Folia archeologica 51.
Zsolt Mráv: Litterae aureae Daciából a Magyar Nemzeti Múzeum gyűjteményében. Az 1908-ban talált bukovai lelet
76 ZSOi.i MRÁV nicht anders. Hier kam im Gebiet sowohl des forum vetus als auch des forum novum eine Viel/ahl einst die Bronzeskulpturen von Kaisern, ehemaligen Statthaltern und größtenteils von bedeutenden Mitgliedern der lokale Aristokratie tragenden Marmorbasen zum Vorschein. 4 1 Die Ausgräber berichten auch von einigen Bronzeskulpturfragmenten. 4 2 Außer auf den beiden Forumsanlagen des von der Stadtmauer umgebenen Gebiets gab es - ähnlich den bekannten provinzialen Forumsanlagen und auf die auch gesetztlich verankerte Weise - gewiss auch im heiligen Bezirk des provinzialen Kaiserkults eine rege denkmalstifterische Tätigkeit, welche sich auf die Skulpturen von Kaisern, ehemaligen provinzialen Oberpriestern und vielleicht die Personifizierungen von Städten beschränkte. 43 Inschriften mit vergoldeten Bronzebuchstaben sind auch z. B. auf dem Hauptaltar der Provinz vorstellbar, denn der Roma und Augustus-Altar der très provinciáé Galliae in Lugdunum ist auch mit vergoldeten Bronzebuchstaben versehen. 4 4 Wahrscheinlich auf diesen drei Forumsanlagen von Sarmizegetusa muss man also die mit litterae aureae geschmückten Bauten suchen. Hier ist am ehesten zu erwarten, dass die zwei Inschriften mit vergoldeten Bronzebuchstaben tragenden Steindenkmäler zum Vorschein kommen. Ohne diese bieten die beiden Lettern natürlich keinen hinreichenden Ansatz, die Bauten zu identifizieren. Dennoch lassen sich allein auf Grund der Form und Befestigungstechnik der Buchstaben sowie der Geschichte, Topographie und bekannten öffentlichen Gebäude der Stadt einige Rückschlüsse bezüglich ihrer ursprünglichen Platzierung ableiten. 1. Inschriften mit gegossenen und in Buchstabenbetten verankerten Lettern waren häufig in die Pflasterung (im Allgemeinen der Forumsanlagen) eingelassen, was eine rasche Abnutzung der Oberflächenvergoldung nach sich zog. Im Falle des A-Buchstabens ist die Möglichkeit, dass er in der Pflasterung eines der Foren von Sarmizegetusa eingelassen war, mit Sicherheit auszuschließen, denn die Vergoldung an seiner Oberfläche blieb zum Großteil unversehrt. Der E-Buchstabe jedoch könnte - in Anbetracht des dünnen Materials und der geringen Tiefe der Verdiibelung - duchaus in einer Pflasterung platziert gewesen sein. Auf seiner abgewetzten Oberfläche sind kaum Spuren von Vergoldung wahrnehmbar. 2. Vom Gebiet des trajanischen forum vetus gibt es selbst nach dessen vollständiger Freilegung kein Steindenkmal, ja nicht einmal ein Fragment davon, das eine Inschrift mit in Buchstabenbetten verankerten litterae aureae getragen hat. Das ist deshalb sondernbar, weil im Bereich des forum vetus unzählige Bruchstücke gefunden wurden, die zu Gebäudeschmuckelementen aus Marmor und verschiedenen Inschrifttypen gehörten. (Auch das wichtigste epigraphische Denkmal in der Geschichte der Stadt, die trajanische Gründungsinschrift, war nicht mit vergoldeten Bronzelettern geschrieben.) 4 5 Zieht man all das in Betracht, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass die Stelle, an der diese Inschriften prangten, das trajanische forum vetus gewesen sein könnte. 3. Die bekannten trajanischen Monumentalinschriften der Stadt bestanden aus in Marmor gemeißelten Buchstaben. 4 6 Deshalb erscheint eine spätere Datierung der beiden Inschriften mit bronzene Buchstaben, am ehestens ins hadrianische Zeitalter, wahrscheinlicher. -II Piso 1999, 131-133, 136-137, Fig. 1-7; IDR 1II/2. 4 2 Zu den großen Bronzestatuen aus dem Gebiet von Sarmizegetusa s.: Pop 1978, 152-158, Nr. 22-26. (Die Fragmente von Bucova sind im Katalog von C. Pop nicht enthalten.) « CIL XII 6038 = ILS 6964; vgl. Deininger 1965, 108ff.; s. noch in Tarraco: Alftitdy 1973, 4-7; Alföldi 2001c, 147, bzw. in Savaria: Mráv 2003b, 350-351. « CIL XIII 1664; Dragendorff 1957, 111-119; Pelletier 1999, 37-38. « AE 1998. 1084; die zeichnerische Ergänzung der Inschrift s.: Piso 1998, 134-135; Piso 2001, Fig. 4. « CIL III 1443 = IDR II 1/2, 1; AE 1998. 1084; in Rom dagegen kamen auf dem Trajansforum litterae aureae tragende Steindenkmäler ans Licht: La Rocca 2001, 209, Fig. 27.