Folia archeologica 49-50.

Endre Tóth: A magyar Szent Koronáról. (Kutatástörténeti beszámoló)

332 ENDRF, TÓTH dabei unten auf dem hinteren Kreuzband die Bartholomäusplatte so schwer be­schädigt und zerbrochen, daß sie durch die vom Pantokrator völlig verdeckte Thomas-Platte ausgetauscht werden mußte. Und tatsächlich ist heute nur noch der obere Rand mit Inschrift der Bartholomäus-Platte erhalten, 3 3 der untere, größere Teil ist abgebrochen und verschwunden. Ani der Bandkreuzung wurde das versenkte Zellenemailbild Christi befestigt. Die Zusammengehörigkeit des Christus-Bildes und der Apostelplatten und ihre Zugehörigkeit zu einem einzigen Kunstgegenstand ist überaus unsicher. Es kommt auch vor, daß Bilder unterschiedlicher Techniken und Stile auf einem Gold­schmiedegegenstand verwendet werden. Aber auf dem Pantokrator-Bild sind die Körperrelationen völlig andere als bei den Apostelgestalten. Auch die Zellenzei­chnung des Pantokrator-Bildes und der Apostelplatten ist nicht völlig gleich. Auf der Pantokrator-Platte gibt es eine in Schneckenlinie verlaufende Zelle, die man auch auf byzantinischen Emailplatten, so auch auf der griechischen Krone beobachten kann, auf den Apostelplatten jedoch nicht. Auf den Apostelplatten wurden die Zellenbänder so gebogen und befestigt, daß das Auge nahe an der Nasenlinie lag. Bei beiden Augen sitzt die Pupille in der inneren Ecke der mandelförmigen Zelle, weshalb die Augen der Apostel konvergieren: dies ist für alle Apostelbilder typisch. Auf dem Pantokrator-Bild wurden die Zellen nicht in dieser Weise gebogen und befestigt, weshalb Christus keinen Silberblick hat. Der Unterscheidung des Pantokrator von den Apostelplatten kommt insofern Bedeu­tung zu, daß die Apostelplatten nicht mit Hilfe des lateinischen Pantokrator-Bildes datiert werden können. József Deér hat die Apostelbilder eigentlich aufgrund des Pantokrator-Bildes auf dem Kreuzband ins erste Jahrzehnt des 13. Jahrhunderts datiert. Bei seiner Kritik an einer früheren Datierung der Apostelplatten 3' hat er solche Emailbilder für engere Analogien der Apostelplatten bzw. für in deren Werkstattbereich gehörig gehalten, die selbst nicht genauer zu datieren und auch im übrigen nicht als Verwandte der Apostelplatten zu betrachten sind. 3 5 Seine Argumentation ist jedoch in allen wesentlichen Punkten fragwürdig und in ihrer Schlußfolgerung falsch. Denn József Deér meint, der lateinische Pantokrator sei als Kopie des griechischen Pantokrator angefertigt worden: Statt des Namensmonogramms finden sich dort aber die Astralsymbole (Abb. 4). Deér hält für sehr wichtig, daß sich statt des Namensmonogramms neben dem Christus der griechischen Krone auf der lateinischen Krone Sonne lind Mond befinden, entsprechend dem Kosmokratorcharakter Christi. Doch sind weder die gleichzeitige Herstellung des Pantokrator-Bildes und der Apostelplatten der lateinischen Krone noch die Kopie­rung des griechischen Pantokrator-Bildes bewiesen (auf ihre Unwahrscheinlich­Im Ergebnis seiner zweitägigen Untersuchung der Heiligen Krone im Jahre 1880 schrieb Ferenc Pulszky eine Kurzdarstellung im Archaeologiai Értesítő und teilt dort die Inschrift ARTHOLOMF. mit (Arch. Ért. 14. 1880, 190). Die Beschädigung des Bartholomäus-Bildes entdeckte man am Ende des 18. Jh. Ferenc Kazinczy schreibt in einem Brief an István Veszprémy, daß nach Aussage des Sárospatakéi Professors János Szombathy „unter dem St. Bartholomäus-Bild eine Lotung zu sehen ist" (Kazinczy Ferenc utazásai 1773-1831. Budapest— Miskolc 1995, 74). 3 4 Von den Emailbildern der Krone erschienen die ersten auswertbaren Schwarzweiß-Fotos in der Arbeit von P. ]. Kellehrr. Deshalb sind die früheren — nicht auf Autopsie beruhenden - Datierungen im wesentlichen unbrauchbar. 3 5 Kovács 1982, 243

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