Folia archeologica 53.
Mráv Zsolt: Traianus-kori monumentális építései felirat a carnuntumi legiotáborból
128 ZSOLT MRÁV Parthica erwähnt, nicht auf die Orientalexpedition von Caracalla, sondern richtig auf den zweiten Feldzug von Septimius Severus gegen die Parther (siehe weiter unten). Es stellt uns also keine solche zeitgenössische Quelle zur Verfügung, welche den von Caracalla eingeleiteten Orientalfeldzug expeditio Parthica genannt hätte. (Diese Benennung wird erst in den spätantiken Quellen gebraucht, wie Eutr. 8, 20.) Wahrscheinlich um einen eindeutigen Unterschied zu den zwei expeditiones Parthicae unter der Herrschaft von Septimius Severus machen zu können, sollte für Caracallas Orientalfeldzug als offizielle Terminologie lieber die Wendung expeditio (felicissima) orientális gegolten haben. All dies in Betracht gezogen bin ich zum folgenden Ergebnis gekommen: die an der Grabstele von Székesfehérvár erwähnten zwei Soldaten der legio II adiutrix sind nicht in einem gotischen Krieg, sondern während einer expeditio gegen die Parther, - auf Grund der Benennung des Feldzuges expeditio Parthica - höchstwahrscheinlich während der secunda Parthica felicissima expeditio von Septimius Severus gefallen. (Im letzteren Fall konnte der ältere Ael. Flavianus um die Jahre 188-192 n. Chr., der jüngere Ael. Iustianus um die Jahre 191-198 n. Chr. rekrutiert worden sein.) Die Lesung der Grabinschrift von Székesfehérvár wird also folgendermaßen verändert (Abb. 5): D(is) M(anibus) Àel(io) ° Flavjano 0 quond(am) mil(iti) ° leg(ionis) ° II ° âd(iutricis) stip(endiorum) Villi vix(it) 5 ann(is) XXX 0 Ael(io) Iustiano mil(iti) 0 leg(ionis) ei{i}usdem ° stip(endiorum) ° VI ° vixs(it) ann(is) ° XXVI qui deciderunt ° in exped(itione) 10 [Pâ]rt(h)[i]ca [° ] Cornel(ia oder -ius) [—] & Die Leichname der zwei Soldaten wurden wegen der hohen Kosten wahrscheinlich nicht heimbefördert, 4 2 ihr Grabmal soll deshalb ein Kenotaph sein. Zur Errichtung der Grabstele kam es wahrscheinlich erst nach der Heimkehr der legio II adiutrix im Jahre 202 n. Chr., 4 3 als mit der Legion zusammen auch die Todesnachricht der Soldaten ankam. 2. L. SEPTIMIUS VERANUS, EIN KRIEGSINVALIDE AUS DEM ZWEITEN PARTHEREELDZUG VON SEPTIMIUS SEVERUS Ein Altar, aufgefunden in Székesfehérvár, soll als Folge eines während der zweiten expeditio Parthica von Septimius Severus abgelegten Gelöbnisses entstanden sein (RIU 1494) (Abb. 6). Die Inschrift des Altars: 4 2 Über das Schicksal der Leichname der während des Feldzuges gefallenen Soldaten siehe zusammenfassend: PEREZ. 2005, 123-138. Die Tatsache, dass man im Krieg gefalleil ist, wird im Inschrifttext selten erwähnt: REUTER 2005, 257-258; MRÁV-OTTOMÁNYI 2005, 207-208 besonders Anm. 145. « NÉMETH 1976, 193-197; LŐRINCZ 2000, 166 Anm. 59.