Folia archeologica 49-50.

Endre Tóth: A magyar Szent Koronáról. (Kutatástörténeti beszámoló)

Dit UNGARISCHE HEILIGE KRONE 343 der Apostel an, beim Evangelisten Johannes ist die Haartracht detaillierter: Die Locken werden auch von jenen im Haarkranz befindlichen halbkreisförmigen Zellen angegeben, die keine Farben voneinander trennen. 6 3 Und schließlich kommen die Relationen, des Evangelistenkörpers den natürlichen Verhältnissen näher als die der übrigen Apostel. Bei den Aposteln Petrus, Paulus und Andreas beträgt der Kopf ein Drittel der Hörperhöhe. Im Falle des Evangelisten Johannes ist dieses Verhältnis 1:4. 6 4 Das sind nicht ein oder zwei unwesentliche Unterschie­de, sondern es handelt sich um eine ganze Reihe von solchen, die sich auf die Emailfarben, die Zellenzeichnung und die Relationen beziehen. Sie weisen nicht nur darauf hin, daß die Johannesplatte das Werk eines anderen Goldschmiedes ist. Sie können auch Argumente dafür sein, daß das Bild des Evangelisten auf dem gegenüber der Krone früheren liturgischen Gerät nicht auf einer mit den übrigen Apostelbildern qualitativ gleichen Fläche angebracht war. Die Abweichungen der Johannesplatte von den übrigen Apostelbildern muß auch dann erklärt werden, wenn man nicht von der Hypothese eines früheren, rekonstruierten Gegenstandes ausgeht. Man kann darüber nachdenken, um welchen Kreis von sakralen Gegenständen es sich gehandelt hat, die die zwölf Apostelbilder verziert haben könnten. Aufgrund der Apostelplatten kann man darauf allerdings nicht mit Sicherheit schließen. Patrick J. Kelleher rekonstruierte aus den Platten eine Buchtafel 6 5: dies ist wirklich die eine Möglichkeit. Es kann sich auch um einen Tragaltar oder eventuell um ein Reliquiar gehandelt haben, auf dessen Seiten die Apostelbilder appliziert wurden. Aufgrund der abweichenden Platte des Evange­listen Johannes kann es weniger eine Reifkrone gewesen sein, an die theoretisch aufgrund der Agilulf-Krone gedacht werden könnte: diese verzieren die Bilder von Christus, zwei Engeln und den 12 Aposteln. 6 6 Als Arbeitshypothese meine ich, die Apostelplatten könnten zu einem sakralen Gegenstand gehört haben, den König Stephan I. vom Papst oder vom Abt von Monte Cassino erhielt: König Stephans Geschenke an sie beide sind bekannt, 67 und von beiden konnten Geschenke nach Ungarn gekommen sein. Als zur Herrschaftszeit von Béla III. ( 1172-1196) die heute vorhandene Krone zusammen­gesetzt wände, wählte man bewußt einen Gegenstand aus, vermutlich aus der Schatzkammer in der Székesfehérvárer Basilika, der den damaligen Kenntnissen nach ebenso wie das Zepter und der Krönungsmantel im Besitz des ersten und seit 1083 heiliggesprochenen Königs gewesen war. Die „Reliquie" des heiligen Königs 6 3 Die Haarlösung des Apostels erinnert an die Haartracht der Kölner Severinusscheibe (Anfang 11. Jh.): Email. Kunst - Handwerk - Industrie, Kölnisches Stadtmuseum Köln 1981 (bearbeitet von W. Schäfke, I. Damm, K. B. Heppe, R. Joppien) Nr. 15. 6 4 Ebenfalls 1:4 ist das Verhältnis beim Apostel Jakobus. 6 5 Kelleher 1951, 97. Die Rekonstruktion des früheren Gegenstandes ist unabhängig davon, ob die Apostelplatten gebogen waren oder nicht. Die länglichen Platten bogen sich beim Brennen. Auf der griechischen Krone biegen sich die kleineren, quadratischen Platten fast zur Eorm eines Kugelsegments. 6 6 Zur Agilulf-Krone s.: Elze 1974. 6 7 Stephan I. schenkte der Abtei von Monte Cassino ein goldenes Kreuz: ... Stephanus Hungáriáé rex ... auream crucem valde pulchram sancto patri Benedicto direxil ..., Chronica monasterii ab a 529-1075 II. MGH SS VII Pertz 674 = Gombos Catalogus, Stephan I. und Gisela schenkten dem Papst ein Meßge­wand: Asservatur modo in basìlica Arnulfina pretiosa casula, missa quondam ad lohannem papam XIX a s. Stephana Hungarorum rege et Gisella, eius coniuge, ex dono, ut creditur papae Isonis IX., Antiquitates Arnulfinae, Neues Archiv 7, 1892, 220-221.

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