-7). Diese stammen aus der Periode Hallstatt C2. Aus der Tiefebene konnten einige eiserne Streitäxte ins ferner im Westen liegende Gebiete gelangen, so ins Gebiet der mitteleuropäischen Halls­tattkultur, der südostalpinen Hallstattkultur, bzw. des Nordost- und des Mittel-Bal­kan. 2 5 Im Vergleich zu den eisernen Streitäxten wurden die bronzenen Pfeilspitzen skythischen Typs im Gebiet der Hallstattkultur viel häufiger gebraucht. Zu den äl­testen Varianten, die im 7. Jh. ins Karpatenbecken gelangten, gehören jene Pfeils­pitzen, die in Győr (Abb. 2, 7), in Celldömölk - Sághegy (Abb. 3, 3) zum Vorschein kamen, sowie die Mehrzahl der in Velem - Szentvid (Abb. 8, 5-7) erschlossenen Exemplare. Für manche Fundstücke ist typisch, dass sie zweiflügelig sind und sei­tens auf dem langen Tüllenteil unten einen kleinen Dorn haben. Zu diesem Typ gehört die bedeutende Mehrzahl der vielen bronzenen Pfeilspitzen der Hallstatt­kultur aus der großen Erdburg von Smolenice-Molpir (Szomolány) in der Siidslo­1 8 FETTICH 1934, 44; KEMENCZEI 1986, 118. 1 9 POLODOVIC 2000, 48. 2 0 HELLMUTH 2007, 83. 2 1 WERNER 1988; KEMENCZEI 1985, 43-68. 2 2 I'I.INSKA|A-TERENOZKIN 1983, 243. 2 3 PÁRDUCZ 1973, 60. 2 4 VASILIEV 1980, Taf. 15. 2 5 KEMENCZEI 2009, 41-42; EGG 1978, 195. Abb. 5.

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