Folia archeologica 53.
Mráv Zsolt: Traianus-kori monumentális építései felirat a carnuntumi legiotáborból
Am KRsi s P ARTHOS 131 Der dem Namen nach gewiss aus Thrakien stammende Aurelius Bithus 4 9 ist auf Grund seiner Entlassung im Jahre 240 n. Chr. höchstwahrscheinlich 215 n. Chr. oder eventuell etwas früher Soldat geworden. 5 0 Wenn er am Anfang des Jahres 215 n. Chr. zum Soldaten rekrutiert wurde, erfolgte seine probatio noch im Jahre 214 n. Chr. Die thrakische Herkunft des Soldaten, sowie der vermutliche Zeitpunkt seiner Rekrutierung erinnern uns besonders an den Fall des M. Aurelius Aulusanus, des Soldaten der legio XXII Primigenia. Auf Grund des neulich veröffentlichten Fragments eines genauso im Jahre 240 n. Chr. entstandenen kaiserlichen Reskripts, welches u.a. eine Entlassung beinhaltet, sind wir zur Folgerung gekommen: der thrakische M. Aurelius Aulusanus wurde im Herbst des Jahres 214 n. Chr. in das römische Heer rekrutiert und 215 als miles legionis in die legio XXII Primigenia eingereiht, die in den Orientalfeldzug von Caracalla aufrückte. Die Legion wurde - um die während der alamannischen Expedition im Jahre 213 n. Chr. erlittenen Verluste zu ersetzen - in Thrakien oder schon in Kleinasien, vor allem mit thrakischen Rekruten auf den Kriegsstand erhöht. Obwohl wir in den Rheinischen Legionen nicht jeden von den im zweiten und im dritten Jahrzehnt des 3. Jahrhunderts n. Chr. Dienst habenden thrakischen Soldaten an diese Rekrutierung binden können, 5 1 wurden aber diejenigen thrakischen Rekruten, die nachweisbar in den Jahren Kr.u. 214-215 n. Chr. in die westlichen Truppen gelangten, gewiss zur Ergänzung und Verstärkung der zur parthischen Kriegsschauplatz marschierenden germanischen Abteilungen rekrutiert. Ein ähnlicher Fall ist auch bei Aurelius Bithus anzunehmen, obwohl thrakische Rekruten - wenn es nötig war - in relativ großer Anzahl auch zur Verstärkung der Heereskraft weit liegender Provinzen beordert wurden (siehe dazu z. B. den Fall von den tausend thrakischen Rekruten [iuniores Bessos mille], die in der Severerzeit nach Mauretania Tingitana ziehen mussten. 5 2) Der in der ala I Ulpia contariorum Dienst habende Aurelius Bithus - M. Aurelius Aulusanus ähnlich - war thrakischer Abstammung, erlangte das römische Bürgerrecht durch die constitutio Antoniniana1 3 und wurde wahrscheinlich ebenfalls in den letzten Monaten des Jahres 214 n. Chr. in das römische Heer rekrutiert. Auf eine Rekrutierung außerhalb Pannoniens in Thrakien weist auch das Vorhandensein des gravierten bronzenen Dokuments, da derartige Dokumente von solchen Soldaten ersucht und dann ihnen erteilt wurden, die nach der Entlassung vom Heer in ihre Heimat zurückkehren wollten. 5 4 Die Umstände der Rekrutierung von Aurelius Aulusanus und Aurelius Bithus sind einander dermaßen ähnlich, dass man es einem Zufall kaum zuschreiben dürfte. Es ist also anzunehmen, dass neben den pannonischen Legionen auch einige pannonische Reiterhilfstruppen, darunter auch die ala / Ulpia contariorum zur orientalischen Kriegsschauplatz beordert wurden, und sie vor dem Feldzug mit Rekruten aus Thrakien ergänzt wurde. Die Teilnahme der bedeutendsten Reitereinheit von Pannónia Superior an einem Orientalfeldzug ist gar nicht überraschend, da die Rüstung der Truppe, deren Waffengebrauch sich auf contas beruhte, eine Kampfmethode orientalischen Typs bedingt. Dazu kommt noch, dass die ala I Zum thrakischen Ursprung des cognomens Bithus: DKTSCHEAV 1957, 66—67. ">» F.CK-ROXAN 1998, 106. S. den Fall von Septimiiis Bubas.der von der legio I Minervia 230 n. Chr. mit honesta missio entlassen wurde: ECK 1999. 12-17 = RM» IV 611-612 Nr. 1,3. Seine Rekrutierung kann auf die Zeit um das Jahr 205 n. Chr. datiert werden. S. die Grabinschrift ihrer Leiter in Caesarea: CIL VIII 9381 = ILS 2763; zur Deutung der Inschrift: SI'K.MN 1977, 167-173. ECK-ROXAN 1998, 106. M MANN 2000, 156, M RÁV-S ZABÓ 2005-2006. 110, 130-133.