Folia archeologica 53.
Mráv Zsolt: Traianus-kori monumentális építései felirat a carnuntumi legiotáborból
126 /SOL I M RÁV Grabinschriften zum Andenken an die gefallenen Soldaten der legio II adiutrix nur im Zusammenhang mit zwei Partherfeldzügen errichten: der eine war der zweite Partherfeldzug von Septimius Severus (1), der zweite die Orientalexpedition von Caracalla (2). (Alexander Severus kämpfte schon gegen die Perser. 2 3) 1. Die vom Statthalter L. Baebius Caecilianus anlässlich der Heimkehr der legio II adiutrix im Jahre 202 n. Chr. in Aquincum errichtete Statuenbasis (AE 1976, 544=AE 1978, 652) 2 4 und der von einem Legionsveteranen im Jahre 205 n. Chr. pro voto suscepto in expeditione Parthica dedizierte Altar von Székesfehérvár (RIU 1494)5 beweisen eindeutig, dass die ganze legio II adiutrix - neben der legio I adiutrix 2 6 und wahrscheinlich neben der legio XIV gemina 2 7 - am zweiten Partherfeldzug von Septimius Severus teilgenommen hat. 2 8 Die legio II adiutrix muss infolge der Kämpfe (besonders der zwei Belagerungen von Hatra), sowie der Probleme der Lebensmittelversorgung, wegen des Klimas und der Krankheiten den anderen Einheiten der Heereskraft der Expedition ähnlich - schwere Verluste gehabt haben. Im Jahre 199 n. Chr. nahmen die Expeditionseinheiten der europäischen Provinzen, u. a. auch von Pannonién gewiss an der zweiten Belagerung von Hatra teil.'-' 9 Wahrscheinlich die Soldaten der europäischen Provinzen waren gerade diejenigen, die nach langer und blutiger Belagerung endlich die Mauern der Stadt durchgebrochen haben. Auf diese Weise sollte sie der unverständliche Rückzugsbefehl 3 0 von Septimius Severus am empfindlichsten getroffen haben, infolge dessen sie auf die schon verdiente reiche Beute verzichten mussten. Sie bewegten sich nämlich nicht und blieben an ihrem Platz, als am nächsten Tag der Kaiser die in der Nacht wiederhergestellten Mauern und die auch des weiteren widerstandsbereiten Stadt aufs neue anzugreifen befahl, während die syrischen Truppen, die den Angriff alleine weiterführten, aufgerieben wurden. 3 1 So musste Septimius Severus ohne Ergebnis mit der Belagerung aufhören, die ihm sowohl viele Soldaten wie auch viele Kriegsmaschinen kostete, schwere Verluste zufügte. Der unglücklich ausgegangene zweite Partherfeldzug wurde in den Quellen einfach expeditio Parthica erwähnt, offiziell soll er aber secunda Parthica felicissima expeditio (AE 1957, 123) geheißen haben. 3 2 ROSENBERGER 1992, 117. « NÉMETH 1976, 193-197; LŐRINC/. 2000, 166 Anra. 59. 2 5 Zur Frage siehe bis auf weiteres: ALFÖLDV manuscript 2001, 69 und G. Alföldy bei LŐRINCZ 2004, 301 26 S.: CIL III 265. CIL III 4480. RUTERLING 1925, 1398, 1450; FITZ 1962, 41, 45, 53, 92; LŐRINCZ 1990, 84; LŐRINCZ 2000a, 166; KOVÁCS 2007, 140, 181. Auch die Grabinschrift von Pilisszántó eines in Pärthia verstorbenen Soldaten der Legion (RIU 944) verknüpft man im Allgemeinen mit diesem Feldzug (RITTERLING 1925, 1321-1322; LŐRINCZ 1990, 84, 322 Anm. 26; KOVÁCS 2007. 181). Die im Bildfeld dargestellte ganzgestaltige Figur des Soldaten folgt aber dem Typ der Grabmäler der während der Orientalexpedition von Caracalla verstorbenen Soldaten, deshalb knüpfe ich die Inschrift lieber an diesen Feldzug an. -" Zum Datum der zweiten Belagerung von Hatra: DRIJVERS 1977, 817; HALFMANN 1986, 217; zu den Ereignissender Belagerung: Cass. Dio 75, 11, 1-12,5; COLLEDGE 1967, 169-170. M Auch Cassius Dio schreibt diesem unglücklichen Befehl des Kaisers den Mißerfolg der Belagerung zu: Cass. Dio 75. 11. 1-12,5; siehe auch: BIRLEY 19872, 204-205. 1 1 Zur Rolle der Einheiten der europäischen Provinzen bei der Belagerung von Hatra zusammenfassend s.: KENNEDY 1986, 397-109. ROSENBERGER 1992, 115.