Folia archeologica 49-50.

Endre Tóth: A magyar Szent Koronáról. (Kutatástörténeti beszámoló)

334 ENDRF, TÓTH Damals tauchen die Astralensymbole in der Münzprägung 4 3 und später in den Wappen auf. Folglich können Sonne und Mond auf dem Siegel Andreas' II. bei der Datierung des Pantokrator der corona latina keine bestimmende Rolle spielen. Die Größe der Apostelplatten beträgt 47 30 mm. 4 4 Da die Fassungsrahmen beschädigt und brüchig geworden sind, wurden sie bei den Untersuchungen im 19.-20. Jahrhundert niclu abgenommen, so daß ihre Rückseite unbekannt ist. Die Platten der Apostelbilder erwecken den Eindruck von Vollschmelz, vermutlich entstanden sie mit der Technik des versenkten Zellenemails. 4"' In den Ecken der Platten sind keine Löcher, so daß sie nur mittels Rahmen auf dem Kreuzband beschäftigt werden konnten. Die Gestalten der Apostel sind von einem schmalen Goldstreifen eng umgeben, deshalb haben die Körper keinen Hintergrund; dieser ist nur um die Köpfe zu beobachten. Rot ist der Hintergrund des Kopfes von Petrus, Jakobus, Andreas und Philippus. Der blaue Hintergrund von Apostel Paulus stimmt mit dem blauen Hintergrund der ornamentalen Flächen überein. Ebenso ist es beim Evangelisten Johannes, doch ist das Blau des Hintergrundes seines Kopfes und der ornamentalen Verzierung dunkler. Ein wirklicher Nimbus ist nur um den Kopf des Paulus und des Evangelisten Johannes zu sehen, seine Farbe ist weißlich bzw. grauweiß. Paulus ist gänzlich haarlos. Innerhalb des Nimbus zeigen die Zellen an beiden Seiten des Kopfes aber je eine herabhängende Haarlocke: Dies entspricht der Paulus-Ikonographie besser. Die Farbe der Locken ist jedoch nicht dunkel, wie bei Apostel Paulus zu erwarten, sondern - vermutlich irrtümlich - weiß. 4 1' Man hatte dasselbe Email verwendet wie bei den übrigen Teilen des Nimbus. Lassen sich Argumente finden, aufgrund deren die Apostelplatten datiert werden können? Weder über ihren Herstellungsort noch über die Zeit ist es zu einem Konsens gekommen. In meiner Studie von 1996 ging ich von den Inschrif­ten der Apostelplatten aus (Abb. 13), die vorher kaum untersucht worden waren. 47 Bei der Datierung der Apostelplatten bieten die Namensinschriften eine Hilfe. 48 In den Inschriften von Thomas und Paulus hat der Goldschmied ein T und U unzialer Herkunft verwendet, die noch für die byzantinische Münzprägung mit lateinischen Buchstaben ausgesprochen typisch sind. Die Münzprägung mit lateinischen Buchstaben verschwand aber in der Mitte des 11. Jahrhunderts, und man ging zu Inschriften in griechischer Sprache über. Viel später als von diesem Zeitpunkt können auch die Apostelplatten nicht sein. Die Buchstaben wurden nicht bloß mit einem goldenen Zellenband gekennzeichnet, sondern der Buchstabenkörper wurde mit Email ausgefüllt. Das Inschriftenfeld ist blau, und die Buchstaben sind weiß. Die Untersuchung wurde 4 3 Huszár h., Münzkatalog Ungarn von 1000 bis heute, Budapest 1979. Stern und zwei Halbmonde sind auf Münzen Andreas' II. gut zu erkennen. 4 4 Die Breite einiger Platten läßt sich gut messen, weil der Rahmen nicht auf die Bleche gebogen ist. Ihre Länge ist jedoch nur mit 1-2 mm Spielraum festzulegen. 4 5 Am Rande der Platten von Jakobus und Paulus kann man unter die Platte sehen und erkennen, daß zumindest das Inschriftenfeld der Platten versenkt ist. 4 6 Auch Apostel Andreas hat dunkles Haar, anders als das übliche graue (zur Andreas-Ikonographie: Pillinger, R., Der Apostel Andreas. Ein Heiliger von Ost und West im Bild der frühen Kirche, Osterreichische Akademie der Wissenschaften, Sitzungsberichte Bd. 612. Wien 1994. 4 7 Selbst die Beobachtungen von D. Buckton betrafen nicht die sonderbaren Buchstabenformen, Buckton 1983, 143. Die Notwendigkeit einer paläographischen Untersuchung ist seit langem ein Verlangen bei der Untersuchung der Inschriften der Apostelplatten: Szombathy ]., Rövid értekezés a Magyar Szent Koronáról (Kurze Abhandlung über die Ungarische Heilige Krone), Tudományos Gyűjtemény 1821:12. 3.-) 4 8 Detailliert: Tóth 1996, 181.

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