Folia archeologica 49-50.
Endre Tóth: A magyar Szent Koronáról. (Kutatástörténeti beszámoló)
338 ENDRF, TÓTH Einflußbereich der byzantinischen Kunst, und noch dazu entsprechend des antiken Brauches, Schlüssel zu tragen: Der Apostel trägt die Schlüssel am Ring an seinem linken Handgelenk. 5 4 Dies alles läßt die Möglichkeit zu, daß die Apostelplatten in Mittelitalien entstanden und während der Herrschaft Stephans I. entweder als Geschenk vom Papst oder dem Abt von Montecassino eintrafen. Natürlich besteht theoretisch auch die Möglichkeit, daß der sakrale Gegenstand zwar in der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts angefertigt wurde, aber erst später nach Ungarn kam. Eine italische (römische) Herstellung der Apostelplatten der Krone ist nicht neu: Yvonne Hackenbroch nahm eine Werkstatt in der Stadt Rom an, in der die Platten gefertigt worden sein konnten. 5 5 Da es keine Zeugnisse aus dieser Werkstatt gibt, fand ihre Meinung keine Zustimmung. Auch ich versuche nicht, die Herstellung der Apostelplatten einem engeren Gebiet zuzuteilen. Dies ist wegen der kleinen Zahl erhaltener, in Italien gefertigter Zellenemailplatten aus dem 1 1.-12. Jahrhundert nicht möglich. Man darf aber auch nicht vergessen, daß in den größeren Klöstern Emailwerkstätten tätig waren. Dies beweisen die Funde bei der Freilegung der Abtei von Volturno, 5 6 und davon sprechen die Ordensregeln. 57 Ungeachtet der kleinen Zahl erhaltener Goldgegenstände mit Zellenemail wurden Zellenemailarbeiten in Italien hergestellt und auch Emailgegenstände nach Konstantinopel exportiert: Das bezeugt das von Abt Desiderius durch griechische Meister hergestellte Altar-Antependium von Monte Cassino. 5 8 Da sich an den Emailplatten der byzantinische Einfluß auch sonst nachweisen läßt, unterstützt dies meine Folgerung. Hier verweise ich nur auf jene ikonographischen und Stilcharakteristiken, die zeigen, daß die Platten in einem Gebiet hergestellt wurden, in dem im 11. Jahrhundert byzantinische Kunst lebendig war: Diese Gegend konnte Mittel- und Süditalien sein. In der Verzierungsstruktur der sieben Apostelbilder sind regelmäßige Wiederholungen zu erkennen (Abb. 15). Das schmale Goldband um die Apostelgestalten bewirkt den Eindruck von versenktem Zellenemail. Dieser schmale Goldstreifen trennt die Gestalt der Apostel von der Inschrift und der Hintergrundverzierung. Doch ist die Konstruktion der Platten nicht identisch. Das Goldband faßt nicht nur 5 4 Unbestreitbar sind im Falle des Apostels Petrus die auf verschiedene Weise getragenen Schlüssel ein Einfluß der byzantinischen Kunst. Den größeren hält er in der linken Hand (westliche Eigenart), der kleinere (auf aus dem antiken Schlüsseltragen stammende Weise) hängt an einem Ring, der auf das Handgelenk gezogen wurde oder in der Hand gehalten wird (s. z. B. Apostel Petrus auf dem Bronzetor der Basilika San Paolo fuori la Mura in Rom, auf einem Mosaik im Chor der Basilika von Torcello oder im Grenzgebiet der byzantinischen Kunst, das Petrus-Relief aus dem 12. Jh. von Zion in Nowgorod, Rybakov 1972, 72, Grabar, A., L'art de la fin de l'Antiquité et du Moyen Age III. Paris 1968, PI. 83). St. Petrus in der Krypta der Kirche S. Vito Vecchio, Bari (L'art byzantin - Art Européen, Athen 1964, fig. 160, Summaga, Apsisfresko: Apostel in einer Arkadenreihe: An Petrus' linker Hand hängen die zwei kleinen Schlüssel herab, G. Brusin-P. L. Zovatto, Monumenti romani e cristiani di Iulia Concordia, Pordenone, fig. 107 usw. Die Ziermotive der Apostelplatten kommen auf byzantinischen Miniaturen und Emaillen vor (natürlich auch im Westen). Einfluß der byzantinischen Kunst ist auch die Handhaltung einiger Apostel, und so ist auch ihr aus dem Rahmen heraustretender Fuß usw. zu verstehen. All dies werde ich in der Monographie detailliert behandeln. 5 5 Hackenbroch 1938, 54 5 6 San Vincenso al Volturno. The Archaeology, Art and Territory of an Early Medieval Monastery, Hoodges, R.-Mitchell, J., BAR International Series 252, Oxford 1985. Mitchell, J -Bimbos, M -Freestone, K., The Enemel, in: San Vincenso al Volturno 3, Roma 5 7 Consuetudines Farfensis II, 1. lusta istam sit depositam alia cella, ubi aurifices vei inclusores sen vitrei magistri conveniant ad faciendem ipsam artem, Schlosser, J. v., Quellenbuch zur Kunstgeschichte des abendländischen Mittelalters, Wien 1896, 191 5 8 Leo Ostiensis, Chron. mon. Casiniensis III 32, Schlosser, von /., Quellenbuch, Wien 1896, 207